Frühjahrsblüher nicht pflücken und abschneiden - Empfindliche Bußgelder können die Folge sein
Wenn die Temperaturen steigen und der Frühling erste Blüten treibt, schwärmen wieder Tausende hinaus in die Natur. Fast alle Menschen erfreuen sich am zarten Grün und an den ersten bunten Blüten. Leider gibt es dabei immer wieder Zeitgenossen, die glauben, sich einen eigenen bunten Strauß pflücken zu müssen. Dies ist nicht im Sinne der Natur und kann im Einzelfall auch empfindliche Bußgelder nach sich ziehen, darauf weist die Kreisverwaltung Neuwied hin. Schneeglöckchen, Märzenbecher, Akelei, Seidelbast und Weidenkätzchen stehen ganz oben auf der „Wunschliste“ vieler Spaziergänger, die bei ihrem Sonntagsausflug ins Gebüsch kriechen, um dort einen eigenen Strauß für die Vase im Wohnzimmer zusammenzustellen. Dort aber lassen diese bereits nach kurzer Zeit die Köpfe hängen und werden dann weggeworfen.
Die Naturschutzbehörde weist daher darauf hin, dass gerade die Frühblüher für das Leben in der Natur von großer Bedeutung sind. Dazu die Landespflege: „Besonders blühende Weiden stellen als Pollenspender für Hummeln, Honig- und Wildbienen eine der ersten unentbehrlichen Nahrungsquellen dar. Weidenblüte und weitere Frühjahrsblüher haben entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Bienenvölker und anderer Insekten, die im Naturhaushalt wichtige Funktionen erfüllen.“
Leider macht die Sammlerleidenschaft einige „Naturfreunde“ auch vor geschützten Pflanzen nicht halt. Märzenbecher und Orchideen werden gerne ausgegraben und in den heimischen Garten gepflanzt. Speziell für Orchideen bedeutet dies in der Regel den Tod der Pflanze. Sie wächst nämlich nicht überall, da sie an ganz besondere Bodenverhältnisse und spezielle Pilzkulturen im Boden angewiesen ist. Diese Voraussetzungen sind in den normalen Hausgärten nicht gegeben.
Teuer kann das Ausgraben besonders geschützter Pflanzen, wie der Märzenbecher, werden, wenn man dabei erwischt wird. Erst in den vergangenen Tagen wurden seitens der Kreisverwaltung empfindliche Bußgelder erlassen. Dabei sind spezielle Nachzüchtungen der meisten Wildpflanzen- und Stauden in den heimischen Gärtnereien käuflich zu erwerben. Das ist nicht nur billiger, sondern schützt und schont auch die natürlichen Bestände auf Wiesen und in Wäldern. Deshalb sollten bunte Blüten an ihrem Standort gelassen werden. Denn auch die Spaziergänger von morgen und übermorgen möchten sich noch an ihnen erfreuen können.

