Energiespartag auf dem Luisenplatz bot vielfältige Informationsmöglichkeiten

 

Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, um sich auf dem Luisenplatz im Rahmen der landesweiten Kampagne „Unser Ener“ wertvolle Tipps für die Modernisierung ihrer Gebäude zu holen. Dipl. Ing. Martin Knopp, für die Verbraucherzentrale als Berater im Landkreis Neuwied tätig, war am Stand der Kreisverwaltung sehr gefragt. Technische Fragen über den richtigen Einbau einer Dachdämmung bis hin zu Überlegungen wie ein Mehrfamilienhaus aus den 60ziger Jahren am effektivsten energetisch saniert werden sollte, waren Thema. Er berät übrigens regelmäßig in Neuwied, Rengsdorf, Dierdorf, Puderbach, Bad Hönningen und Asbach  zu fragen bei der Modernisierung sowie Energieeinsparmöglichkeiten im Haus. „Es ist noch viel zu wenig bekannt, dass in Rheinland-Pfalz durch die Kostenübernahme durch das Land dieser Beratungsservice für die Bürgerinnen und Bürger in den Verwaltungen kostenlos angeboten werden kann,“  erläutert Martin Knopp.

Begrüßung - Energiespartag auf dem Luisenplatz

 

Auf den Gebäudebereich entfallen rund 40% des deutschen Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen. Gleichzeitig sind die Potentiale zur Energie- und CO2-Einsparung gewaltig. Drei Viertel des Altbaubestandes wurde noch vor der 1. Wärmeschutzverordnung 1979 errichtet. Diese Gebäude sind oft gar nicht oder kaum energetisch saniert. Die überwiegende Mehrheit der Heizungssysteme entspricht nicht dem Stand der Technik. „ Es ist kein Geheimnis, dass wir in Deutschland einen enormen Modernisierungsstau haben. Die Szenarien belegen, die energetische Sanierung des Gebäudebestands ist der zentrale Schlüssel zur Modernisierung der Energieversorgung und zum Erreichen der Klimaschutzziele,“ betont Achim Hallerbach, Umweltdezernent des Kreises Neuwied.

 

Über 25 Aussteller gaben einen vielfältigen Einblick in die Möglichkeiten sein Gebäude effektiv zu sanieren und dabei erneuerbare Energien und neueste Haustechnik einzusetzen. Verschiedene Wärmedämmsysteme, Pelettkessel, thermische Solaranlagen und effiziente LED-Lampen brachten die Regionalen Firmen mit in die Fußgängerzone. Die Fahrzeuge verschlingen den zweitgrößten Anteil am Energieverbrauch eines Durchschnitttshaushaltes. Auf dem Luisenplatz konnten die neuesten Hybridautos besichtigt werden. Die Süwag stellte einen Kleinwagen mit Elektroantrieb vor.

Die Energiekosten entwickeln sich auch zunehmend zu einem sozialen Problem. Die Caritas Neuwied warb an ihrem Stand für einen kostenfreien Energiesparservice. Jürgen Fröbus, ein staatlich geprüfter Elektrotechniker überprüft vertraulich und anonym den Energieverbrauch in Haushalten mit geringem Einkommen und erarbeitet Sparvorschläge.

 

Werner Sahli, Nachhaltigkeitsberater für unsere Region hatte zahlreiches Anschauungsmaterial für die Jugend dabei. Am Fahrradergometer konnten die Kinder körperlich erfahren, wie viel Energie es kostet, um einen Lampe zum Leuchten zu bringen. Er steht als Ansprechpartner für die Schulen bereit, um den bewussten Umgang mit Energie im Unterricht zu  thematisieren.

 

„Das Format einer kleinen Messe nah an den Menschen hat sich bewährt. Viele Beratungsgespräche zeigten, dass immer noch großer Beratungsbedarf vorhanden ist,“ fasst Priska Dreher, zuständige Sachbearbeiterin bei der Kreisverwaltung das Ergebnis des Aktionstages zusammen.