Kinderzahlen im Kreis Neuwied eröffnen weitere Möglichkeiten für Angebotsausbau in Kitas - Hallerbach: Wir sind für die nächsten Jahre gut aufgestellt
Mit der zur Zeit vorhersehbaren Entwicklung der Kinderzahlen innerhalb des Kreisjugendamtsbezirks Neuwied befasste sich der Jugendhilfeausschuss des Kreises Neuwied in seiner jüngsten Sitzung. Immerhin sind diese Zahlen, die aus der aktuellen Einwohnerstatistik der Gemeinden generiert werden, neben den tatsächlich von Eltern artikulierten Bedarfen nach Betreuung in der Kindertagesstätte Basis für die sogenannte Kindertagesstätten-Bedarfsplanung des Landkreises. „Auf der Basis der Kinderzahlen ab Geburt bis zum vollendeten 6. Lebensjahr erfolgt diese Bedarfsplanung für jede einzelne Gemeinde bzw. jeden Kindergarten. Und hier wird eines deutlich: Die Kinderzahlen werden sich auch im Landkreis Neuwied in den nächsten Jahren rückläufig entwickeln“, erklärt der 1.Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernent für Jugend und Familie, Achim Hallerbach.
So liegt beispielsweise noch im laufenden Kindergartenjahr 2010/11 der vom Kreisjugendamt errechnete Planungskorridor kreisweit zwischen rund 3.900 und maximal 4.400 Plätzen für Kinder ab dem vollendeten 2. Lebensjahr bis zum Schuleintritt. Schon in zwei Jahren, das heißt im Planungsjahr 2012/13, werden nach der gleichen Berechnungsmethode für die Bedarfsplanung rund 400 Kinder weniger erwartet.
„Zunächst einmal ist der erwartete Rückgang der Kinderzahlen in dem beschriebenen Umfang natürlich ein Umstand, den wir für den Landkreis Neuwied insgesamt bedauern,“ kommentiert der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach das Zahlenwerk. Gravierende Veränderungen bis zum Jahr 2012/13 könnten sich hier allenfalls noch durch Zuzüge ergeben“, bewertet er die umfassende Bestandsaufnahme.
Mit Blick auf die zur Zeit schon geltenden Rechtsansprüche der Zweijährigen auf einen Kindergartenplatz, der ab 2013 auch auf Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr ausgedehnt wird - dann aber auch gleichwertig ein Angebot in Tagespflege umfasst - stimmen das Kreisjugendamt diese Zahlen aber auch insoweit optimistisch, als das der Landkreis davon ausgeht, dass mit den derzeit vorhandenen bzw. nach vollständig erfolgtem Ausbau der Kindertagesstätten vorhandenen Kindertagesstätten-Plätzen und Gruppen diese Ansprüche weitgehend abgedeckt werden können.
Dabei macht der Beigeordnete eines deutlich: „Überkapazitäten an Kita-Plätzen erwarten wir nicht. Schließlich erlauben die Rahmenbedingungen des rheinland-pfälzischen Kindertagesstätten-Gesetzes die Betreuung von Kindern unter zwei Jahren nur in Gruppenformen mit einer deutlich abgesenkten Gruppenstärke von maximal 15 Plätzen.“ In Regelgruppen oder sogenannten geöffneten Gruppen können bis zu 25 Kinder aufgenommen werden. D.h. in vielen Kindertagesstätten müssen vorhandene Regelgruppen noch in Krippen-, kleine altersgemischte oder Haus-für-Kinder-Gruppen umgewandelt werden. „Dazu bietet die erwartete demografische Entwicklung in den nächsten Jahren Gelegenheit“, so Hallerbach.
Immerhin können schon heute annähernd 4.100 Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr bis zum Schuleintritt in den Kindertagesstätten kreisweit betreut werden. Geht ihre Zahl zurück bei einem gleichzeitig steigenden Angebot an Plätzen, so erreicht der Landkreis Neuwied eine recht hohe Versorgungsquote, die schon heute für die Altersgruppe der Zweijährigen deutlich über 80 Prozent liegt und für ältere Kinder bei annähernd 100 Prozent.
Noch gänzlich offen ist dabei die Frage, wie stark tatsächlich Eltern für ihre einjährigen Kinder eine Betreuung in einer Kindertagesstätte in Anspruch nehmen möchten. „Hier gibt es noch keinerlei verlässliche Planungsgrößen und auch nur marginale Erfahrungswerte. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kinder, die ab 2013 einen Anspruch auf Betreuung in einer Kindertagesstätte oder in Kindertagespflege haben werden, längst noch nicht geboren sind“, betont Achim Hallerbach abschließend.

