Zahlreiche Informationen zum Thema Integration gebündelt - Kreisverwaltung Neuwied stellt Internetportal www.integration-in-neuwied.de vor
Integration findet in der Kommune statt, in den Städten und Gemeinden, in den Wohnquartieren, in Kindergarten und Schule, im Arbeitsleben, aber auch bei Ämtern und Behörden. „Wir alle, nicht nur die zugewanderten Menschen, können daher im Rahmen unserer Möglichkeiten und im eigenen Einflussbereich einen Beitrag zur Integration erbringen, damit eingewanderte Menschen sich besser zurechtfinden, besser eingliedern und für sich selbst Perspektiven entwickeln können“, betonte Landrat Rainer Kaul anlässlich der Präsentation des Internetportals mit Vertretern des Beirates für Migration und Integration im Kreishaus.
Zahlreiche Institutionen und Organisationen, angefangen bei Bundes- und Landesministerien bis hinunter auf die kommunale Ebene bieten vielfältige Integrationsangebote, von der Beratung bis hin zur Sprachförderung, für Kinder und ihre Mütter, für Erwachsene und natürlich für die Fachkräfte der Integrationsarbeit. „Es wird bereits an vielen Stellen sehr viel getan und wir haben unsere Aufgabe darin gesehen, die zahlreichen Informationen zu bündeln und über ein zentrales Portal zugänglich zu machen“, erläuterte Andrea Oosterdyk, die als Geschäftsführerin des Migrationsbeirates in Zusammenarbeit mit Thomas Höfner von der EDV der Kreisverwaltung Neuwied und Klaus Flesch von der Einbürgerungsbehörde die Integrationsseiten des Landkreises konzipiert und mit Inhalten gefüllt hat.
Dem Thema „Einbürgerung“ ist eine eigene Rubrik gewidmet. „Schließlich gilt der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit als Ausdruck und Zeichen der Integration“, so Landrat Rainer Kaul, der für die Einbürgerung wirbt, denn sie schafft auf dem direkten Weg die Voraussetzung, am politischen Leben gleichberechtigt teilzuhaben und alle Rechte und Pflichten eines Staatsbürgers zu übernehmen.
Kenntnisse der Sprache sind nicht nur im Alltagsleben hilfreich, sondern für den Bildungserfolg als auch die berufliche Integration ausschlaggebend. Daher verweist die Integrationsseite des Kreises auf zahlreiche Internetauftritte mit umfassenden Informationen, die weiterhelfen, an welche Organisation und Ansprechpartner man sich am besten wendet. In diese Informationsportale sind für Menschen mit geringeren Deutschkenntnissen auch muttersprachlichen Übersetzungen eingebettet. Beispielhaft sei das Integrationsportal des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF genannt, das mit regionalen und lokalen Bildungsträgern und Kooperationspartnern Sprach- und Integrationskurse organisiert und finanziert. In der Neufassung des Aufenthaltsgesetzes sind Personen mit gesichertem Aufenthaltsstatus berechtigt und verpflichtet, einen Sprach- und Integrationskurs zu absolvieren. Dennoch werden viele, teils sehr lange hier lebende Ausländer und Ausländerinnen von dieser sinnvollen Regelung nicht erfasst. „Deshalb war es einer der ersten Beschlüsse des im November letzten Jahres gewählten Migrations- und Integrationsbeirates, zu wichtigen Themenbereichen, wie etwa Gesundheit, Bildung und Erziehung auch muttersprachliche Broschüren ins Netz zu stellen, um wichtige Informationen auf direktem Weg oder über Multiplikatoren für einen Personenkreis mit geringen Deutschkenntnissen zugänglich zu machen“, betonte Raffaele Zampella, Vorsitzender des Kreisbeirates. „Allerdings können wir nicht 135 muttersprachliche Informationen zur Verfügung stellen, denn so viele Nationalitäten gibt es aktuell bei 12.219 hier lebenden Menschen mit ausländischem Pass“, so Zampella weiter.
Allerdings gebe es darunter eine Handvoll größerer Gruppen, wie den Staatsangehörigen aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien, aus Polen und der russischen Föderation, Italien und Vietnam. Daher wurden in einem ersten Schritt Broschüren in türkischer und russischer Sprache eingestellt, wie Beiratsmitglied Herbert Woidtke unterstrich.
„Letztendlich profitiert auch der Beirat selbst vom neuen Internetportal. Schließlich haben wir nunmehr ein weiteres Medium, in dem wir über unsere Arbeit im Beirat berichten können“, so die stellvertretende Vorsitzende des Beirats und für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Dilorom Jacka abschließend.
Bild (von links nach rechts): Landrat Rainer Kaul, stellvertretende Beiratsvorsitzende Dilorom Jacka, Geschäftsführerin Andrea Oosterdyk, Vorsitzender Raffaele Zampella, EDV-Mitarbeiter Thomas Höfner, Beiratsmitglied Herbert Woidtke, Klaus Flesch, Einbürgerungsbehörde, Büroleiter Manfred Thran


