Bauarbeiten für die Renaturierung der Wied bei Neustadt-Kodden abgeschlossen
Das Ziel der Maßnahme war, dass die Wied auf einer Länge von knapp 1 km in Zukunft wieder freier fließen soll. In den späten 1970er Jahren war das Ufer auf der Koddener Wiedseite mit Basaltsteinen befestigt worden; die Wiesen konnten so bis an die Ufer genutzt werden. Das gegenüberliegende Ufer war bereits vorher befestigt um die nahe der Wied verlaufende L 255 zu schützen. Die Wied war damit in ein gleichförmiges Korsett geschnürt, das der heimischen Pflanzen- und Tierwelt nicht den vielfältigen Lebensraum bietet, wie ein naturnahes Flussbett das kann.
Begonnen hatten die Arbeiten der Renaturierung bereits im November 2007 und sollten innerhalb von 3 Wochen abgeschlossen werden. Seit Beginn der Arbeiten sind die Wiesen an der Wied aber nie so weit getrocknet oder gefroren, dass Erdreich und Steine hätten vom Baufeld abgefahren werden können. Auch die Baggerarbeiten an der Wied mussten mehrmals wegen hoher Wasserstände unterbrochen werden.
Jetzt sind die Uferbefestigungen aufgerissen und die Ufer stellenweise abgeflacht worden. Die Steine sind teilweise vor Ort mitten im Wiedbett wieder eingebaut worden, wo sie als Störelemente eine weniger geradlinige Strömung anregen sollen. Ein anderer Teil der Steine wird mit dem gleichen Ziel in der Ortslage Neustadt wieder eingebaut. Bereits unmittelbar nach den Bauarbeiten hat sich das gleichförmige Bild der Wied verändert, obwohl der Fluss selbst die Hauptarbeit in den folgenden Jahren noch machen soll; die Dynamik der Hochwasser wird an dem jetzt unbefestigten Ufer Angriffspunkte finden. Das Abfahren von Erdreich und Steinen hat wegen der ständig ungünstigen Wetterlage zu Schäden geführt: Die Wiesen an der Wied mussten neu planiert, geeggt und eingesät werden, nachdem die Baufahrzeuge abgerückt waren. Die verschmutzten Straßen in Kodden wurden gereinigt, ein Feldweg wird noch instandgesetzt. Unmittelbar am Ufer der Wied soll sich in Zukunft ein Gehölzstreifen entwickeln können; zum Abschluss der Bauarbeiten gepflanzte Erlengruppen zeigen den Landwirten bereits an, wo die Grenze für die Bewirtschaftung liegt.
Finanziert wurden die Bauarbeiten zu 90% durch das Land Rheinland-Pfalz. Das Land hatte den Fördersatz der „Aktion Blau“, die in naturnahe Gewässer investiert, im Jahr 2006 noch einmal auf diesen Prozentsatz erhöht. Die kommunalen Maßnahmenträger sollen damit bei ihren Bemühungen um die naturnahe Entwicklung der Gewässer stärker unterstützt werden –auch mit Blick auf die EU-Wasserrahmenrichtinie, die einen guten ökologischen Zustand der Gewässer fordert. Die Kreisverwaltung Neuwied als Bauherr muss in Kodden keine eigenen Mittel ausgeben; die verbleibenden 10% der Kosten werden aus dem Topf der Ausgleichszahlungen für die ICE Neubaustrecke Köln-Rhein/Main finanziert.


