Tuberkulose – schnelle Diagnose ist wichtig

TBC-Fachkräftetagung beim Gesundheitsamt Neuwied fand großes Interesse

 

Große Resonanz fand auch in diesem Jahr wieder die Fortbildungsveranstaltung für Tuberkulosefachkräfte. Bereits zum 9.Mal hatte die Tuberkuloseabteilung des Gesundheitsamtes Neuwied zu diesem Treffen eingeladen. Es kamen Fachärzte und Vertreterinnen und Vertreter aus Gesundheitsämtern von Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg. Der Erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach begrüßte die Teilnehmer und betonte wie wichtig es ist, sich durch umfassende Netzwerke regelmäßig, auch überregional auszutauschen: „Da die alltägliche Tuberkulosearbeit viele Facetten bietet, ist es ganz besonders wichtig, den Tuberkulose-Wissensstand immer wieder zu aktualisieren.“

Foto: Das Foto zeigt v.l.n.r. Karl-Ludwig Büttel, Amt f.Gesundheit Frankfurt, Dr.med.Andrea Aichler, Kinderklinik Wangen/Allgäu, Dr.med.Maik Brandes,Karl-Hansen-Klinik Bad Lippspringe, Bernhard.Landies, Fa. Cellestis, Achim Hallerbach, 1.Kreisbeigeordneter des Landkreises Neuwied, Anja Schablon, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Hamburg, Rita Härtling, Assistentin im Gesundheitsdienst im Gesundheitsamt Neuwied.

 

Hauptthema der Veranstaltung war unter anderem das Zusammenspiel von Tuberkulose mit anderen überlagernden Krankheitsbildern, der Umgang mit der Tuberkulose in Risikogruppen, sowie das Anwenden neuer Therapiekonzepte bei der Tuberkulose mit multiresistenten Keimen. Gerade hier sind eine fundierte Präanalytik und eine korrekte Durchführung der Laboruntersuchungen Voraussetzung für das Erkennen einer Tuberkulose.

 

Die neuesten Ergebnisse der Interferon-Gamma-Testungen wurden ebenso intensiv diskutiert wie die Themen Tuberkulose als Berufskrankheit und die Hauttuberkulose. Dr. Andrea Aichler, Kinderklinik für Atemwegerkrankungen und Allergien, Wangen/Allgäu, berichtete über die Kindertuberkulose und deren Behandlungsmöglichkeiten.

 

„Es zeigt sich, dass wir mit dieser Veranstaltungsreihe aktuelle Themen und Herausforderungen auf die Agenda setzen und diskutieren, Wissen austauschen, Wissen validieren, Wissen transportieren“, so Hallerbach weiter.

 

Die Tuberkulose schien besiegt zu sein – zumindest im reichen Westen, wo jedes Schulkind durch Vorsorgeuntersuchungen geschützt ist. Aufflammende Tuberkuloseausbrüche können Ärzte mit Antibiotika im Keim ersticken. „Doch“, so machte Hallerbach deutlich, „die Bakterien schlagen zurück: Viele Erreger sind bereits gegen die meisten Medikamente resistent, für andere gibt es kaum noch Behandlungsmöglichkeiten.“ Und er zitierte damit einen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der Bericht stützt sich auf Untersuchungsergebnisse von 90.000 Tuberkulose-Kranken aus den Jahren 2002 bis 2006. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung ist mit Tuberkuloseerregern infiziert, schätzt die WHO. Mittlerweile führt Tuberkulose weltweit die Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an.

 

Experten sind sich einig: Eine schnelle Diagnose ist sehr wichtig. Wenn man früh anfängt, die Krankheit zu behandeln, nimmt man dem Erreger die Zeit, eine Resistenz zu entwickeln.

 

In Fallbeispielen wurde von den Referenten ausführlich gezeigt, wie schwierig und aufwendig sich das Erkennen und  die Behandlung von Tuberkulose im Zusammenspiel mit anderen Krankheiten gestaltet.

 

Foto: Das Foto zeigt v.l.n.r. Karl-Ludwig Büttel, Amt f.Gesundheit Frankfurt, Dr.med.Andrea Aichler, Kinderklinik Wangen/Allgäu, Dr.med.Maik Brandes,Karl-Hansen-Klinik Bad Lippspringe, Bernhard.Landies, Fa. Cellestis, Achim Hallerbach, 1.Kreisbeigeordneter des Landkreises Neuwied, Anja Schablon, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Hamburg, Rita Härtling, Assistentin im Gesundheitsdienst im Gesundheitsamt Neuwied.