Bisheriger Naturschutzbeirat beim Kreis verabschiedet
Langjährige Mitglieder geehrt
Im April lief die fünfjährige Amtsperiode des seit 2005 amtierenden Naturschutzbeirats bei der Kreisverwaltung Neuwied ab. In Anwesenheit der künftigen Beiratsmitglieder begrüßten der 1. Kreisbeigeordnete des Landkreises Neuwied, Achim Hallerbach, und der bisherige und zugleich künftige Beiratsvorsitzende, Forstdirektor Kurt Milad, die bisherigen wie auch die neuen Beiratsmitglieder und deren jeweilige Stellvertreter im Kreishaus.
Ein Naturschutzbeirat wird bei jeder Naturschutzbehörde gebildet. Für dessen zehnköpfige Besetzung und die Stellvertreterbesetzung steht den anerkannten Naturschutzverbänden, den kommunalen Spitzenverbänden, der Landwirtschaftskammer und der Industrie- und Handelskammer ein Vorschlagsrecht zu. Der Beirat hat die Aufgabe, die Behörde fachlich zu beraten, er kann Maßnahmen anregen.
Hallerbach und Milad dankten den Mitgliedern für ihre Mitwirkung in diesem für den Umweltschutz wichtigen Gremium. Hallerbach verabschiedete die ausscheidenden Mitglieder mit persönlichen Worten, und Milad hielt Rückschau auf die gemeinsamen Sitzungen, deren Themenbereiche und die Arbeitsergebnisse. Wichtige Themen waren das Vogel- und Wasserschutzgebiet „Engerser Feld“ mit den verbotswidrig zum Baden benutzten Seen, die Erhaltung und Förderung von Streuobstwiesen, der naturnahe Ausbau des Saynbachs, die Mitwirkung bei der Bauleitplanung für verschiedene Gemeinden, das Pflegekonzept für den Schlosspark und die Bekämpfung unerwünschter eingewanderter Pflanzenarten - sog. Neophyten - sowie die Standortfrage zum etwaigen Bau von Windkraftanlagen und die Neubewertung von Naturdenkmälern im Kreisgebiet.
Als ehemaliges Mitglied war auch Verbandsgemeindebürgermeister a. D. Klaus Hannuschke erschienen. Er war für den Beirat seinerzeit von den kommunalen Spitzenverbänden benannt worden. Seine Beiratstätigkeit hatte schon 1990 begonnen und hatte mit dem Ende seiner Tätigkeit als Verbandsbürgermeister der Verbandsgemeinde Linz geendet.
Von den stellvertretenden Mitgliedern konnte Doris Engel, Naturschutzaktivistin und im Beirat seit der Einführung der ersten Naturschutzbeiräte im Land vertreten, auf eine 35jährige Mitwirkung im hiesigen Naturschutzbeirat zurück blicken. Lange Jahre war sie parallel dazu auch Mitglied im Landespflegebeirat bei der Bezirksregierung Koblenz. Sie brachte vielerlei Impulse und auch Untersuchungen zu den Standorten seltener Pflanzen und zur Unterschutzstellung von Naturdenkmälern und Naturschutzgebieten in den Beirat ein. Ihre lebenslange Arbeit im Dienste des Naturschutzes wurde bereits vor Jahren durch Loki Schmidt mit der Auszeichnung „Silberpflanze“ gewürdigt.
Prof. Dr. Klaus Adolphi ist in den Naturschutzorganisationen Pollichia - Verein für Naturforschung und Landespflege und BUND engagiert. Er gehörte dem Beirat als stellvertretendes Mitglied seit 1995 an und stellte hier sein Wissen als wissenschaftlich tätiger Botaniker zur Verfügung. Fachliche Schwerpunkte bildeten die gebietsfremden Pflanzenarten, die Neophyten.
Der Dank galt auch den an der Teilnahme verhinderten anderen ausscheidenden Beiratsmitglieder. Dies sind Helmut Muss aus Buchholz, ein engagierter und mit Auszeichnungen versehener Landwirt, der 2005 von der Landwirtschaftskammer nominiert worden war, und Erwin Winkens von den Naturfreunden in Leutesdorf – ebenfalls seit 2005 - sowie als Stellvertreter Walter Pott, der als studierter Landschaftsplaner schon seit 1995 wertvolle Beiträge im Beirat leistete und darüber hinaus seine Kenntnisse von Pflanzen- und Tierwelt in den Steinbrüchen in der Verbandsgemeinde Asbach einbrachte.
Allen wurde von Hallerbach in Anerkennung ihrer geleisteten Mitwirkung ein heimisches Tröpfchen Wein und das von der Kreisverwaltung Neuwied herausgegebenes Buch „Wo Schafsnasen, Seidenhemdchen und Orchideen wachsen – Der Naturraum Streuobstwiese im Kreis Neuwied“ überreicht.
Im Anschluss an die Verabschiedung und Ehrung berief Hallerbach den neuen Naturschutzbeirat für die Amtsperiode 2010 bis 2015. Diesem gehören einige bewährte Mitglieder der voran gegangenen Amtsperiode erneut an.


