Runder Tisch Gegen Gewalt Rhein-Westerwald

 

Die Situation von Frauen mit Migrationshintergrund stand im Mittelpunkt des letzten Runden Tisches Rhein-Westerwald gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Im ersten Teil präsentierte Ann-Kristin Kowarsch von der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V., aus Kasbach-Ohlenberg eine europaweite Studie, die sich mit den psychischen Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen aufgrund von Kriegserlebnissen und ethnischer Verfolgung von Kurdinnen auf den Migrationsprozess befasst. In der Studie wird deutlich, dass der Verlust des sozialen Umfeldes infolge der Vertreibung aus der Heimat und die Migration sowie die Ungewissheit hinsichtlich der Zukunft, verursacht durch das Ausländerrecht der jeweiligen Staaten, große Belastungsfaktoren für die Frauen darstellen.  Ausgehend von diesen Erkenntnissen erarbeitet die Begegnungsstätte derzeit spezielles Hilfs- und Beratungsangebote, um die Situation  für Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen aus dem Mittleren Osten in der Bundesrepublik zu verbessern. In einem Netzwerk von sprachlich und fachlich qualifizierten kurdischen Frauen sowie erfahrenen Institutionen und Fachkräften wird ein passendes Unterstützungsangebot für die in der Studie erhobenen Bedürfnisse betroffenen Frauen entwickelt.


 

Nicht minder schwierig gestaltet sich die Situation der Frauen, die von SOLWODI e.V. betreut werden. In über 10 Beratungsstellen und Schutzhäusern finden hier Opfer des modernen Menschenhandels, meist Zwangsverheiratete und Zwangsprostituierte Hilfe. Schwester Dagmar Blum verwies auf die Ausweitung einer immensen Grauzone als Folgeprobleme der EU-Osterweiterung und Legalisierung der Prostitution.  Die Globalisierung der organisierten Kriminalität mache eine geänderte globalisierte Vorgehensweise der Polizei und auch der Hilfeorganisationen notwendig.

 

Beide Frauenorganisationen arbeiten an den jeweiligen Runden Tischen gegen häusliche Gewalt mit, um mit ihren Erfahrungen das Netzwerk der am Hilfeprozess beteiligten Organisationen, Vereine und Verbände zu verbessern. Über 20% der in den Erstberatungsstellen betreuten Frauen haben einen Migrationshintergund. Insgesamt wurden in den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und Westerwald bis Ende Mai des Jahres 160 Frauen beraten, die überwiegend nach einem Polizeieinsatz durch die Beratungsstellen angesprochen wurden. Hinzu kommen nochmals über ebenso viele minderjährige Kinder, die in den Familien leben und nicht selten Zeugen der gewalttätigen Auseinandersetzung werden.

 

An den Runden Tischen im Rahmen des Rheinland-Pfälzischen Interventionsprojektes gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen arbeiten Jugendämter, Polizei, Frauenhäuser, Notrufe, Kinderschutzorganisationen, Staatsanwaltschaft, Gleichstellungsbeauftragte sowie der Weiße Ring und Beratungsstellen zusammen, um die Hilfe für Opfer und die Gewaltprävention zu verbessern.

Informationen zum Runden Tisch erhalten Sie bei:

Doris Eyl-Müller, Tel.: 0 26 31 – 803 410

E-Mail: doris.eylmueller@kreis-neuwied.de