Vertragsunterzeichnung
Zukunftsfähige Wasserversorgung: Landkreise Altenkirchen und Neuwied erhalten ab 2010 Trinkwasser aus der Wahnbachtalsperre
Die Herstellung einer sicheren, zukunftsfähigen Wasserversorgung ist Schwerpunkt der Förderpolitik des Landes. Die langfristige und bezahlbare Wasserversorgung ist eine Zukunftsaufgabe. Diese wird jetzt für die Landkreise Neuwied und Altenkirchen in Angriff genommen. Heute unterzeichneten Michael Wagener, Vorsitzender des Zweckverbandes Wasserversorgung des Landkreises Altenkirchen, und Landrat Rainer Kaul für das Kreiswasserwerk Neuwied/Rhein im Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz einen Vertrag, der die Wasserversorgung in diesen Regionen für die kommenden Jahrzehnte sicherstellt. Die Stadtwerke Bonn werden, voraussichtlich ab 2010, den beiden Landkreisen Trinkwasser aus der Wahnbachtalsperre (NRW) über eine Wasserleitung zuführen.
Die Herstellung einer sicheren, zukunftsfähigen Wasserversorgung ist Schwerpunkt der Förderpolitik des Landes. Die langfristige und bezahlbare Wasserversorgung ist eine Zukunftsaufgabe. Diese wird jetzt für die Landkreise Neuwied und Altenkirchen in Angriff genommen. Heute unterzeichneten Michael Wagener, Vorsitzender des Zweckverbandes Wasserversorgung des Landkreises Altenkirchen, und Landrat Rainer Kaul für das Kreiswasserwerk Neuwied/Rhein im Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz einen Vertrag, der die Wasserversorgung in diesen Regionen für die kommenden Jahrzehnte sicherstellt. Die Stadtwerke Bonn werden, voraussichtlich ab 2010, den beiden Landkreisen Trinkwasser aus der Wahnbachtalsperre (NRW) über eine Wasserleitung zuführen.
„Der Abschluss des neuen Wasserlieferungsvertrages erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit unserer Kunden sondern bringt auch zugleich ökologische wie auch ökonomische Verbesserungen, weil die bisherigen hohen Pumpkosten vermindert werden können.“ Dies ist eine der Kernaussagen des Neuwieder Landrats Rainer Kaul nach der Vertragsunterzeichnung mit den Stadtwerken Bonn als Betriebsführerin des Wahnbachtalsperrenverbandes.
Umweltministerin Margit Conrad lobt die vorbildliche Kooperation über Landesgrenzen hinweg, die wirtschaftlich und technisch eine optimale Lösung darstelle. Die Versorgung der Menschen werde kurz-, mittel- und langfristig auf qualitativ und quantitativ hohem Niveau sichergestellt. „Unsere Städte und Gemeinden sind mit dem wichtigsten Lebensmittel – einwandfreiem Trinkwasser – bestens versorgt. 99 Prozent aller Haushalte sind an die zentrale öffentliche Wasserversorgung angeschlossen“, stellte Umweltministerin Margit Conrad fest. „Heute stellt sich eine neue Aufgabe: Zur langfristigen Sicherung einer zukunftsfähigen und im ländlichen Raum bezahlbaren Wasserversorgung sind überregionale Verbundsysteme notwendig. Dabei soll die Trinkwassergewinnung weiterhin aus ökonomischen und sozioökonomischen Gründen weitgehend dezentral erfolgen“.
In den 60er Jahren erwies sich die Situation der öffentlichen Wasserversorgung, insbesondere in den Höhengebieten des Westerwaldes aufgrund der geologischen Beschaffenheiten zunehmend schwieriger. Die Gemeinden waren kaum mehr in der Lage, für ihre Wohnbevölkerung eine einwandfreie Wasserversorgung aus eigenen Vorkommen zu gewährleisten. Von dem vorhandenen Fördervolumen her war eine Ansiedelung von Gewerbe und Industrie im ländlichen Raum indiskutabel. So wären beispielsweise die zahlreichen Industrie- und Gewerbeansiedlungen entlang der A 3 im Westerwald ohne Wasserversorgung aus dem Engerser Feld gar nicht möglich gewesen. Ebenso profitierten viele Gemeinden, konnten sie doch erst mit dem Neuwieder Wasser in dem bekannten Maße wachsen.
Viele gaben daher nach und nach ihre eigenen Versorgungseinrichtungen auf. Im Kreistag gab es erste Überlegungen hinsichtlich einer Großraumwasserversorgung. 1971 wurde dann die Errichtung des Kreiswasserwerkes (KWW) durch den Kreistag beschlossen. Das Kreiswasserwerk wird als Eigenbetrieb des Landkreises Neuwied geführt. Mit den Stadtwerken Neuwied ist, als Betriebsführungsgesellschaft, ein Vertrag über die Aufgabenwahrnehmung geschlossen.
Die notwendige Wasserleitung, die Trinkwasser in die Landkreise Neuwied und Altenkirchen bringen wird, muss noch gebaut werden. Sie ist 30 Kilometer lang und erfordert Investitionskosten in Höhe von rund 9 Millionen Euro auf nordrhein-westfälischer Seite. Conrad: „Die rheinland-pfälzische Landesregierung wird die anteiligen Baukostenzuschüsse, die beide Landkreise Altenkirchen und Neuwied an Nordrhein-Westfalen leisten - insgesamt 5,2 Millionen Euro – fördern – nach den heutigen Richtlinien bis zu 80 Prozent.“
Für die notwendigen Investitionen in den Landkreisen Neuwied und Altenkirchen
überreichte Umweltministerin Conrad dem Landkreis Altenkirchen einen Förderbescheid über 600.000 Euro als zinsloses Darlehen für Anpassungsmaßnahmen und die Verlegung der Notversorgungsleitung zwischen dem Kreiswasserwerk Neuwied und dem Kreis Altenkirchen.
Auch der Landkreis Neuwied erhielt von Umweltministerin Conrad in Ergänzung einer bereits ausgesprochenen Förderung einen Förderbescheid über 294.000 Euro, der für den Bau des Anschlusses an die Versorgungsleitung zur Wahnbachtalsperre bestimmt ist. Beides entspricht einer Förderung als Zuschuss von 40 Prozent.
Bis zum heutigen Tag wird das gesamte Trinkwasser des Kreiswasserwerkes ausschließlich aus dem Engerser Feld gewonnen und bis in die nördlichsten Spitzen des Landkreises gepumpt.
Dies stellt bei eventuellen Notsituationen ein gewisses Risiko dar. Darüber hinaus ist man durch den Anstieg des Wasserverbrauchs alleine in den letzten 15 Jahren von 2,4 Mio. m³ auf rd. 4,2 Mio. m³ an die Grenze der von der Wasserwirtschaftverwaltung genehmigten Fördermenge gelangt.
Ab 2010 sollen 950.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr für den Landkreis Altenkirchen und 500.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr für den Neuwieder Raum vom Wahnbachtalsperrenverband bezogen werden. Damit wird ca. 20 % Prozent des Bedarfs der ca. 150.000 Einwohner gedeckt.
„Dieser Vertragsabschluss ist ein historisches Ereignis für die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Trinkwasserversorgung,“ erklärt Prof. Dr. Hermann Zemlin, Geschäftsführer der Stadtwerke Bonn. Die gemeinsame Lösung dieser Zukunftsaufgabe sei wegweisend für die nachhaltige und kostengünstige Trinkwasserversorgung im nördlichen Rheinland-Pfalz.
(Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz und der Kreisverwaltung Neuwied
Mainz, Neuwied, 11. Juni 2007)


