Biomasse-Masterplan für das nördliche Rheinland-Pfalz beauftragt - 1. Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach: Zukunft der Bioabfälle aktiv in die Hand nehmen

 

Eine Studie soll Handlungsempfehlungen für eine zukunftsorientierte Nutzung von Bioabfällen im nördlichen Rheinland-Pfalz erarbeiten. „Sie soll dabei nicht an Kreisgrenzen halt machen, sondern sinnvolle Möglichkeiten der kommunalen Kooperation aufzeigen. In unserem Bioabfall steckt sehr viel CO2-neutrale Energie, die künftig genutzt werden soll,“ erläutert Achim Hallerbach, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Neuwied. Es klingt fast wie im Märchen. Zwar lässt sich noch immer kein Stroh zu Gold spinnen, doch aus Biomüll lassen sich mit geeigneter Technik Strom und Wärme zu günstigen Preisen gewinnen, ohne unser Klima zu belasten.

 

Schon 1993 hat der Landkreis Neuwied die Biotonne eingeführt. Seither konnten 500.000 Tonnen Bioabfälle zu wertvollem Kompost verarbeitet werden, anstatt auf der Deponie die Umwelt zu belasten. Diese Erfolgsgeschichte soll nun hinsichtlich der Energiegewinnung optimiert und fortgeschrieben werden.

 

Bioenergie deckt bereits fast fünf Prozent des deutschen Strombedarfs. Verbunden sind damit nicht nur die Schonung fossiler Ressourcen und ein großer Beitrag zum Klimaschutz. Investitionen in Bioenergieanlagen dienen auch der regionalen Wertschöpfung und nachhaltigen Schaffung von Arbeitsplätzen.

 

“Wer aber bei Biomassenutzung einfach an Verbrennung denkt, greift zu kurz. In einem intelligenten Biomassekonzept muss natürlich auch die Versorgung unserer Ackerböden mit lebenswichtigem Humus berücksichtigt werden,“ so Achim Hallerbach. „Wir brauchen den richtigen Mix aus Hackschnitzelnutzung, Vergärung und Kompostierung.“

 

Vor diesem Hintergrund trifft es sich gut, dass die Bioabfallverträge der meisten Landkreise im nördlichen Rheinland-Pfalz in naher Zukunft auslaufen. So bietet sich die Gelegenheit, den Bioabfall losgelöst von kommunalen Grenzen zu bewerten und dabei sinnvolle Kooperationsmöglichkeiten aufzuzeigen. Und weil viele Schultern die Kosten der Studie tragen, wird der gute Rat nicht teuer. Für Achim Hallerbach und den Landkreis Neuwied ist das nichts Neues: “Schon seit vielen Jahren kooperieren wir erfolgreich mit anderen Landkreisen und profitieren von den damit verbundenen Kosteneinsparungen. Kommunale Familie bedeutet, gemeinsam stärker zu sein.“

 

Dazu steht auch das Mainzer Umweltministerium. Und weil Rheinland-Pfalz einen bundesweiten Spitzenplatz in der Bioabfallverwertung zu verteidigen hat, signalisiert das Land neben der fachlichen Unterstützung auch eine Beteiligung an der Erstellung des Biomassekonzeptes.

 

So steht zu hoffen, dass bald wesentlich mehr Rheinland-Pfälzischer Bioabfall zur CO2-neutralen Energieversorgung beitragen wird, ohne dass der Bürger hierfür tiefer in die Tasche greifen muss.