Landkreis Neuwied kann jetzt mit dem Zertifikat „Familienfreundlichkeit“ als Standortvorteil punkten -
Mehr als 600 Unternehmen und Institutionen tragen bereits das Markenzeichen der Familienfreundlichkeit
Neuwied/Berlin. Immer mehr Arbeitgeber in Deutschland setzen auf eine familienbewusste Personalpolitik. So nutzen bereits mehr als 600 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen das audit berufundfamilie der berufundfamilie gGmbH – eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – als strategisches Managementinstrument zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben sich 231 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen auditieren lassen, darunter sind auch 63 Re-Auditierungen. Dafür erhielten sie jetzt in Berlin die Zertifikate. Landrat Rainer Kaul nahm gemeinsam mit der Personalratsvorsitzenden Eva Pfeiffer (Mitte) und der zuständigen Mitarbeiterin Constanze Cress (links) im Berliner Congress Center das Zertifikat für die Kreisverwaltung zum Audit „berufundfamilie" von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, und dem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Jochen Homann, entgegen. Mit dem Audit werden alle Branchen und Betriebsgrößen erreicht. Darunter befinden sich über ganz Deutschland verteilt kleine Handwerksbetriebe genauso wie weltweit agierende große Industriekonzerne.
In den vergangenen Monaten hatte die Kreisverwaltung Neuwied am Auditierungsverfahren „berufundfamilie" teilgenommen und ihre Personalpolitik aus dem Blickwinkel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf den Prüfstand gestellt. Gemeinsam mit einem selbstständigen Auditor wurden dabei die bereits bestehenden Maßnahmen erfasst und anhand eines vorgegebenen Kriterienkatalogs die Entwicklungsmöglichkeiten der Kreisverwaltung im Hinblick auf ein familienbewusstes Arbeitsumfeld ermittelt und weiterführende Ziele verbindlich vereinbart. Daraufhin wurde der Kreisverwaltung das Zertifikat erteilt. „Darauf können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung stolz sein", so Landrat Kaul.
„Familienfreundlichkeit ist für uns alle ein wichtiges Thema. Wir nutzen zugunsten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch zugunsten des Dienstleistungsunternehmens Kreisverwaltung die Vorteile, die uns eine familienfreundliche Personalpolitik eröffnet. Dass die Kreisverwaltung Neuwied diese Auszeichnung bekommt, bedeutet nicht nur die Weiterführung einer familienbewussten Personalpolitik im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch eine Stärkung des Images des Landkreises als familienfreundlicher Region", resümierte der Kreischef. Kaul sieht den Landkreis in einer Vorbildfunktion und setzt auf viele Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen, die dem Beispiel folgen:
: „Der Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte wird immer stärker. Erfahrungen von innovativen Unternehmen zeigen, dass familienfreundliche Angebote einen zunehmend wichtigen Stellenwert haben“, so der Landrat weiter. Der Standortvorteil „Gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sei bei der Rekrutierung von qualifizierten Fachkräften oft ausschlaggebend dafür, ob ein neuer Mitarbeiter kommt oder nicht. Das dies so sei, liege nicht nur an der rückläufigen Bevölkerungszahl im arbeitsfähigen Alter, sondern habe auch sehr konkret mit betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen zu tun. Familienfreundliche Personalpolitik nütze nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch den Arbeitgebern - unabhängig von der Größe des Betriebes; hiervon profitieren alle.“
Der unabhängigen Auditierung liegt genau diese These zu Grunde, nämlich, dass von der Familienfreundlichkeit eines Betriebes sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen profitieren, da
* die Motivation und Arbeitszufriedenheit und die Leistungsergebnisse steigen,
* der Stress für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen sinkt
* die Fluktuation und Krankenstände vermindert werden und
* die Personalrekrutierung verbessert wird.
Schon heute wissen wir, dass die Arbeitsqualität steigt, wenn die Erwerbsarbeit mit den Anforderungen anderer Lebensbereiche im Einklang ist. Fachleute stellen Einsparpotenzial fest, und sagen, dass die Kosten von familienfreundlichen Maßnahmen (Beratungsleistung, flexible Arbeitszeiten, Telearbeit, Kinderbetreuung, Hilfe bei Pflegesituationen von Angehörigen) in Relation zu den Kosten, die durch Fluktuationsraten, Verweildauer in Elternzeit und Fehlzeiten verursacht werden, niedriger liegen. Je mehr Handlungsspielräume den Beschäftigten zur Verfügung stehen und je besser das Angebot dem Bedarf, Beruf und Familie zu vereinbaren, entspricht, desto positiver bewerten sie einen Betrieb. Folglich profitieren beide Seiten davon.
Dass der Landkreis Neuwied auf dem richtigen Weg ist, beweisen nicht nur die vielen attraktiven Unternehmen im Kreisgebiet sondern auch die nach wie vor ungebrochene Nachfrage von Gewerbeflächen durch ansiedlungswillige neue Firmen. Auch die Rahmenbedingungen wie wohnortnahe Angebote für Kindertagesstätten oder Schulen stimmen ebenso wie das Freizeit- und Kulturangebot. Auf diesem Weg ist der Landkreis jetzt mit seiner Initiative „familienfreundlicher Landkreis“ wieder ein gutes Stück weitergekommen.


