Heimat-Jahrbuch 2009 erschienen - Präsentation am 1. Oktober 2008 im Bildungs- und Tagungshaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen

 

Das Heimat-Jahrbuch 2009 des Landkreises Neuwied ist soeben erschienen. Landrat Rainer Kaul stellte es gemeinsam mit Autoren, Redaktionsteam sowie Mitgliedern des Kulturausschusses im Bildungs- und Tagungshaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen zu Waldbreitbach vor. Der Ort ist wohlgewählt, wird doch auf dem Cover des Jahrbuchs der frisch gekürte Premiumwanderweg Westerwaldsteig als Impression vom Malberg auf Hausen und Waldbreitbach thematisiert. Gleichzeitig soll mit der Wahl des Mutterhauses der Waldbreitbacher Franziskanerinnen als Präsentationsort des neuen Jahrbuchs dem einzigartigen Wirken ihrer im Frühjahr 2008 in Trier selig gesprochenen Ordensstifterin – Mutter Rosa – gedacht werden. Zu beiden Themen finden Sie im Aufsatzteil des Jahrbuchs aufschlussreiche Beiträge.


 

In den zwölf Fotos des Kalendariums spiegelt sich eine an kulturellen Angeboten im Bereich von Kleinkunst, Theater, Konzerten und Kunstausstellungen reiche Fülle innerhalb des Landkreises wider.

Nach den Herbstferien werden die Schulkinder in ihren Heimatgemeinden die neuen Jahrbücher verkaufen. Mit einer Auflagenhöhe von mehr als 7.000 Exemplaren zählen sie in Rheinland-Pfalz zur bemerkenswertesten Lektüre ihrer Art. Als reiches Kompendium heimatkundlicher, aktueller wie historischer Beiträge geben sie in altbewährter Form Einblick in die Kreis- und Stadtgeschichte.

Auch in diesem Jahr erscheinen die mehr als 400 Seiten fassenden Jahrbücher wieder ganz in Farbe und erfreuen sich in ihrem ansprechenden Layout zum günstigen Preis von nur 5,50 € großer Beliebtheit.

 

Inhaltliches:

Einem chronologischen bzw. thematischen Abriss folgend offenbaren uns fundierte Beiträge neue Erkenntnisse auf den altbekannten Feldern Archäologie, Regionalgeschichte, Kunst-, Kultur-, Wirtschafts- und Technikgeschichte.

Die Hydrografie (geografische Gewässerkunde) des Mittelrheins verbindet Erdgeschichte mit Gewässerschutz, neue archäologische Funde aus dem Asbacher Raum reichen in Mittelstein- und Bronzezeit zurück (9.000-2.000 v.Chr.), besondere Geländeformationen in Stebachs Fluren lassen Rückschlüsse auf eine mittelalterliche Niederungsburg („Motte“) zu.

Das 100jährige Jubiläum des Kirchbaus in Fernthal führt uns vor Augen, wie agil unsere Vorfahren damals bemüht waren, eigene neue Gotteshäuser für ihre Ortschaften zu bauen, wogegen vornehmlich der Mangel an Seelsorger und auch aktiven Ehrenamtlichen heutzutage die Fusion zu Großpfarreien notwendig werden lässt, so in St. Katharinen und Vettelschoß.

Adeliger und klösterlicher Streubesitz bzw. deren Vergabe ist für Familienforscher von besonderem Interesse, die „Brüchten-Protokolle“ eines Leutesdorfer Schultheißen geben Aufschluss über die damals meist mit Geldstrafen geahndeten „kleinkriminellen“ Vergehen im Dorfleben, von Obstklau über Beleidigung und Schlägerei bis zu unzüchtigen Begebenheiten. Die Biografie eines Müllers, anderorts die Geschichte einer Mühle führen uns die Bedeutung dieses wichtigen und angesehenen Gewerbes vor Augen.

Die sich vor 100 Jahren ereignende schlimme Flutkatastrophe an der Wied und die häufigen Brände in den engen Ortschaften früherer Zeiten lassen erkennen, wie wichtig Brandschutz und Gefahrenabwehr waren und sind, daher führt uns ein erster Exkurs in die Geschichte und Organisation der Neuwieder Feuerwehren, weitere zu den Stadtteilen und darüber hinaus folgen.

Brauchtum und Mundart sind klassische Felder der Volks- und Heimatkunde, besonders interessant die in Vergessenheit geratenen Poesiealben. Dass in Isenburg Hopfen angebaut wurde, mehr als zehn Jahre Obusse in Neuwied fuhren, manche Notunterkünfte der 20er Jahre noch heute wohnlich genutzt werden oder vor 200 Jahren unter Nassaus Fahnen Westerwälder für Napoleon in Spanien fielen ... das Aufsatzspektrum ist breit gestreut.

 

Zum Kreis allgemein informieren der „Jahresrückblick von Juli 2007 bis Juni 2008“

von Dr. Frank Blum, „Vor 200 Jahren: Für Nassau und Napoleon leiden und sterben“

von Guntram Müller-Schellenberg, „Unterschutzstellungen von Kulturdenkmälern im Landkreis Neuwied während des  Jahres 2007“ von Dr. Reinhard Lahr, „Brauchtum an Rhein und Wied“ von Anton Lahr sowie die Besprechungen über „Neue heimatkundliche Literatur“.

 

Das umfangreiche Heimat-Jahrbuch – mit gut 400 Seiten und zahlreichen größtenteils farbigen Abbildungen – ist eine wichtige Bereicherung für die heimatkundliche Literatur und jedem als Lektüre zu empfehlen.

 

Landrat Rainer Kaul dankt besonders den Schulen sowie den Schulkindern dafür, dass sie wie in jedem Jahr die Heimat-Jahrbücher zum Verkauf anbieten. Ferner dankt er den Autorinnen und Autoren, ohne deren – teilweise schon über Jahre andauerndes – Mitwirken die Herausgabe des Heimat-Jahrbuchs gar nicht möglich wäre.

 

Das Buch kann zeitnah wie immer im Buchhandel, im Roentgen-Museum Neuwied sowie im Bürgerbüro der Kreisverwaltung Neuwied zum moderaten Preis von 5,50 €  erworben werden.