Handbuch für kommunalpolitische Neueinsteigerinnen erschienen

 

Wir zahlen Müllgebühr, Wassergeld, unsere Kinder gehen in Schulen und Kindertagesstätten, wir fahren über mehr oder minder gut ausgebaute Straßen und dennoch denken wir bei Politik fast ausschließlich an Berlin oder Mainz, dabei ist vieles eine kommunale Aufgabe und wird vom Gemeinde- und Verbandsgemeinderat oder dem Kreistag bestimmt. Mit dem aktuellen Handbuch für Neueinsteigerinnen wollen der Landfrauenverband Neuwied, die Kreisvolkshochschule Neuwied und die Gleichstellungsbeauftragten aus Stadt und Landkreis Neuwied  Frauen motivieren für die Räte zu kandidieren.

Bild: Deckel Handbuch

 

„Kommunalpolitik ist kein Hexenwerk“, so Monika Edling, Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Rengsdorf. „Den Räten stehen die Verwaltungen zur Seite, die viele fachliche Fragen beantworten können und die ehrenamtliche Arbeit der Ratsmitglieder unterstützten“, ergänzen Susanne Christ aus Asbach und Ute Starrmann aus Puderbach die Argumentation der Kollegin. Mit dem Handbuch geben die Herausgeberinnen einen kleinen Einblick in die Ratsarbeit, beantworten aber auch Fragen zu den Aufgaben und Pflichten der Ratsmitglieder und erläutern den Weg von der Kandidatur bis in den Rat.

 

„Wir sind davon überzeugt, dass es der Kommunalpolitik gut tut, wenn diese möglichst alle Bevölkerungsgruppen repräsentiert“, so Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Neuwied und Astrid Thol, Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Linz.

 

 „Es gilt für die Frauen einige Hürden zu überwinden: Zunächst müssen die Listenverantwortlichen die Notwendigkeit sehen, Frauen auf ihren Listen auf aussichtsreiche Plätze zu platzieren, wir glauben allerdings, dass dies jedem der politische Verantwortlichen nur allzu klar ist. Ein Problem besteht oft darin, auch Frauen zu finden, die bereit sind ein Mandat zu übernehmen. Erst ganz am Schluss steht die letzte Hürde, nämlich die, auch von den Wählerinnen und Wählern gewählt zu werden“, so Sandra Thannhäuser, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neuwied, „aber ohne die beiden ersten Hürden – sprich kandidieren zu wollen und einen guten Listenplatz zu besetzten funktioniert letzteres nicht,“ so die Vertreterin der Stadt, die das Handbuch für Neueinsteigerinnen erstellte.

 

Gleichstellungsbeauftragte, Deutscher Landfrauenverband und die Volkshochschulen beteiligen sich auch an der Kampagne des Frauenministeriums „Frauen machen Kommunen stark“, die nun auch Unterstützung vom Bundesministerium erhält. Bundes- und Landesministerium wollen mit den Aktionen dazu beitragen, dass mehr Frauen sich in den Kommunalparlamenten engagieren. Informationen erhalten Sie auch auf der Homepage www.mehr-frauen-in-die-politik.rlp.de oder bei den Gleichstellungsbeauftragten bzw. dem Landfrauenverband und der Kreisvolkshochschule.