Suizidalität- ein unterschätztes Problem?

Veranstaltungsreihe „IRRwege verstehen“ wird fortgesetzt

 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „IRRwege verstehen“ findet am Mittwoch, den 23.05.07 um 18 Uhr in der VHS Neuwied eine Veranstaltung zum Thema „Suizidalität- darüber reden?!“ statt, die sich an alle Betroffene, Angehörige, hauptamtlich und ehrenamtlich Tätige sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger richtet.

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Zahlreiche Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Suizidalität ist ein schwerwiegendes gesundheitspolitisches und gesellschaftliches Problem. Allein in Deutschland starben im Jahr 2003 mehr als 11.000 Menschen durch Suizid, wobei von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden muß. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt das Verhältnis von Frauen und Männern, die sich das Leben nehmen, in der Allgemeinbevölkerung ca. 1:3. Dabei ist gerade bei psychisch kranken Menschen die Suizidrate besonders hoch.

 

Bei Suizidpatienten finden sich auffallend häufig ähnliche Probleme, wie Einsamkeit durch soziale Isolation, schwierige Lebensumstände wie beispielsweise berufliche Krisen, finanzielle Probleme oder Verzweiflung aufgrund des Verlustes von Bezugspersonen oder Trennungssituationen. Diese Risikofaktoren jedoch werden von Angehörigen oft nicht als direkte Warnzeichen wahrgenommen. Doch auch die Helfer, Therapeuten, Ärzte oder andere Berufsgruppen, sind durch die Suizidgefahr oftmals überfordert.

 

Suizidalität ist offensichtlich ein komplexe Thema, und nach wie vor ein Tabu, über dass kaum gesprochen wird. Ziel der Veranstaltung ist es, das Verstehen und Verständnis zu fördern und eine offene Gesprächssituation zu schaffen, in der Betroffene, Angehörige und Fachleute gemeinsam miteinander sprechen können. Alle Telnehmerinnen und Teilnehmer sollen die Gelegenheit erhalten, ihre Erfahrungen einzubringen und ihre Fragen zu stellen. Es diskutieren der Facharzt Robert Major, der Psychologe Albrecht Selugga und die Mitarbeiterin des Koblenzer Vereines Tecum e.V., Ursula Tausendschön. Informationsmaterialien wie beispielsweise Handreichungen des Nationalen Suizidpräventionsprogrammes liegen für Interessierte bereit. Darüber hinaus bietet der Förderverein gemeindenahe Psychiatrie einen Büchertisch an.

 

Die Veranstaltungsreihe „IRRwege verstehen“ wird gemeinsam vom Förderverein gemeinnahe Psychiatrie im Kreis Neuwied und Umgebung e.V., von der Volkshochschule der Stadt Neuwied sowie der Psychiatriekoordinationsstelle des Kreises Neuwied organisiert und durchgeführt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Infos: Dr. Ulrich Kettler, Kreisverwaltung Neuwied, Tel.: 02631 / 803-732 oder –722 (vormittags). Internet: www.psychiatrie-neuwied.de oder www.suizidpraevention-deutschland.de