Drei Kreise in der Region Westerwald wollen auf weiteren Feldern zusammenarbeiten – Westerwaldkonferenz im Frühjahr 2008

 

Neuwied, Montabaur, Altenkirchen: Im Herbst diesen Jahres wird der neue Westerwaldsteig eröffnet und eine neue Dachmarke Tourismus für den Westerwald wurde ebenfalls kürzlich vorgestellt. Diesen positiven Sog möchten die drei Landräte aus Neuwied, Altenkirchen und dem Westerwaldkreis nutzen, um in der Region enger zusammenzurücken und die Kooperation über den Tourismus hinaus voranzubringen. Des Weiteren möchte man im Wettbewerb der Regionen das Profil der WW-Region nach außen weiter schärfen. Das ist das Ergebnis eines Gespräches von Landrat Rainer Kaul (Kreis Neuwied), zusammen mit den Kollegen Peter Paul Weinert (Westerwaldkreis) und Michael Lieber (Altenkirchen) im Kreishaus in Neuwied.

Foto von links: Sie trafen sich in Neuwied: Berno Neuhoff (Kreis- und Regionalmarketing Kreis Altenkirchen), Jörg Hohenadl (Mittelstandsförderungsgesellschaft Kreis Neuwied), Landrat Michael Lieber (Altenkirchen), Landrat Rainer Kaul (Neuwied), Landrat Peter Paul Weinert (Westerwald), Kreisbeigeordneter Dr. Hans-Jürgen Scheid (Kreis Neuwied) und Wolfgang Zirfas (Abteilungsleiter Umweltschutz, Lebensmittelsicherheit, Landwirtschaft und Veterinärwesen Westerwaldkreis)

 

Die Landräte diskutierten die Zukunft der Region Westerwald und die Frage, wie die Zusammenarbeit der drei Kreise über den Tourismus hinaus weiterentwickelt werden kann. Einig war man sich, dass man von positiven Beispielen aus anderen Regionen lernen kann, aber einen eigenen Weg finden will.

Beispiele in Rheinland-Pfalz gibt es genügend: Eifel, Rheinhessen und die Mosel, um nur einige zu nennen. Ein Team aus den drei Kreisen hatte sich bereits im Vorfeld in anderen Regionen umgesehen, aber auch Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium geführt. Auch gibt es seit längerer Zeit im Bereich der Land- und Forstwirtschaft eine Arbeitsgruppe, die Qualitätskriterien für land- und forstwirtschaftliche Produkte erarbeitet. In den drei Kreisverwaltungen hatte sich ein Team formiert, um das Treffen der Landräte vorzubereiten.

 

Landrat Rainer Kaul: „Wir brauchen das Rad nicht neu erfinden, sondern müssen bestehende Initiativen und Gruppen in einen solchen Prozess einbeziehen.“ Der Neuwieder Landrat stellte ferner nochmals ausdrücklich klar, dass Neuwied dabei „doppelgleisig“ fahren muss, einerseits den Rhein fest im Auge habe, aber andererseits in einer Regionalinitiative Westerwald mitarbeiten wolle.

Landrat Paul Weinert: „ Es ist wichtig, dass wir uns bei den ersten Schritten auf gemeinsame Bereiche konzentrieren, in denen die Region schon etwas vorzeigen kann. Dies sind der Tourismus und die Gastronomie. Hier arbeiten wir schon gut zusammenarbeiten. Als nächstes könnte ich mir eine Erweiterung z. B. auch auf Land- und Forstwirtschaft gut vorstellen.“

Landrat Michael Lieber (Altenkirchen): „Wir müssen unsere VG-Bürgermeister und andere von dieser Idee begeistern und in einem solchen Prozess mitnehmen. Für mich spielt neben den genannten Feldern Holz bzw. Energie aus dem Westerwald eine gewichtige Rolle. Auch die Vermarktung des Westerwaldes als gemeinsamer Kulturraum sollte in den Blickpunkt rücken.“

Intensiv diskutiert wurde die Frage, welche Rolle für kleine und mittlere Betreibe, aber auch „global player“ der Westerwald als Wirtschaftsraum spielt und wie hier konkrete Ansätze einer Zusammenarbeit aussehen könnten. Hier sahen die Landräte zunächst weiteren Informationsbedarf und baten die Vorbereitungsgruppe der drei Kreise diese Frage mit den Kammern zunächst weiter zu erörtern.

Die Vorbereitungsgruppe und die drei Wirtschaftsförderungsgesellschaften wollen sich dazu zunächst auf Arbeitsebene zusammen mit den Vertretern der IHK Koblenz,  Handwerkskammer Koblenz, der Handwerkerschaft Rhein-Westerwald, Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., der Westerwald-Touristik Service, dem Dienstleitungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel und der Landwirtschaftskammer RLP in kürze treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

 

Konkrete Ansätze im Westerwald ausbauen

 

Konkrete Ansätze für eine weitere Zusammenarbeit gibt es genug: So wurden in einem Arbeitskreis bereits Ansätze entwickelt, wie man Westerwälder Produkte unter einer Marke „Westerwälder Schätze“ besser vermarktet. Die drei Landräte waren sich einig, dass diese Initiativen unter einem Dach gebündelt und weiter vorangetrieben werden. Einig war man sich weiterhin in der Frage, dass dazu keine neue Stelle geschaffen werden soll, sondern innerhalb der Regionalagentur Westerwald und den drei Kreisverwaltungen bzw. den entsprechenden Wirtschaftsförderungsgesellschaften sich weiter vertiefende Gedanken über die Felder einer Zusammenarbeit in Sachen Region Westerwald gemacht werden soll.

 

Westerwaldkonferenz 2008

 

Als Ziel peilt man für 2008 eine Westerwaldkonferenz der drei Kreise an. Die weiteren Kreise des geographischen Westerwaldes sollen hierzu ebenfalls eingeladen werden.

Zu der Konferenz sollen gesellschaftliche relevante Gruppen und Initiativen, Unternehmen, Vertreter aus Industrie und Handwerk-, Forst- und Landwirtschaft und als schon funktionierender „Kernbereich“ der Tourismus in der Region Westerwald eingeladen werden. Bei dieser Konferenz sollen aber nicht nur Ideen eingebracht werden, sondern ganz konkret weiter Felder einer künftigen Zusammenarbeit erörtert und festgelegt werden. Die drei Landräte erteilten dazu der Vorbereitungsgruppe aus den drei Kreisen den Auftrag, diese Konferenz „vorzustrukturieren“.

Weiterhin halten es die drei Landräte für sinnvoll, dass die drei Kreise ein einheitliches Outfit im behördlichen Schriftverkehr haben. Hierfür sollen aber zunächst die Kosten geprüft und das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Im Vorfeld der Westerwaldkonferenz wollen sich die Landräte nochmals im Herbst mit dem Thema befassen.

Das Kernteam der Vorbereitungsgruppe der drei Kreise besteht aus Wolfgang Zirfas (Abteilungsleiter Umweltschutz, Lebensmittelsicherheit, Landwirtschaft und Veterinärwesen im Westerwaldkreis), Jörg Hohnadel (Mittelstandförderungsgesellschaft Kreis Neuwied) und Berno Neuhoff (Leiter Kreis- und Regionalentwicklung Kreis Altenkirchen).

 

Foto von links:

Sie trafen sich in Neuwied: Berno Neuhoff (Kreis- und Regionalmarketing Kreis Altenkirchen), Jörg Hohenadl (Mittelstandsförderungsgesellschaft Kreis Neuwied), Landrat Michael Lieber (Altenkirchen), Landrat Rainer Kaul (Neuwied), Landrat Peter Paul Weinert (Westerwald), Kreisbeigeordneter Dr. Hans-Jürgen Scheid (Kreis Neuwied) und  Wolfgang Zirfas (Abteilungsleiter Umweltschutz, Lebensmittelsicherheit, Landwirtschaft und Veterinärwesen Westerwaldkreis)