Familienorientierte Personalpolitik

 

Landrat Rainer Kaul begrüßte stellvertretend für die Mitveranstalter die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer, Unternehmen der Region, die sich bei einer Tagung über den betriebswirtschaftlichen Nutzen einer familienorientierten Personalpolitik im Roentgen-Museum Neuwied informierten. Prof. Dr. Dr. Helmut Schneider, vom Forschungszentrum für Familienbewusste Personalpolitik der Universität Münster belegte mit Zahlen, dass sich die Investitionen für Unternehmen auch betriebswirtschaftlich rechnen. So bewerben sich auf Ausschreibungen von Firmen, die sich für eine familienbewusste Personalpolitik entscheiden, deutlich mehr Fachkräfte, die Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen steigt und die Krankenstände sinken. Außerdem wird eher eine kürzere Elternzeit in Anspruch genommen, wenn sich Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren lassen.


 

„Wertschätzendes Wissen um Lebensumstände und -verläufe führten zu einer optimalen Nutzung des vorhandenen know how. Eine Unternehmens- und Personalpolitik, die  die wirtschaftlichen Ziele eines Unternehmens und die Mitarbeiterförderung gleichermaßen im Visier hat, wird die Attraktivität eines Unternehmens deutlich steigern“, erklärte Sozialministerin Malu Dreyer. Unternehmenskultur und Führungsprinzipien bildeten das Fundament, um Leistungsträgerinnen und Leistungsträger dauerhaft an ein Unternehmen zu binden. „Zukunftsorientierte Unternehmen sind im Wettbewerb mit anderen stärker, denn sie wissen die Qualifikation und Fähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter besser einzusetzen“, stelle Ministerin Dreyer fest.

 

Einig waren sich Wissenschaft, Politik und die Vertreterinnen und Vertreter der Firmen darin, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräftebedarfs künftig ein zentrales Handlungsfeld von Unternehmensstrategien sein müsse und die Wettbewerbsfähigkeit eines wirtschaftlichen Standorts entscheidend mitbestimme.

Deshalb seien Regionalkonferenzen ein gutes Forum für Unternehmen, voneinander zu lernen, wie man das Thema Familie und Beruf ganz praktisch miteinander vereinbaren könne.

 

Dabei dürfe das Thema Pflege nicht außer Acht gelassen werden. „Wir brauchen Verbündete, wir brauchen Kooperationspartnerinnen und -partner, wir brauchen Netzwerke zur Unterstützung von Familien, wir brauchen die Unternehmen und die Kammern der Wirtschaft, um unsere Arbeitswelt familienfreundlicher zu gestalten. Wenn wir möchten, dass Familie eine Zukunft hat, sind wir alle aufgefordert, etwas dafür zu tun“, fasste Ministerin Dreyer den gesellschaftspolitischen Anspruch und das Ziel der Regionalkonferenz zusammen. Unterstützt wurde sie dabei von Tim Ohnemüller, Sprecher der Wirtschaftsjunioren Neuwied: „Die Parallelität von Kindererziehung oder Pflege und Berufstätigkeit muss von der Ausnahme zum Normalfall werden. Damit dieses Umdenken gelingt, wollen gerade wir als junge Unternehmer und Führungskräfte Vorbilder sein“.