Fotovoltaikzellen in Linkenbach produzieren Strom aus Sonnenenergie - Anlage in Betrieb – SWN und Kreis einig: Projekt ist zukunftsweisend für regionale Versorgung
Eigentlich sollten die Module schon vor dem Jahreswechsel in Betrieb gehen, doch der unerwartet frühe und lange Winter machte den Beteiligten einen Strich durch die Rechnung. Bei der Inbetriebnahme der größten zusammenhängenden Fotovoltaikanlage im Landkreis Neuwied auf dem Gebäude der Abfallwirtschaft in Linkenbach, herrschte dennoch allgemeine Zufriedenheit: Sowohl der Landkreis als auch die Stadtwerke Neuwied (SWN) sehen das Projekt als zukunftsweisend.
Es glänzt auf dem Dach der Deponie: Die kristallinen Module stehen in Reih und Glied auf ihren Ständern. „Diese Kollektoren sind durch ihre Bauweise quasi selbstreinigend und wenig wartungsintensiv“, erklärt Frank Ackermann, Geschäftsfeldleiter bei den SWN, der beeindruckende Zahlen nennt: „Rund 10000 Quadratmeter misst die Dachfläche der Nachrottehalle, die Module liefern jährlich rund 515.000 Kilowattstunden Strom, was dem Verbrauch von etwa 135 Durchschnitts-haushalten entspricht. Darüber hinaus mindert der Einsatz der umweltfreundlichen Technik den Ausstoß des berüchtigten Klimakillers CO2 um 280 Tonnen pro Jahr.“ Eitel Sonnenschein also? Nicht ganz. „Ärgerlich, aber nicht zu ändern“, nennt SWN-Geschäftsführer Stefan Herschbach dem Umstand, dass man nicht vor dem Jahreswechsel ans Netz gehen konnte. Die Verträge waren unterschrieben, die Module geliefert, dann kam der Winter mit Macht: „Die Sicherheit der Arbeiter war uns ohne Diskussion wichtiger als die höheren Erträge.“ Letztere sanken, weil die Vergütung für regenerative Energien seit Jahreswechsel niedriger ausfällt. „Durch entsprechende Verhandlung mit unserem Lieferanten konnten wir dafür aber einen Ausgleich erzielen.“ Der 1. Kreisbeigeordnete des Landkreises Neuwied, Achim Hallerbach sieht neben den wirtschaftlichen Vorteilen noch weitere in der Kooperation: „Wir haben eine Option auf den Kauf der Anlage, können sie aber vorher ausgiebig testen lassen. Außerdem garantieren uns die Stadtwerke mit der 24-Stunden-Bereitschaft den Betrieb.“ Zugleich sei Linkenbach ein wichtiger Baustein des Energie- und Klimakonzepts für den Landkreis: „Wir haben in unserem Energiebeirat das klare Ziel formuliert, der effizienten Versorgung durch regenerative Energien mehr Gewicht zu geben.“ Mehr kommunale Zusammenarbeit im Energiebereich, darin sehen Herschbach und Hallerbach einen Schlüssel, sich von einem marktbeherrschenden Preisdiktat der großen Versorger abzukoppeln.
„Für Monopolisten, die bloß den Börsenkur-sen der Anleger verpflichtet sind, sind die Stadt und der Kreis Neuwied nur zwei von vielen, die Rendite versprechen. Bei uns stehen sie im Zentrum der Kooperation, es geht um Lebensqualität“, betont Herschbach. Und das Geld bleibt in der Region.“ Hallerbach: „Günstige und berechenbare Energiepreise werden künftig zunehmend als Standortfaktor gewertet. Damit können wir punkten. Wenn das mit regionalen Partnern möglich ist, umso besser. Das Projekt Linkenbach setzt deshalb ein wichtiges Signal.“


