Lichtblick - Frauennotruf Puderbacher Land e. V. zieht Bilanz
Als sehr ambivalent bezeichnet die Vorsitzende des Frauennotrufs die Bilanz des Vereins auf der Mitgliederversammlung. „Unsere Beratungszahlen steigen stetig“, so Doris Eyl-Müller, „einerseits können wir uns darüber freuen, dass immer mehr Frauen unser Angebot nutzen, andererseits bedeutet dies aber auch, dass sich die Situation der Frauen nicht verbessert hat. Im letzten Jahr mussten 8 Frauen in ein Frauenhaus vermittelt werden. Dies ist eine traurige Zahl, zeugt es doch davon, dass häusliche Gewalt immer noch in vielen Familien zum Alltag gehört“. Auch in den über 40 Beratungen zu Trennung; Scheidung oder Eheproblemen war das Thema Gewalt immer wieder präsent.
Kontakt; dabei können die Probleme fast nie mit einem Gespräch gelöst werden. Auffallend ist auch, dass viele betroffene Frauen mehr als einen Anlauf brauchen, um sich zu melden. „Oft wird über Tage und Monate die Telefonnummer des Notrufes in der Tasche rumgetragen, bis endlich der Mut aufgebracht wird, sich zu melden oder bis endgültig das Maß voll ist. Der Anruf bedeutet für viele Frauen erstmals sich einzustehen, dass man alleine nicht mehr zurecht kommt oder dass tatsächlich nichts mehr zu reparieren ist. Sich dies einzugestehen heißt letztendlich die Notwendigkeit der Veränderung zu akzeptieren. Und dies macht vielen Betroffenen Angst“, so Barbara Beckmann, Mitarbeiterin des Vereins. Die Verantwortlichen des Vereins betonen, dass die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Beratungsinstitutionen, aber auch mit der Polizei oder der Agentur für Arbeit hervorragend funktioniere. Damit sei eine reibungslose Vermittlung oft möglich und den Frauen könne schnell geholfen werden. Ein neues Thema in der Beratung sei Gewalt in der Schule; erstmals ließen sich Jugendliche beraten, die Opfer von Mobbing oder einmaligen Übergriffen seitens männlicher Klassenkameraden wurden.
Neben der konkreten Einzelfallhilfe sieht der Verein einen Schwerpunkt darin, in Schulen und Kindergärten durch Veranstaltungen zur Gewaltprävention beizutragen.
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