Beim Löten, Feilen und Stapler fahren planen Jugendliche ihre berufliche Zukunft - Bei Job-Navi an Pestalozzi-Schule und Arbeitsagentur können Schüler Informationen aus erster Hand sammeln und ihr praktisches Talent testen
Es geht immer noch besser. Das dachten sich Elwira Redemund und ihre Mitstreiterinnen beim Regionalen Weiterbildungs- und Beratungszentrum (RWBZ) – und machten aus der Erfolgsgeschichte „Lernfest“ kurzerhand den „Job-Navi-Neuwied“. Der „Navigator für Beruf und Studium“ präsentiert sich erstmals am Samstag, 16. Mai, in und rund um die Pestalozzischule und die benachbarte Agentur für Arbeit in der Neuwieder Julius-Remy-Straße. Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse aus dem gesamten Landkreis, die sich nicht nur theoretisch über die Arbeitswelt informieren wollen. Denn der Job-Navi bietet jede Menge Gelegenheit, den Traumjob ganz praktisch auf seine Alltagstauglichkeit zu testen.
Früher war bestimmt nicht alles besser, aber einfacher war es mitunter schon. Etwa für junge Leute am Ende der Schulzeit. Im Vergleich zu heute waren die Möglichkeiten, die sich bei der Wahl einer Lehre oder eines Studiums boten, bescheiden. „Heute gibt es eine Fülle von Ausbildungsberufen und Studienfächern, von denen die Jugendlichen kaum einmal etwas gehört haben. Geschweige denn können sie sich etwas Konkretes darunter vorstellen. Allerdings sind das oft die Berufe, die die besten Zukunftsaussichten bieten.“ RWBZ-Vorsitzende Elwira Redemund weiß um die Probleme, die Mädchen und Jungen in den höheren Klassen bedrängen. „Sie sollen eine Entscheidung über ihre berufliche Zukunft treffen, ohne wirklich zu wissen, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt.“ Aber nicht nur die Fülle des Angebotes macht es den jungen Leuten schwer. Häufig haben sie auch wenig oder gar kein Wissen über die praktischen Seiten eines Berufes und können deshalb auch nur schwer einschätzen, ob das, was sie schließlich auswählen, tatsächlich zu ihren Vorlieben und Talenten passt.
Genau bei dieser Ratlosigkeit setzt der Job-Navi an, erklärt Elwira Redemund. Neben einer Fülle an Informationen „aus erster Hand“, die auch schon das Lernfest zu einem großen Erfolg machten – immerhin zählten die Organisatorinnen in den letzten Jahren jeweils mehr als 1000 Besucher -, ist das neue Konzept um die wichtige Variante „Praxis“ erweitert worden. So gibt es zum Beispiel einen Parcours, auf dem die Schüler Ihr Geschick für einen Beruf ganz praktisch testen können - vom Dauer-Dachziegelwerfen bis zum Serviettenfalten. Denn Stapler fahren, Blutdruck messen, löten, feilen oder ein Fest organisieren ist oft schwieriger als gedacht, wenn man es selbst tun muss. Bewerbungen können übrigens gleich vor Ort erstellt werden – inklusive Fotos.
„Möglich ist ein solcher Orientierungstag natürlich nur, weil viele mitmachen“, betont Elwira Redemund und verweist auf die Betriebe und Institutionen, die vor Ort vertreten sind und den jugendlichen Besuchern Rede und Antwort stehen – allen voran die Pestalozzi-Schule und die Agentur für Arbeit, die ihre Räume und Plätze zur Verfügung stellen. Aber auch Handwerks- und Industriebetriebe, Gastronomie, Banken, Versicherungen, Krankenkassen, Polizei, Bundeswehr, Fachhochschulen und Universitäten machen mit. Insgesamt warten 52 Anbieter und die Phoenix-Band vom Neustadter Wiedtal-Gymnasium auf die künftigen Berufseinsteiger.
„Wichtig ist aber auch die Unterstützung durch die Schulen im Landkreis. Die Schüler können zwar alleine kommen, aber es wäre natürlich schon wirkungsvoll, wenn der Job-Navi in die Berufsorientierung der Schulen eingebunden würde.“ Deshalb soll gleich nach den Osterferien das Programmheft zum Job-Navi an den Schulen verteilt werden. Das ist nicht nur Wegweiser, sondern kann von den Teilnehmern auch zum ganz persönlichen Job-Navigator weiter entwickelt werden.
Nähere Informationen zum Job-Navi-Neuwied: 02631/ 950 710.
Bild: Die Organisatorinnen vom Regionalen Weiterbildungs- und Beratungszentrum (RWBZ) Simone Kirst, Elwira Redemund und Silke Läufer-Hammes (von links) mit den druckfrischen Broschüren und Postern zum Job-Navi-Neuwied, dem Navigator für Beruf und Studium.


