Regierungsdirektorin Ingrid Babin von der Kreisverwaltung konnte neben dem Leiter des Kinder- und Jugendbüros, Jürgen Gügel über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit sowie Schüler und Schülerinnen einer Erzieherfachschule uf der Fachtagung Jugend und Sexualität heute begrüßen. Der Mädchenarbeitskreis Neuwied, indem die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt und des Landkreises, die Kreisjugendpflege, das Kinder- und Jugendbüro der Stadt sowie die Jugendpflege der VG Asbach zusammenarbeiten hatte als Referentin die renommierte Wissenschaftlerin Dr. Anita Heiliger gewinnen können. Die Hauptthese der Referentin Dr. Anita Heiliger, die seit vielen Jahren zum Thema Jugend forscht lautete provokant: „Jugendsexualität findet heute zwischen Bilderflut, Leistungsdruck und Wissenslag“ statt.
Sexualität würde heute so dargestellt als sei alles erlaubt, alles möglich und es gäbe keine Probleme. Qualitative wissenschaftliche Untersuchungen hingegen zeigen, dass Jugendliche durchaus Informationsdefizite haben, emotional häufig überfordert sind und keinesfalls problemlos mit der (eigenen) Sexualität umgehen können. So würden in Biologie überwiegend Fortpflanzung und Gesundheitsprävention behandelt, in Sozialkunde dann Liebe und Partnerschaft und den Jugendlichen und Medien das Themenfeld der Sexualpraktiken überlassen. Eine stark pornographisierte Darstellung in Filmen, Aufrufe zu sexualisierter Gewalt in Rap Songs und eine menschen- und meist frauenverachtende Umgangssprache prägen dann, die Vorstellung von dem was Jugendliche unter Sexualität verstehen. Damit sei, so die Referentin, Sexualität nach wie vor in der Schmuddelecke des Triebhaften und werde nicht als ein sozialverantwortlicher Prozess definiert.
In dem anschließenden sog. World-Cafe, dass von der pädagogischen Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendbüros der Stadt, Tanja Bencheikh geleitet wurde und Praxisberichten von Anja Bogdanski, Schulsozialarbeiterin und Christina Schönau von der ProFamilia Koblenz konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung Anregungen und Ideen für die Praxis mit den Jugendlichen sammeln um das Thema in ihrer täglichen Arbeit aufzugreifen, damit es gelingt, dass Jugendliche mit gegenseitigem Respekt und Achtung sich begegnen, Grenzen akzeptieren und gewaltfrei auch im Bereich der Sexualität miteinander umgehen.


