Im Notfall für den Menschen da - 10 Jahre Notfallseelsorge im Kreis Neuwied

 

Ein schwerer Unfall mit Todesfolge, ein unvorhergesehener Todesfall, ein Suizid, ein Plötzlicher Kindstod, die Überbringung einer Todesnachricht – das sind nur einige Beispiele für sehr belastende Situationen, in denen die Notfallseelsorge in Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eine „Erste Hilfe für die Seele“ anbietet. Und nicht zuletzt nach der  „Großschadenslage“ bei der „Loveparade“ in Duisburg ist die Notwendigkeit einer Seelsorge in Krisensituationen ein besonders wichtiger Dienst der Kirche an den Menschen, die sich plötzlich in eine solche Notlage gestellt sehen.

 

Die „Notfallseelsorge im Kreis Neuwied“ feierte ihr 10-jähriges Bestehen mit einem Ökumenischen Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Niederbieber. Dank der guten Zusammenarbeit der Kreisverwaltung und der Hilfskräfte mit der Notfallseelsorge ist die Sorge um die Seele von Menschen in besonderen Krisensituationen auch künftig in guten Händen. Die konnten alle im Rahmen der Feierlichkeiten bestätigen.

 

Der Erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach betonte, „…dass die Notfallseelsoge ein wichtiges Hilfsangebot in einem wie auch immer gearteten Katastrophenfall darstellt und dass es aus heutiger Sicht undenkbar ist, darauf verzichten zu müssen. Daher hat die Kreisverwaltung die Arbeit und Ausstattung der Notfallseelsorge kontinuierlich unterstützt und gefördert.  Dies ist sicherlich ohne Frage eine wichtige Säule bei Notfalleinsätzen. Doch ohne das Engagement der Seelsorger und Seelsorgerinnen, ohne die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten wäre  dies alles nicht möglich geworden und hätte sich nicht so positiv entwickeln können. Ich möchte daher ein herzliches Dankeschön an Sie alle aussprechen.“ Seit April 2000 gibt es ein Team von 25-30 Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Evangelischen Kirche, einer Mennonitengemeinde, der Herrenhuther Brüdergemeine und der Katholischen Kirche, das in Kooperation mit der Kreisverwaltung Neuwied im Einsatz ist. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger werden in besonderen Notfällen und Krisensituationen alarmiert und kümmern sich um die betroffenen Angehörigen. Das kann heißen: das Unfassbare solidarisch mit aushalten, Schweigen zuzulassen, aber auch Sprachlosigkeit überwinden helfen. Es geht darum, die Betroffenen in ihrer Ohnmacht, ihre Wut und ihrer Trauer nicht allein zu lassen. Neben dem Aushalten von Ohnmacht und Hilflosigkeit versucht die Notfallseelsorge erste organisatorische Schritte anzubieten und vermittelt die Betroffenen- sofern gewünscht- an weitere seelsorgerliche Hilfsangebote vor Ort oder ggf. an psychosoziale Einrichtungen.

 

Im Kreis Neuwied sind es jährlich im Schnitt 35 Notfälle, in denen die Notfallseelsorge alarmiert wird. Die Seelsorger/innen haben sich kreisweit in insgesamt fünf Teams regional neu organisiert und teilen die Dienstbereitschaft untereinander auf. Die Teams setzen sich aus Freiwilligen der evangelischen und katholischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, aus Hauptamtlichen wie auch Ehrenamtlichen zusammen.