Zwänge und Zwangserkrankungen: Informationsabend in Neuwied

 

Am Montag, 09. Juni 2008 um 19.00 Uhr findet in der Katholischen Familienbildungsstätte Neuwied ein Informationsabend zum Thema „Zwangserkrankungen“ statt. Es gibt viele Arten von Zwängen, weiß Helmut Dielentheis, Ansprechpartner der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen in Rheinland-Pfalz und Leiter einer Selbsthilfegruppe in Koblenz. Zigmal am Tag die Hände waschen, immer die gleichen Putzrituale, zwanghaftes Kontrollieren, Sortieren und Sammeln - für Menschen mit Zwangssymptomen ist das der Alltag. Die Betroffenen wissen im Grunde, es ist eigentlich Unsinn. Doch die Gedanken lassen ihnen keine Ruhe, alles in ihrem Umfeld kann zur Gefahr und damit angstauslösend werden.

Bild: Es gibt viele Formen von Zwängen, beispielsweise Waschzwänge

 

Da ist der Gedanke, etwas übersehen zu haben: Habe ich auch die Haustür richtig verschlossen? Ist die Kaffeemaschine ausgeschaltet? Hab ich mich vielleicht irgendwo mit Bakterien infiziert? War ich beim Autofahren aufmerksam genug oder hab ich vielleicht etwas übersehen?

 

All diese Fragen lösen Ängste und Panik bei den Betroffenen aus. Um diese Gefühle abzustellen, beginnen sie diverse Kontrollen u. Rituale auszuüben. Übertriebenes Nachkontrollieren, dauerndes Nachfragen, ständiges Händewaschen, Duschrituale; damit beginnt oft ein quälender Leidensweg für die Betroffenen, der das Alltagsleben massiv einschränken kann. Die Betroffenen versuchen diese Symptome zunächst geheim zu halten, manchmal Jahre lang, bis der Druck nicht mehr auszuhalten ist. Erst dann suchen sie professionelle Hilfe.

 

Doch wo ist die Grenze zwischen übertriebenem Ordnungs-, Kontroll-, und Reinlichkeitssinn und einer Zwangssymptomatik? Der Informationsabend will über die Probleme bei Zwangserkrankungen sowie über Hilfen und Hilfsangebote informieren. Die Veranstaltung wird in Kooperation von Helmut Dielentheis, Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen in Rheinland-Pfalz, Psychiatriekoordinator der Kreisverwaltung Dr. Ulrich Kettler und Petra Grabis von der Neuwieder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (Nekis) durchgeführt.

 

Die Teilnahme ist kostenfrei und findet in der Kath. Familienbildungsstätte, Wilhelm-Leuschner-Str. 5 in 54564 Neuwied statt. Infos: Nekis: Tel. 02631 / 803 797, Dielentheis (ab 18.00 Uhr) Tel. 02622 / 158 75 oder die Psychiatriekoordinationsstelle, Tel. 02631 / 803 -732 und -722.