Rettungskräfte erproben den Ernstfall am ICE 3 im Günterscheid-Tunnel - Großübung an der ICE-Strecke im Landkreis Neuwied
Über 450 Kräfte von Feuerwehren, Polizei, Bundespolizei, Rettungsdienst, allen Katastrophenschutz-einheiten (Gruppen Ltd. Notärzte, Organisatorische Leiter, Schnelleinsatzgruppen, Notfallseelsorger) , THW, DRK, MHD, JUH, DLRG und Bundeswehr werden in der Nacht vom 4. auf den 5. April gemeinsam im Einsatz sein.
An der ICE-Strecke ist nach den Richtlinien des Eisenbahn-Bundesamtes alle 3 Jahre eine Tunnelübung durchzuführen. In Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG wird diese Übung von den Landkreisen Neuwied und Westerwald gemeinsam mit jeweils wechselnder Lage des Übungsobjektes durchgeführt. 2002 wurde die ICE-Strecke eröffnet und im Landkreis Neuwied eine Großübung abgehalten. 2005 richtete der Westerwaldkreis die Übung aus und 2008 findet nun die Übung wieder im Landkreis Neuwied statt.
In der bevorstehenden Übung wird angenommen, dass ein ICE 3 mit ca. 300 Fahrgastteilnehmern im Günterscheid-Tunnel aus unbekannten Gründen entgleist und dort zum Stehen kommt. Ca. 270 Personen können mit Hilfe der Zugbegleiter im Rahmen der Selbstrettung den Zug verlassen und sich selbst zu den Tunnelportalen bzw. über den Notausstieg retten. 30 leicht-, schwer- bis schwerstverletzte Personen müssen aus dem Zug gerettet werden, die Mehrzahl von ihnen liegend.
Einem solchen Szenario könnten die Rettungskräfte des Landkreises Neuwied allein nicht wirkungsvoll begegnen. In diese Übung werden deshalb nicht nur die Rettungskräfte des Landkreises Neuwied, sondern auch Feuerwehr- und Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises Altenkirchen, des Westerwaldkreises und erstmals auch des Rhein-Sieg-Kreises mit eingebunden. Bei einer solch kreisübergreifende Notfallübung lassen sich Erkenntnisse gewinnen, ob die in der Vergangenheit erstellten und regelmäßig aktuell an Veränderungen angepassten Alarm- und Einsatzpläne (hier insbesondere Alarm- und Einsatzplan Eisenbahn ICE und Alarm- und Einsatzplan Gesundheit) auch wirklich den heutigen Anforderungen entsprechen. Von großer Bedeutung ist zudem auch die Zusammenarbeit von Rettungskräften, die im täglichen Leben nicht oder eher selten in einer solchen Größenordnung zu einem gemeinsamen Schadensereignis gerufen werden.
Die Übung ist zwar nicht geheim, sie wird aber weitgehend unter realistischen Bedingungen durchgeführt. Deshalb weist die Übungsleitung bei der Kreisverwaltung Neuwied darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Übung in der Nacht vom 4. zum 5. April im Bereich Windhagen / Neustadt mit hohem Aufkommen an Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen aller Art mit Blaulicht und Sondersignal gerechnet werden muss.

