Biotopkataster vorgestellt

 

Der vom Ersten Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach angestoßene Dialog zum Biotopkataster hat mit einer Informationsveranstaltung im Kreishaus und der Veröffentlichung des Biotopkatasters den Abschluss gefunden. Der Einladung folgten Vertreter der Verbandsgemeinden, der rohstoffabbauenden Betriebe, der Waldbesitzer und Mitglieder der lokal aktiven Naturschutzverbände.

Der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Achim Hallerbach und Tobias Bufler von der Naturschutzbehörde des Landkreises Neuwied stekllten das Biotopkataster vor. Die Informationen sind im Landschaftsinformationssystem unter www.naturschutz.rlp.de für jedermann zugänglich.

 

„Das nun vorgelegte Werk beschreibt nicht nur den aktuellen Zustand der geschützten und schutzwürdigen Biotope im Kreisgebiet sondern ist auch Informationsquelle für vielerlei Planungen und Vorhaben im Kreisgebiet“, so Hallerbach. Die Informationen sind im Landschaftsinformationssystem unter www.naturschutz.rlp.de für jedermann zugänglich. Er wünschte dem Angebot im Internet regen Zuspruch und empfahl eine Rücksichtnahme auf besondere Pflanzenbestände. Nicht alle Biotope lassen sich versetzen oder neu schaffen“, so Hallerbach weiter.

 

Der Kreis Neuwied beherbergt eine Vielzahl von seltenen Biotopen, erklärte Tobias Bufler von der Naturschutzbehörde des Landkreises Neuwied. Diese sind meist nicht sehr groß und nehmen nur 1,6% des Kreisgebietes ein. Auf die pauschal geschützten Biotope ist der Naturschutz angewiesen, denn diese sind ein ‚Hot Spot‘ der Artenvielfalt. Wirtschaftlich genutzt werden diese meist nicht, so dass Konflikte mit der Land- und Forstwirtschaft nicht bestehen.

 

Viele Bäche und Auen sind als naturnah eingestuft worden und dienen der Vernetzung von Lebensräumen. Steile und feuchte Schluchtwälder bieten nicht nur Erfrischung für Wanderer im Hochsommer sondern auch Platz für Moose und Flechten. Felsen und Krüppeleichen auf trockenen Hängen beherbergen dagegen Tagfalter und Heuschrecken. So vielfältig die Natur im Kreisgebiet ist, so zeigte die Kartierung auch, dass Sümpfe und Heiden Mangelware sind, ergänzte Bufler.

 

Negative Veränderungen in der Landschaft zeigte die Arbeit der Gesellschaft für Umweltplanung aus Bonn ebenfalls auf: Feuchtwiesen verbrachen und Rheinhänge bewalden zunehmend. Beweidungsprojekte, initiiert durch die Naturschutzbehörde und von anliegenden Gemeinden unterstützt, wirken diesem Trend entgegen. Auch dient die klassische Biotoppflege durch die Naturschutzverbände und Maßnahmen im Ökokonto der Verbandsgemeinden der Offenhaltung der Landschaft und damit auch dem Tourismus.

 

In der anschließenden Diskussion mit Land- und Forstwirten wurde deutlich gemacht, dass die wenigen geschützten Biotopflächen nicht beeinträchtigt oder zerstört werden dürfen. Dass kann auch mal Nutzungseinschränkungen mit sich bringen, wie Tobias Bufler erläuterte, zur aktiven Pflege sind die Grundeigentümer allerdings nicht verpflichtet.

 

Den Waldbesitzern drängte die Frage, wie sich das Biotopkataster innerhalb der Flora-Fauna-Habitat Gebiete auswirke. Im Kreisgebiet sollen nach Europarecht insbesondere Buchenwälder in den Wäldern zwischen Linz und Neuwied geschützt werden. Dieser große Waldkomplex bietet anschaulich Waldbilder  in allen Altersklassen. Die Frage des Forstmannes konnte dann auch so beantwortet werden, dass eine Waldpflege und Nutzung möglich ist, wenn genügend Buchen-Althölzer verbleiben. Da auch immer Bäume nachwachsen, entstehen langfristig totholzreiche Bestände an anderer Stelle. Näheres müsse ein Bewirtschaftungsplan regeln, der im Dialog mit der Forstverwaltung und den Grundbesitzern durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord aufgestellt wird. Die ordnungsgemäße Forstwirtschaft, die den Zielen des naturnahen Waldbaues folgt, dient dabei in der Regel den Zielen von Natura 2000. Die Vertreter der Naturschutz- und der Forstverwaltung betonten dabei die Verantwortung der Waldbesitzer für die Entwicklung von Buchenwälder und der Förderung von kulturbedingten Eichenwäldern im Kreis Neuwied.