Madonna tritt Heimreise an - Statue aus dem 13. Jahrhundert kommt wieder nach Heister
Meistens werden Kunstgegenstände ins Museum gebracht, um dort ausgestellt zu werden. Dies ist wohl dann der übliche Vorgang. Eine Madonnenfigur geht nun den umgekehrten Weg. Sie wurde jetzt von Landrat Rainer Kaul und Museumsleiter Bernd Willscheid vom Neuwieder Roentgen-Museum per Leihvertrag an den St. Sebastianus-Bürgerverein Heister übergeben. „Es freut uns, dass die Madonna wieder an ihren ursprünglichen Ort zurückkehrt und dort einen würdigen Platz findet“, so Landrat Rainer Kaul bei der Übergabe.
(v.l.n.r.): Museumsleiter Bernd Willscheid, Landrat Rainer Kaul, Barbara Kretschmer, Hans-Willi Euskirchen und der Unkeler Stadtbürgermeister Gerhard Hausen freuen sich, dass die Madonnenstatue wieder an ihren alten Platz nach Heister kommt.
Am 10. August wird die Madonna im Rahmen des Heisterer Parkfestes in der St. Sebastianus Kapelle aufgestellt. Barbara Kretschmer aus Unkel ergriff vor einiger Zeit die Initiative und setzte sich dafür ein, dass die Figur wieder nach Heister kommt. Zwischen dem Roentgen-Museum Neuwied, vertreten durch Landrat Rainer Kaul und Museumsleiter Bernd Willscheid als Verleiher und dem St. Sebastianus-Bürgerverein Heister e. V., vertreten durch den 1. Vorsitzenden Hans-Willi Euskirchen als Entleiher wurde nun ein Leihvertrag für eine unbestimmte Dauer abgeschlossen.
Die genaue Herkunft der Madonna ist unbekannt. Im Inventarbuch des Roentgen-Museums Neuwied (Kreismuseum) ist unter der Inv.-Nr. 284 „Madonna von Heister um 1230“ eingetragen. Wo die Madonna in Heister genau gestanden hat und wie sie ins Museum gekommen ist, ist nicht dokumentiert. Sie zählt zu den Erstbeständen des Museums und wurde wohl damals von Heister nach Neuwied gegeben, um dort im Museum in einem Raum mit religiöser Kunst ausgestellt zu werden. Da keine näheren Angaben vorhanden sind, ist die Madonna Eigentum des Museums bzw. des Landkreises Neuwied.
Die Madonna mit Kind war in den ersten Jahrzehnten seit Eröffnung des damaligen Kreismuseums in einem Raum mit religiöser Kunst im 2. Obergeschoss ausgestellt. Dieser Raum wurde in den 70er Jahren aufgelöst. Seitdem stand sie bis Ende der 90er Jahre im Festsaal des Museums und konnte dort besichtigt werden. Da sie nicht in das momentane Konzept des Roentgen-Museums passt, entschloss man sich, die Madonna nach Unkel zu geben.
Bei dieser thronenden Muttergottes mit Kind handelt es sich offenbar um eine rheinische Skulptur, die nach Expertenmeinung eher ins Ende des 13. Jahrhunderts bzw. in den Anfang des 14. Jahrhunderts einzuordnen ist. In majestätischer Haltung ist sie sitzend dargestellt. Maria trägt ein Kleid mit Kopftuch. Auffallend ist der reiche Faltenwurf der Kleidung. Das Gesicht ist flächig mit spitzförmiger Nase wiedergegeben. Das Gesicht des Kindes weist restaurierte Schäden auf. Geringe Farbreste deuten auf eine ehemals farbige Fassung hin.


