Die Rebellion der Seele – psychosomatische Erkrankungen

 

Am Mittwoch, 07.11.07 um 18.00 Uhr findet in der Volkshochschule Neuwied in der Reihe „IRRwege verstehen“ ein Abend statt, der sich mit psychosomatischen Krankheiten auseinandersetzt. Viele Menschen kennen die Situation: Sie gehen zum Arzt, nehmen wir an wegen Rückenschmerzen, die sie schon lange quälen. Sie bekommen eine Spritze zur Muskelentspannung und gegen die Schmerzen. Aber es wird und wird nicht besser. Liegt es daran, dass ich immer schwer zu tragen habe, oder womöglich weil ich derzeit sehr unter Stress leide?

Plakat

 

Eine alte Volksweisheit sagt, dass die Seele durch den Körper spricht. Wer nicht auf sie hört, bekommt Sodbrennen, einen Kloß im Hals, Rückenschmerzen oder knirscht mit den Zähnen. Weitere Ausdrucksformen der Seele, wenn sie auf sich aufmerksam machen will, sind Kopfschmerzen, hoher Blutdruck, ständiger Harndrang, Schwindelgefühl oder Tinnitus.

 

Zwischen Körper und Seele herrscht ein Wechselspiel, dieses bezeichnet man als „Psychosomatik“, bestehend aus den griechischen Wörtern „Psyche“ für Seele und „Soma“ für Körper. Psychosomatische Störungen sind ein wichtiges Alarmsignal des Körpers. Es signalisiert, dass das körperliche Wohlbefinden aus dem Gleichgewicht geraten ist. In der Medizin wurden sehr lange nur die körperlichen Faktoren berücksichtigt. Oft dauert es sehr lange bis somatoforme Störungen als solche erkannt werden. Hilfesuchende fühlen sich oft unverstanden, als Simulanten abgestempelt und wandern von einem  Arzt zu nächsten.

Studien zeigen, dass manche Patienten über 100 ärztliche Kontakte hinter sich haben, ehe sie psychotherapeutisch behandelt werden. Eine Ursache ist, dass die Patienten selbst die psychische Komponente ihrer Beschwerden nicht akzeptieren, weil die Art ihrer Beschwerden häufig allein auf körperliche Fehlfunktionen hinzuweisen scheint. Psychosomatische Erkrankungen sind keine eingebildeten Krankheiten, dies greift der Gesprächsabend mit dem Titel „Die Rebellion der Seele - psychosomatische Erkrankungen“ auf. Angesprochen sind Betroffene, Angehörige und Interessierte. Die Veranstaltung wird in Kooperation von VHS Neuwied, Förderverein gemeindenahe Psychiatrie e.V. und Psychiatriekoordinationsstelle der Kreisverwaltung Neuwied durchgeführt. Als Gesprächspartnerinnen konnten Christa Segreff, Westerwaldklinik, Barbara Schickentanz, Kliniken zu Wied und Dr. med. Anette Kreuzer aus Mendig gewonnen werden. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Der Abend wird moderiert von Henriette Meinhardt-Bocklet, päd. Leiterin der VHS Neuwied.

 

Weitere Informationen bei der Kreisverwaltung: Tel.: 02631 / 803 732 (Dr. Ulrich Kettler) oder der Volkshochschule Neuwied: Tel.: 02631 / 39 89 - 20.