Tagesgruppe für Kinder und Jugendliche in Asbach eröffnet - Hallerbach freut sich über weitere Verbesserung des Jugendhilfeangebotes im Kreis
Der Evangelische Probsthof Niederdollendorf hat in Asbach im alten Rathaus in der Bahnhofstraße eine Tagesgruppe eröffnet. Es handelt sich hierbei um ein Erziehungshilfeangebot, das durch das Kreisjugendamt bewilligt werden kann. In diesem Rahmen erfolgt eine Unterstützung der Eltern bei ihrer Er-ziehungsaufgabe, ohne dass das Kind außerhalb des elterlichen Haushaltes unter-gebracht werden muss. Der zuständige Dezernent der Kreisverwaltung Neuwied, 1. Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach, zeigt sich erfreut, dass mit der Eröffnung der Tagesgruppe in Asbach ein weiterer Baustein zur Verbesserung des Leitungsangebotes der Jugendhilfe im Landkreis Neuwied gesetzt werden konnte. Hallerbach wies darauf hin, dass mit dem Evangelischen Probsthof Niederdollendorf ein erfahrener Partner der Jugendhilfe gewonnen werden konnte, der auch auf eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt zurückblickt.
Mussten bislang Kinder, denen diese Hilfe durch das Kreisjugendamt gewährt wurde, bis nach Königswinter oder Linz transportiert werden, steht nun für Kinder und Jugendliche aus der Region Asbach und angrenzenden Landkreisen ein Angebot zur Verfügung, mit dem Kindern und Jugendlichen weite Anfahrten erspart werden können. „Dadurch stärken wir weitere dezentrale Angebotsstrukturen und verbessern die Vor-Ort-Betreuung für Kinder und Jugendliche im Norden des Kreises“, betont Achim Hallerbach.
Ergänzend hierzu wurde in der neugegründeten Außenstelle ein Teil der pädagogischen Ambulanz, schwerpunktmäßig für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, örtlich angegliedert.
Darüber hinaus stellt die Einrichtung Kinderschutzfachkräfte, die im nördlichen Kreisgebiet Kindertagesstätten zur Beratung in Kinderschutzfällen zur Verfügung stehen. Der ambulante pädagogische Dienst des Probsthofes wird künftig ebenfalls die Tagesgruppe auch als Ausgangspunkt nutzen. Achim Hallerbach ist erfreut, dass das Leistungsangebot der Jugendhilfe für Bürger aus dem Landkreis Neuwied damit eine weitere Verbesserung erfährt.
Die Evangelische Kinder- und Jugendheim Probsthof GmbH ist eine Kinder-Jugend- und Behinderteneinrichtung, die inzwischen auf eine über 115-jährige Geschichte der Erziehung zurück blicken kann. Im Laufe der letzten Jahre wurde das Angebot einer stationären „Hilfe zur Erziehung“ um die Bereiche pädagogische Ambulanz, die Individualpädagogik, sowie dem differenzierten teilstationären Angebot erweitert.
Seit längerer Zeit arbeitet eine, von Niederdollendorf nach Linz ausgelagerte Tagesgruppe sehr erfolgreich vor Ort, was im Abstimmung mit dem Kreisjugendamt zu der Überlegung führte, mit dem Angebot einer weiteren Tagesgruppe und dem vielfälti-gen Angebot der pädagogischen Ambulanz in der Verbandsgemeinde Asbach einen weiteren Standort zu eröffnen. Der 1.Kreisbeigeordnete Hallerbach zeigte sich erfreut über das Engagement des Probsthofes, da auch vor dem Hintergrund der zahlreichen Kinderschutzfälle sozialräumlich orientierte Leistungsangebote der Jugendhilfe eine zunehmende Bedeutung erlangen.
Die Tagesgruppe bietet Platz für bis zu neun Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 14 Jahren, deren Wohnort sich in der Umgebung befindet. „Das Angebot richtet sich zum einen an Eltern, die sich Unterstützung bei der Erziehung ihrer Kinder wünschen und denen die Entwicklung ihre Kinder Sorgen bereitet. Zum andern an Kinder und Jugendliche bei denen Verhaltensauffälligkeiten, häufig im emotionalen und sozialen Bereich, zu beobachten sind“, unterstreicht Hallerbach. Diese zeigen sich u.a. in fehlenden Freundschaften, schulischen Schwierigkeiten sowie mangelnder Konfliktfähigkeit.
Die Hilfeform basiert daher auf zwei Säulen; zum einen der nachmittäglichen Betreuung und Begleitung der Kinder in einer Kleingruppe, zum anderen auf der Eltern- und Familienarbeit.
„Die Mädchen und Jungen erleben einen strukturierten Alltag mit Regeln und Ritualen, in dem sie sich neu erproben können und entsprechende Unterstützung durch ein professionelles Team erhalten. Förderung, Begleitung und Unterstützung bei gleichzeitiger Entlastung der Gesamtfamilie stehen hierbei im Vordergrund“, erläutert der Dezernent für Jugend und Familien die Arbeit vor Ort. Eine Mitwirkung und Einbeziehung der Eltern hat ebenfalls einen hohen Stellenwert in der Arbeit. Dazu gehört die Möglichkeit in der Gruppe zu hospitieren, themenzentrierte Elternabende sowie regelmäßige Gesprächstermine wahrzunehmen, aber auch gemeinsame Aktionen mit ihren Kindern in Begleitung der Tagesgruppe (Wanderung, Großspielaktion, Fußballturnier, Spielen von Gesellschaftsspielen etc.) zu unternehmen.
Kinder, die einen weiteren Weg von der Tagesgruppe nach Hause haben, werden je nach Entwicklungsalter und bei entsprechendem Bedarf mit dem tagesgruppeneigenen Fahrzeug nach Hause gebracht. Diese Aufgabe wurde bisher von Zivildienstleistenden übernommen und wird zukünftig von jungen Menschen im Bundesfreiwilligendienst abgedeckt.
Die pädagogische Ambulanz hält ebenfalls verschiedene Hilfen vor. So reicht das Aufgabenfeld von der Einzelbetreuung eines Kindes oder Jugendlichen über wenige Stunden in der Woche bis hin zu familienpädagogischen- und therapeutischen An-geboten. Auch die Beratung im häuslichen Umfeld kann eine große Unterstützung für das Gesamtfamiliensystem, aber auch für einem jungen Menschen mit eigener Wohnung, sein.
„Grundsätzlich handelt es sich um Hilfen, die durch unser Kreisjugendamt geprüft und eingeleitet werden. Bei der Durchführung von Einzelhilfen wird regelmäßig auf sogenannte freie Träger der Jugendhilfe zurückgegriffen, die das entsprechende Leistungsangebot auch Abruf vorhalten“, so abschließend der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach.


