Rotes Kreuz fordert bessere finanzielle Rahmenbedingungen für die Pflege

 

Mainz/Neuwied. Im Rahmen der Jahrespressekonferenz des Deutschen Roten Kreuzes in Rheinland-Pfalz hat Präsident Rainer Kaul (Neuwied) eine Verbesserung bei der Finanzierung  der Pflege gefordert. „Die Politik hat den dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Pflege erkannt und die ersten Schritte zu einer grundlegenden Reform eingeleitet,“ sagt Kaul, aber aufgrund des wachsenden Pflegebedarfs hält er die Finanzierung, die eine Nachhaltigkeit der Pflegeversicherung gewährleisten muss, noch nicht für ausreichend. „Schließlich weiß jeder, dass die Zahl der Pflegebedürftigen drastisch ansteigen wird. Allein in Rheinland-Pfalz wird die Zahl der über 64jährigen bis zum Jahr 2020 um 26% zunehmen. Um die erforderliche Pflege zu vertretbaren Konditionen sicher zu stellen, müssen jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt werden.“

Foto: Bei der Jahrespressekonferenz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Landesverband Rheinland-Pfalz zogen der Präsident Landrat Rainer Kaul (Neuwied) und Landesgeschäftsführer Norbert Albrecht (rechts) eine positive Bilanz ihrer Arbeit in den vergangenen Monaten. >>>Bild vergrössern
Foto: Bei der Jahrespressekonferenz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Landesverband Rheinland-Pfalz zogen der Präsident Landrat Rainer Kaul (Neuwied) und Landesgeschäftsführer Norbert Albrecht (rechts) eine positive Bilanz ihrer Arbeit in den vergangenen Monaten.

 

Das Deutsche Rote Kreuz begrüßt die Pläne für die geplante Förderung betreuter Wohnformen für ältere Menschen, die Anhebung der finanziellen Leistungen insbesondere im ambulanten Bereich, die Ausweitung des Pflegebegriffs auf demenziell Erkrankte und die Möglichkeit der beruflichen Freistellung von pflegenden Angehörigen für bis zu sechs Monate. In anderen Punkten sieht das DRK weiter dringenden Handlungsbedarf:

 

Dynamisierung der Leistungen

Nach den Plänen der Großen Koalition sollen die Leistungen der Pflegeversicherung künftig in einem Dreijahres-Rhythmus dynamisiert werden, allerdings erst ab dem Jahr 2015. Nach Auffassung des Roten Kreuzes muss die Anpassung an Inflation und Preissteigerung unverzüglich erfolgen, um weitere Realwertverluste zu verhindern.

 

Bessere Hilfen für Menschen mit Demenzerkrankungen

Die Erweiterung des Pflegebegriffs auf die zunehmende Anzahl von Menschen mit demenziellen Erkrankungen hält das DRK für richtig und wichtig. Die Anhebung der Leistung auf bis zu 2.400 Euro pro Jahr für Menschen, die zwar noch nicht pflege- aber erheblich betreuungsbedürftig sind, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist nach Auffassung des DRK die Höhe der Leistungen immer noch weit entfernt vom tatsächlichen Bedarf, wenn berücksichtigt wird, dass demenzkranke Menschen häufig rund um die Uhr betreut werden müssen.

Das Rote Kreuz in Rheinland-Pfalz ist bei dieser speziellen Betreuungsform gut aufgestellt. In Kaiserslautern eröffnete im letzten Jahr  eine Hausgemeinschaft für 24 demenziell erkrankte Menschen. Die besondere Wohnform ist innovativ und speziell auf diesen Personenkreis ausgerichtet. In Kell am See bietet seit Mai ein Seniorenzentrum 68 bedürftigen Menschen ein neues Zuhause. Bis Ende 2008 entsteht in Altenkirchen ein weiteres Seniorenzentrum mit 90 Plätzen. Beide Einrichtungen verfügen über spezielle Stationen mit Wohngemeinschaften für demenziell erkrankte Menschen.

 

Geschlossene Hilfebedarfskette

Das Rote Kreuz betreibt in Rheinland-Pfalz 24 ambulante Pflegedienste und 17 stationäre Pflegeeinrichtungen. Es bietet mit dem HausNotruf, dem 17.000 Menschen in Rheinland-Pfalz vertrauen, dem MenüService mit 7.000 Mahlzeiten im Jahr, dem Betreutem Wohnen in 10 Einrichtungen, und den 10 Kliniken unter dem Dach der DRK-Krankenhausgesellschaft eine geschlossene Hilfebedarfskette für alle Hilfen im Alter.