Depressionen bei Kindern und Jugendlichen - 140 Interessierte nahmen an Gesundheitskonferenz teil

 

Auch die dritte Gesundheitskonferenz zum Thema Kinder- und Jugendpsychiatrie stieß auf sehr hohes Interesse: 140 Fachleute, Angehörige und Interessierte nahmen an der Konferenz in der Neuwieder Volkshochschule teil. Im Mittelpunkt standen depressive Verstimmungen und Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Schätzungsweise 4 bis 5 Prozent der Kinder- und Jugendlichen leiden an einer Depression, damit ist die Depression die am häufigsten auftretende psychische Erkranungen im Kindes- und Jugendalter. Überträgt man diese Zahlen auf den Landkreis Neuwied, so sind etwa 1.500 bis 1.800 Kinder und Jugendliche an einer Depression erkrankt. Deutlich wurde in der Gesundheitskonferenz auch, dass die Zahl der Erkrankungen in den letzten Jahren gestiegen ist. 

Bild: Die Referenten der Gesundheitskonferenz (v.l.): Dr. Eva Lichtenstern-Peters, Merle Ruppenthal, Dr. Michael Löchel, Prof. Dr. Michael Huss, Dr. Julia Kuschnereit, Dr. Ulrich Kettler, Landrat Rainer Kaul und Dr. Andreas Zimmermann.

 

Landrat Rainer Kaul betonte in seiner Begrüßung die hohe Bedeutung der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Neueste wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse zeigen, dass viele Kinder im Laufe ihrer Entwicklung an einer psychischen Störung leiden. „Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit bedarfsgerechter Hilfen für Kinder und Jugendliche im Landkreis“, so Landrat Rainer Kaul. „Hier gilt, je früher die Hilfen einsetzten, um so wirkungsvoller sind sie.“

 

Landespsychiatriereferentin Dr. Julia Kuschnereit lobte die Arbeit im Landkreis Neuwied. Vorbildlich wurde die Kooperation gestärkt und das Versorgungsangebot kontinuierlich ausgebaut. Als Hauptreferent gab Prof. Dr. Michael Huss, Universität Mainz, einen informativen Überblick über Formen und Behandlungsmöglichketen psychischer Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen. Sein Vortrag enthielt viele Ratschläge und Informationen, wie Betroffene und Angehörige möglichst schnell die richtigen Hilfen erhalten können.

 

Den zweiten Teil der Veranstaltung eröffnete Merle Ruppenthal, die ihre Erkrankung und ihren Weg aus der Depression eindrucksvoll beschrieb. Als regionale Experten führten der niedergelassene Kinderarzt Dr. Andreas Zimmermann sowie die leitende Ärztin des HTZ, Dr. Eva Lichtenstern-Peters und der Chefarzt des Johanniter-Zentrums Neuwied, Dr. Michael Löchel aus, wie die Zusammenarbeit und Kooperation in der Region abläuft. Im Vordergrund ihrer Referate standen dabei Fragen der Hilfen für depressiv erkrankte Kinder und Jugendliche. Auf reges Interesse stießen auch die Informationsstände,  an den Dienste und Einrichtungen aus dem Landkreis Neuwied Ihre Arbeit und Angebote vorstellten.

 

Moderator der Veranstaltung, der Psychiatriekoordinator Dr. Ulrich Kettler, zog abschließend ein Resümee: „Die Beratungsangebote und die psychotherapeutische Versorgung konnten entscheidend verbessert werden. Darüber hinaus wurde ein vollstationäres Angebot am Johanniter-Zentrum Neuwied eröffnet. Schwierig bleibt die fachärztliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere die langen Wartezeiten“. Die Erfahrungen und Ergebnisse der Konferenz werden in einem Bericht zusammengefasst.

 

Vom Landesministerium wurde eine Informationsbroschüre veröffentlicht, die u.a. Adressen über Hilfen, Dienste und Einrichtungen in der Region Neuwied enthält. Die Informationsbroschüre kann kostenlos über die Psychiatriekoordinationsstelle des Landkreises angefordert werden (Tel.: 0 26 31 / 803-732 oder -722 oder E-Mail: ulrich.kettler@kreis-neuwied.de).

 

Bild: Die Referenten der Gesundheitskonferenz (v.l.): Dr. Eva Lichtenstern-Peters, Merle Ruppenthal, Dr. Michael Löchel, Prof. Dr. Michael Huss, Dr. Julia Kuschnereit, Dr. Ulrich Kettler, Landrat Rainer Kaul und Dr. Andreas Zimmermann.