Extensive Beweidung ist auch eine Chance für die Landschaftsentwicklung im Westerwald – Workshop in Puderbach und Exkursion im Grenzbachtal

 

PUDERBACH/HORHAUSEN. „Die Mutterkuhhaltung ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen im Grenzbachtal    und damit auch in anderen engen Tälern des Westerwaldes wettbewerbsfähig“. Zu diesem Ergebnis kommt die von der  GfL (Planungs- und Ingenieurgesellschaft, Koblenz)  erstellte Studie über die ökonomische Tragfähigkeit von extensiven Beweidungsprojekten zu den Betrieben im Projekt Grenzbachtal. 

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Im Anschluss an die Vorträge erfolgte eine Exkursion in das idyllische Bachtal an der Grenze der Landkreise Neuwied und Altenkirchen und auf die Weidekoppeln mit den Heckrindern. Rund 50 Beteiligte wanderten bei strahlendem Sonnenschein mit Landwirt und Heckrindhalter Dieter Reifenhäuser (Burglahr)  und Landespfleger Thomas Bufler (Kreisverwaltung Neuwied) den Grenzbach entlang, um sich über erste Erfolge und weitere Maßnahmen unter dem Motto „Naturschutz durch Nutzung“ zu informieren. Zum Erinnerungsfoto stellten sich auf (von links) Klaus Hille, GfL Koblenz, Thomas Schmitz, Beraten und Planen Horhausen, Tobias Bufler, Kreisverwaltung Neuwied, Dieter Reifenhäuser, Landwirt Burglahr, Priska Dreher, Kreisverwaltung Neuwied, Dr. Karl-Wilhelm Zens, Föno Zülpich und Mattias Scharf, ABU im Landkreis Soest.

„Die Mutterkuhhaltung ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen im Grenzbachtal    und damit auch in anderen engen Tälern des Westerwaldes wettbewerbsfähig“. Zu diesem Ergebnis kommt die von der  GfL (Planungs- und Ingenieurgesellschaft, Koblenz)  erstellte Studie über die ökonomische Tragfähigkeit von extensiven Beweidungsprojekten zu den Betrieben im Projekt Grenzbachtal. 

 

Klaus Hille (GfL)  stellte diese Studie im Rahmen eines Workshops im alten Bahnhof in Puderbach vor.  Dabei unterstrich er, dass dazu aber bestimmte günstige Rahmenbedingungen gegeben sein müssen (langfristige Förderkonditionen sowie  innovative, motivierte und kommunikative örtliche landwirtschaftliche Betriebsleiterfamilien, die solch ein Projekt an einen Betrieb mit bestehender Mutterkuhhaltung und Direktvermarktung ankoppeln können). „Die Direktvermarktung des erzeugten Fleisches als Premiumprodukt in der Region ist sehr wichtig. Letztendlich entscheidet der Verbraucher auch mit über das Aussehen seiner regionalen Kulturlandschaft. Die Verbraucher können über ihr Kaufverhalten aktiv am Gestaltungsprozess teilhaben“, so Klaus Hille in seinem Referat.

 

Die Kreisverwaltung Neuwied hatte für das Netzwerk Naturschutz Neuwied (Lokale Agenda in Stadt und Kreis Neuwied) zu einem Work-Shop und Meinungsaustausch mit anschließender Exkursion ins Grenzbachtal zum Thema „Extensive Beweidung – eine Chance für die Landschaftsentwicklung“ in den alten Bahnhof nach Puderbach Vertreter von Naturschutzverbänden, Landwirte, Verwaltungen, Planungsbüros, Kammern und Verbände eingeladen. Im Mittelpunkt standen Informationen über erfolgreiche Beweidungskonzepte im Naturschutz. „Ein Anliegen war es aber auch, miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen“, erklärte Landespflegerin Priska Dreher von der Kreisverwaltung Neuwied.

 

Bürgermeister Wolfgang Kunz konnte rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Dabei betonte er, dass das große Interesse an der Veranstaltung deutlich mache, das ein Informationsbedarf zu dem Thema „Naturschutz durch Nutzung“ gegeben sei. Der Bürgermeister verwies auch auf das erfolgreiche Projekt im Grenzbachtal, dass gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Flammersfeld betrieben würde.

Diplom-Ingenieur Thomas Schmitz (Beraten und Planen, Horhausen), Projektkoordinator des Projektes Grenzbachtal und seit mehr als vier Jahren bestens mit den Vorgängen und Abläufen vertraut, und Priska Dreher, Landespflegerin bei der  Kreisverwaltung Neuwied, moderierten und leiteten den Workshop.

Einen Erfahrungsbericht aus dem Landkreis Soest über die Naturentwicklung mit Extensivrindern gab Matthias Scharf von der Arbeitsgemeinschaft biologischer Umweltschutz (ABU) im Landkreis Soest den Workshop-Teilnehmern.  Seit 16 Jahren wird die Lippeaue mit Heckrindern und Wildpferden beweidet.  Damit gehört die ABU zu den ersten Deutschlands, die ganzjährig Heckrinder als Ersatz für den ausgestorbenen Auerochsen einsetzen. Matthias Scharf  konnte mit seinen langjährigen Erfahrungen viel zu den praktischen Problemstellungen in der Extensivbeweidung beitragen. 

Über die Vermarktung von Premiumprodukten in der Eifel informierte  Dr. Karl Wilhelm Zens. Die Fördergemeinschaft naturnaher Obstwiesen und –weiden (Föno) setzt sich mit ihren Vertragspartnern für die Bewahrung, Pflege und Wiederbegründung hochstämmiger Obstbaumwiesen und –weiden in der Eifel ein. Zum Abschluss der Referate stellte Tim Marold die Ergebnisse der Besucherbefragung im Grenzbachtal   vor (eigener Bericht).