Heckrinder weiden im Engerser Feld

 

Vor den Toren Neuwieds liegt das Engerser Feld. Dieses Gebiet, welches gleichzeitig auch Wasserschutz- und Naherholungsgebiet ist, bietet Lebensraum für beispielsweise über 200 Vogelarten und ist deshalb als Vogelschutzgebiet ausgewiesen worden. Zur Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Verhältnisse aber auch zum Schutze des Grundwassers ist die Fläche seit kurzem eingezäunt und wird von Heckrindern beweidet. Heckrinder sind von den Brüdern Heck kurz vor dem Krieg durch Kreuzungen alter Haustierrassen begonnene Rückzüchtungen des bei uns seit dem 17. Jahrhundert ausgestorbenen Auerochsen oder Ur. Sie sind nicht domestiziert, also noch halbwild, sehr genügsam, brauchen keinen Unterstand und stehen das ganze Jahr auf der Fläche.


 

Die Stadtverwaltung Neuwied hat die Trägerschaft über die Beweidung. Die Gesamtkosten liegen bei ca. 157.000 €, 41.000 € trägt die Stadt, 25.000 € hat die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz zugegeben und vom Mainzer Umweltministerium sind knapp 91.000 € an Naturschutzmitteln geflossen. So werden beispielsweise auch Flächen extensiv beweidet, die als Ausgleichsflächen für Bebauungspläne festgesetzt sind. Herr über die Herde und verantwortlich ist Thomas Kurz aus Heddesdorf.

 

Vor kurzem konnten die ersten 5 Rinder aus Cottbus ihre neue Heimat beziehen, jetzt konnte Thomas Kurz im Beisein von Martin Jacobi, Stadtverwaltung und

 

Reiner Schulz, Kreisverwaltung, Untere Naturschutzbehörde, weitere 3 Heckrinder in Empfang nehmen; die Herde besteht nun aus 8 Tieren. Die Neuzugänge kamen aus Mecklenburg-Vorpommern und waren über zehn Stunden unterwegs; sie mussten hierfür leicht betäubt werden. Aus diesem Grunde verstecken sie sich auch noch. Wenn sie sich in ihrer neuen Umgebung jedoch eingewöhnt und ihr neues Revier erkundet haben, wird man sie auch bald öfter auf den Freiflächen beobachten können. Vorgesehen ist auch noch der Bau von zwei Beobachtungstürmen.

 

Reiner Schulz weist jedoch eindringlich darauf hin, dass es sich nach wie vor um halbwilde Tiere handelt, die ihr Revier bei Störungen von außen verteidigen und auch nicht gefüttert werden sollen.

Infos unter Tel: 02631-803237.