Trotz kaufmännischer Buchführung keine Lösung der kommunalen Finanzmisere in Sicht
Begriffe wie Eröffnungsbilanz und Anlagevermögen, Passiva und Aktiva werden in Zukunft die Sprache der kommunalen Haushalte prägen, aber leider werden auch diese Neuerungen nicht die teilweise katastrophale Finanzsituation der Gemeinden und Städte verändern. Mit dieser Kenntnis fiel es den Teilnehmerinnen des Seminars der Gleichstellungsbeauftragten von Kreis und Verbandsgemeinde Linz und Kreisvolkshochschule zur „Kommunalen Doppik“ nicht immer leicht die Vorzüge der neuen Buchführung zu schätzen. Rund zwanzig Ratsfrauen aus dem Kreisgebiet nutzten das Seminar, um sich über die neue Struktur der öffentlichen Haushalte kundig zu machen und die damit verbundenen Einflussmöglichkeiten kennenzulernen.
Teilnehmerinnen des Doppik-Seminars mit Astrid Thol (2.v.l.), Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Linz und Referent Josef Stein (Mitte)
„Wir sind einer der fünf von vierundzwanzig Landkreisen in Rheinland-Pfalz, die die Doppik bereits eingeführt haben und müssen nun selbst Erfahrungen sammeln“, gestand der Referent, Josef Stein, Kämmerer des Landkreises Neuwied, freimütig ein. „Unsere Finanzmisere löst die Doppik nicht, aber die Räte können in Zukunft auf ganz anderen Informationsgrundlagen beraten und entscheiden“, so Josef Stein weiter, „hier liegt der eigentliche Vorteil des neuen Systems.
„In den nächsten zwei Jahren werden nach und nach alle Räte mit der neuen Struktur der Haushalte konfrontiert. Unser Anliegen ist es, dass die Gemeinde- und Stadträtinnen frühzeitig informiert sind und qualifiziert an der Haushaltsdebatte teilnehmen können“, so Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Neuwied und neben Astrid Thol, der Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinde Linz Mitorganisatorin des Seminars.


