Gezielte Sprachförderung auf dem Weg in die Schule
In insgesamt 79 Maßnahmen werden derzeit über 600 Kinder im Kindergartenalter in ihrer Sprachkompetenz gefördert und u.a damit für den Übergang in die Grundschule sprachlich fit gemacht. Dies teilte das Kreisjugendamt Neuwied mit. Die pädagogische Aufwertung des letzten Kindergartenjahres rückt im Rahmen des Landesprogramms "Zukunftschance Kinder - Bildung von Anfang an" das Thema der gezielten Sprachförderung immer weiter in den Blick. Um gezielte Sprachförderangebote zu machen - insbesondere an Kinder im letzten Kindergartenjahr und an Kinder nicht deutscher Herkunftssprache - hat das Land Rheinland-Pfalz für den Landkreis Neuwied für das Kindergartenjahr 2007/08 Mittel in Höhe von 209.708,00 EUR bewilligt. Die bewilligten Landesmittel dienen zur (Voll-)Finanzierung der Personalkosten von kreisweit insgesamt 79 einzelnen Maßnahmen.
51 Maßnahmen des Moduls "Basis-Sprachförderung" richten sich an Kinder, die in der deutschen Sprache Förderbedarf haben. Mit jeweils 2.000,00 EUR pro Maßnahme werden die Personalkosten für 100 Zeitstunden "Sprachförderung" voll finanziert. Die Sprachförderung erstreckt sich dabei über das gesamte letzte Kindergartenjahr. An jeder Maßnahme sollen mindestens fünf Kinder teilnehmen. Durch die Anzahl der kreisweit genehmigten Basis-Module ist damit eine gesonderte Förderung für rund 500 Kinder möglich.
Die 21 Maßnahmen des Moduls "Intensiv-Sprachförderung" wenden sich an Kinder, die in der deutschen Sprache einen besonders hohen Förderbedarf haben. Anders als bei der Basis-Förderung stehen hier für 200 Zeitstunden "Sprachförderung" 4.000,00 EUR vom Land als pauschalierter Personalkostenzuschuss zur Verfügung. Die Größe der Fördergruppen ist hier auf sechs Kinder begrenzt. Insgesamt können somit noch einmal weitere 126 Kinder gefördert werden.
Ausgehend von rund 1.000 Kindern, die im nächsten Jahr kreisweit eingeschult werden, besteht damit für mehr als die Hälfte aller einzuschulenden Kinder die Möglichkeit einer gezielten Sprachförderung.
Durchgeführt werden die einzelnen Maßnahmen in vielen Kindergärten kreisweit, und zwar von Fachkräften, die Kindern vor dem Übergang in die Grundschule Deutsch bzw. Deutsch als Zweitsprache "handlungsbegleitend und erlebnisbezogen" vermitteln können. Kreisweit umfasst der Personenkreis der Sprachförder-Kräfte nicht nur Erzieherinnen sondern auch Lehrer sowie Studierende mit entsprechendem Fächerbezug.
Bereits seit vielen Monaten haben sich die Kindergärten auf die Maßnahmen, die innerhalb der nächsten Wochen kreisweit anlaufen werden, vorbereitet. Dazu gehörte für die Kindergartenteams bzw. -träger neben der Einschätzung des Sprachförderbedarfs bei "ihren" Kindergartenkindern und der Antragstellung auf Bewilligung der Maßnahmen auch die gesamte personelle sowie inhaltliche Planung und Koordination der Maßnahmen einschließlich der organisatorischen Einbindung dieser Förderstunden in den "Kindergartenalltag". Dabei können viele Einrichtungen bereits auf einen Schatz an Erfahrungen aus dem ersten Jahr "Sprachförderung" (2006/07) zurückgreifen.
"Wir freuen uns ganz besonders, dass wir beim Land eine Förderung für alle beantragten Module erreichen konnten, obwohl damit das für den Landkreis Neuwied zur Verfügung gestellte Budget um fast 20.000,00 EUR aufgestockt werden musste", freut sich der zuständige Beigeordnete, Dr. Heinz-Jürgen Scheid.
Bevor es endgültig mit der "Sprachförderung" losgehen kann, steht aber zunächst noch eine wichtige Entscheidung aus. Für alle die Kinder, die im nächsten Jahr eingeschult werden, die aber bisher keinen Kindergarten besuchen, steht erst nach der zur Zeit stattfindenden Schuleinschreibung fest, ob auch sie einen Förderbedarf in der deutschen Sprache haben. Sofern ein solcher Bedarf festgestellt wird, soll den Kindern der Besuch des Kindergartens im letzten (beitragsfreien) Kindergartenjahr vor der Einschulung - mindestens aber die Teilnahme an der Sprachförderung dringend ermöglicht werden. Hier erwarten die Kindergärten für ihre Sprachfördermaßnahmen noch zusätzliche Kinder.
Die sieben Maßnahmen zur Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule beziehen sich auf ganz besondere Kooperationsprojekte zwischen Kindergarten und Grundschule, die den Kindern den Übergang aus dem gewohnten Umfeld des Kindergartens in die "neue" Welt der Schule erleichtern sollen.
Informationen sind bei den örtlichen Kindergärten und beim Kreisjugendamt Neuwied, Tel. 02631-803324 (Kerstin Schwanbeck, Kerstin Grüber) erhältlich.

