Buchpräsentation im Roentgen-Museum in Neuwied

 

Hildegard Brog: Burg und Amt Altenwied, Großer Kunstführer Band 247, Verlag Schnell & Steiner Regensburg - Seit dem Mittelalter ragt der imposante, fünfeckige Bergfried von Altenwied in den Himmel über dem Wiedbachtal auf. Viele Bewohner hat er kommen und gehen sehen; Kriegs- und Friedenszeiten hat er überstanden. In seinen Mauern schmachtete manch ein Gefangener und in den Nebengebäuden lagerte das Getreide, welches die umliegenden Bauern als Steuern in Naturalien abgegeben hatten. Vieles könnte dieser Bergfried aus seinem langen Leben erzählen. Doch leider können Steine nicht sprechen. So ist es die Aufgabe des Historikers, seine Geschichte zu erzählen. Diese Aufgabe nahm die Historikerin Dr. Hildegard Brog als Herausforderung an und erforschte die Geschichte der Burg und des Amtes Altenwied.

Foto: Die aus Heimbach-Weis stammende promovierte Historikerin Dr. Hildegard Brog (2.v.l.) stellte im Neuwieder Roentgenmuseum ihr in der Reihe Großer Kunstführer Band 247 beim Verlag Schnell & Steiner Regensburg erschienenes neues Buch "Burg und Amt Altenwied" vor. Mit ihr freuten sich (von links): Landrat Rainer Kaul, Jürgen Wirtgen und Rainer Boos vom Verlag Schneller & Steiner.

Das Ergebnis der Erforschung der Geschichte von Burg Altenwied ist eine faszinierende Entdeckungsreise in die Vergangenheit; sie lässt ihre ehemaligen Bewohner wieder lebendig werden.

 

Am Anfang stand der Denkmalschutz: Nach der erfolgreich abgeschlossenen Renovierung der Burg Altenwied sollte auch ihre jahrhundertealte Geschichte dokumentiert werden. Denn bisher ist wenig bekannt über die Vergangenheit dieser hoch über dem Tal der Wied gelegenen Burg. In den einschlägigen Archiven fanden sich unzählige bisher unbekannte Dokumente.

 

Es waren mächtige Personen, die diese Burg im Mittelalter ihr Eigen nannten. Zu ihnen gehörten die Gräfin Mechthild von Sayn, eine der einflussreichsten Frauen des Mittelalters, oder die Kölner Erzbischöfe. Die wechselvolle Besitzgeschichte der Burg führte mitten hinein in deren ehrgeizige Territorialpolitik. So gehörte Altenwied zu  den vier Burgen, die Erzbischof Siegfried von Westerburg nach der verlorenen Schlacht von Worringen im Jahr 1288 als Pfand für seine Freilassung einsetzte.

 

Bereits Ende des 13. Jahrhunderts wurde Altenwied zum kurkölnischen Amts- und Gerichtssitz. Dort wurden Verwaltungs- und Regierungsaufgaben wahrgenommen. Die ersten Amtmänner stammten aus den Familien von Sinzig oder von Drachenfels. Auf der Burg wurde seit dem Mittelalter Recht gesprochen. Zudem wurden dort die Einnahmen der Kellnerei verwaltet.

 

Rund um die Burg wurde schon früh mit dem Bergbau begonnen. Bis ins Jahr 1613 lassen sich die Berg- und Hüttenwerke zurückverfolgen, wo Eisen, Silber, Kupfer und Blei gewonnen wurde. Die Auseinandersetzungen um die Steuerabgaben, den sogenannten Metallzehnt, erlaubten Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Bedeutung dieses Bergbaus.

 

Häufig geriet die Burg in die Wirren der Kriege. In der Zeit der Konfessionskriege wurde sie mehrmals belagert. Auch die französischen Revolutionstruppen forderten dort ihre Kontributionen ein. Zudem stürzten die Wirren der französischen Revolution die Bewohner der Burg Altenwied in Turbulenzen. Als Konkursmasse der untergegangenen kurkölnischen Herrschaft erlebte die Burg eine wechselvolle Besitzgeschichte. In der kurzen Zeit von 1802 bis 1815 änderten sich dort viermal die Herrschaftsverhältnisse.

 

Die Autorin: Die aus Heimbach-Weis stammende promovierte Historikerin ist Verfasserin mehrerer Publikationen. Ihr Spezialgebiet ist die Regionalgeschichte des Rheinlands. Zu den Veröffentlichungen gehören die Karnevalsgeschichte: „D’r Zoch kütt!“ oder Beiträge zur Ortsgeschichte von Engers und Bergisch-Gladbach sowie zur preußischen Geschichte Kölns.