Weltwassertag 2009 in Raubach
Pünktlich zum Weltwassertag 2009 konnten die Bauarbeiten zur Laufverlegung des Holzbaches in der Ortslage Raubach (Verbandsgemeinde Puderbach) abgeschlossen werden. Mit dem Pflanzen von Bäumen wurde der neue Bachabschnitt der Bevölkerung und vor allem den Kindern der dortigen Grundschule und des Kindergartens offiziell durch den 1.Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach geöffnet. Start der Baumaßnahme war im Juli 2008. Die Kreisverwaltung Neuwied hatte sich gemeinsam mit der Regionalstelle Montabaur der SGD Nord bewusst für das Projekt entschieden und das Land Rheinland-Pfalz hat das rund 260.000 Euro teure Projekt aus Mitteln der „Aktion Blau“ (90 Prozent) und des ICE-Defizitausgleichs (10 Prozent) finanziert. Gewässer werden in der Ortslage oft unmittelbarerer und von mehr Menschen erlebt als in der freien Landschaft.
„Mit Blick auf diesen Aspekt hat die Wasserwirtschaft hier in Raubach von Beginn an den Rahmen der fachlichen Arbeit weit gesteckt“, so Achim Hallerbach. Damit ist sie schon früh dem Motto des diesjährigen Weltwassertages (22.03.2009) gerecht geworden: „Grenzübergreifende Gewässervorkommen – Wasser ohne Grenzen“.
Der Holzbach fließt nahe der Grundschule und des Kindergartens in Raubach immer noch nicht so, wie er das nach den Vorstellungen von Wasserwirtschaft und Naturschutz in einem natürlichen Bett tun sollte. Ein natürlich breites und flaches Bachbett würde sich ständig - von der Kraft des Wassers geformt - verändern, der Bach würde schon bei kleineren Hochwassern in die Aue ausufern und diese weitgehend überfluten.
„Die Planung für den neuen Holzbachlauf musste den Nutzungsansprüchen in der Ortlage Tribut zollen: der Bach hat jetzt zwar mehr Platz, der aber immer noch begrenzt ist“, unterstreicht der 1.Kreisbeigeordnete Hallerbach. Das naturnahe Mittelwasserbett windet sich in einem 1,50 Meter tiefen trapezförmigen Einschnitt durch die Aue, so dass die anliegende Wohnbebauung auch vor größeren Hochwassern damit geschützt ist.
Als Priska Dreher von der Kreisverwaltung Neuwied im Sommer 2005 die ersten Pläne des Ingenieurbüros igeo, Oberlahr, im Gemeinderat vorgestellt hatte, war eine weitere Idee geboren worden: Der Bachabschnitt sollte die Kinder der benachbarten Schule und des Kindergartens an den Bach und das Thema Wasser heranführen. Es wurden Wege und Stege angelegt, welche die Kinder zum Beobachten und Untersuchen an das Gewässer führen. „Ein grünes Klassenzimmer und ein Sichtschirm zur Vogelbeobachtung werden von der Verbandsgemeinde Puderbach noch nachgereicht“, erklärt Verbandsbürgermeister Wolfgang Kunz.
Damit nicht genug: Das Projekt war auch initiativ für einen neuen Gewässerparcours des Landesamtes für Wasserwirtschaft, Umweltschutz und Gewerbeaufsicht. Einen solchen Lehrpfad, der an verschiedene Facetten des Themas Wasser heranführt, gab es zwar schon; das umfangreiche Material musste aber eigens mit einem Pkw-Anhänger zum Einsatzort gebracht werden. „Mit den Raubacher Kindern wurde die weniger sperrige Koffervariante entwickelt, die jede Schule ausleihen und ohne Hilfe bei Transport und Aufbau nutzen kann“, betont der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach.
Der Termin war ist gleichzeitig auch Startschuss für gemeinsame „Projekttage Wasser“ der Schule und des Kindergartens: Die Kinder pflanzen am neugestalteten Gewässerabschnitt Weidensteckhölzer. In der kommenden Woche werden sie unter anderem den Koffer ausprobieren, sich unter fachkundiger Führung die Kleinlebewesen im Bach anschauen und noch einiges mehr am Holzbach erleben.
Wie wichtig derartige Projekte sind, schildert Hallerbach an dem Beispiel der Weltstadt Barcelona. Sie ist eine der ersten europäischen Städte, die im Juni 2008 ihre Trinkwasserversorgung nicht mehr allein aufrecht erhalten konnte. Kostbares Süßwasser wurde mit einem Tankschiff von Frankreich nach Spanien transportiert. Barcelona ist eine von Dutzenden Städten weltweit. „Jeder Kontinent ist heute von einer Wasserkrise bedroht, die in den vergangenen Jahren ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat“, betonte er. Die Wüsten breiten sich aus. 1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. 6.000 Kinder erkranken oder sterben täglich, weil sie verschmutztes und verseuchtes Wasser trinken. „Dies muss in unserem täglichen Handeln bewusst sein“, so abschließend der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach.
Foto: Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach, Verbandsgemeindebürgermeister Wolfgang Kunz, Vertreter der beteiligten Behörden und Firmen sowie zahlreische Kinder aus Kindergarten und Grundschule Raubach nahmen an der Aktion teil.


