Austellung "Bilder gegen das Schweigen"
Warme Farben, weiche Formen und dennoch erzeugen sie Gänsehaut: die Bilder von Helga Bode, die z. Z. in der Kreisverwaltung in der Ausstellung „Bilder gegen das Schweigen“ zu sehen sind. Die Ausstellung stellt eine künstlerische Aufarbeitung der Traumatisierung durch sexualisierte Gewalt dar und ist noch bis zum 12. Dezember in der Kreisverwaltung während der Öffnungszeiten der Verwaltung zu sehen. Die Ausstellung ist der letzte Baustein der diesjährigen Aktionen gegen Gewalt gegen Frauen, die mit einem Infostand in der Innenstadt von Neuwied begannen, mit einer Fachtagung fortgeführt und mit der Ausstellung beendet werden. Die Aktionswochen werden von dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen finanziell unterstützt.
Zur Begrüßung während der Vernissage bedankte sich Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Neuwied für das Engagement des Netzwerkes gegen Gewalt, die hier organisierten Frauenvereine, Beratungsstellen und Organisationen hätten dazu beigetragen, dass mittlerweile eine Interventionsstelle die Arbeit in Neuwied aufnehmen konnte und eine Täterarbeitseinrichtung in Koblenz für die Beratungsarbeit zur Verfügung steht.
Doris Twesten, Vorsitzende des Vereins TROTZDEM – Verein gegen sexuellen Missbrauch an Frauen, Mädchen und Jungen führte in das Thema und die Ausstellung ein. Sie unterstrich, dass es bisher zwar ein langer, aber auch erfolgreicher Weg gewesen sei, das Thema der sexuellen Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Jungen aus dem Tabu heraus in das öffentliche Bewusstsein zu bringen und damit Ausstellungen wie diese möglich zu machen.
Zum Schluss trug Helga Bode einen Text aus ihrem Buch „Jeder Mensch trägt einen unantastbaren Kern in sich“ vor, der die Reaktion der Umwelt auf die Probleme Betroffener sehr genau beschreibt: „... Vergiss die Vergangenheit doch endlich. Wie kann ich die Vergangenheit vergessen, wenn sie ihren Schatten auf die Zukunft wirft und ich aufpassen muss, dass ich nicht in ihrem Schatten stehen bleibe. Warum musst du immer noch darüber reden? Wenn ich schweige, verrate ich mich selbst und die, die so sind wie ich. Wenn ich schweige, lasse ich vielleicht ein Opfer allein“.
Die Sängerin Yesim Incedursun, von der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA mit ihrer Begleitung Mehmet Emin Alici umrahmten die Ausstellungseröffnung musikalisch. Während der Ausstellung ist in der Kreisverwaltung ein Infotisch zum Thema aufgebaut.
Das Buch „Jeder Mensch trägt einen unantastbaren Kern in sich“ von Helga Bode ist im Verlagshaus Mainz GmbH Aachen erschienen.
Bild:
(v. links) Die Künstlerin Helga Bode mit Doris Twesten, Doris Eyl-Müller, Yesim Incedursun und Mehmet Emin Alici


