Nutzung von erneuerbarer Energie in Bad Hönningen sehr gut möglich -
Hallerbach: Kreis Neuwied hat gute Chancen für Vorreiterrolle
Gerade in der Badestadt stehen die Chancen günstig; denn Fachleute haben nun in einer vom Landkreis Neuwied initiierten Studie herausgefunden, dass es im Stadtgebiet vier potentielle Nutzungsorte geben könnten. Diese Ergebnisse wurden von Michael Münch vom Institut für geothermisches Ressourcenmanagement an der FH Bingen nun öffentlich präsentiert. Zuvor stellte der Prof. Dr. Georg Wieber von der Universität Mainz und zugleich auch Leiter der Regionalstelle der SGD Nord die Grundlagen und Entstehungsformen für eine Nutzung von Geothermie vor. Auch er unterstrich die besondere Vorbildfunktion der Pläne in Bad Hönningen: „Die geplante gezielte Nutzung des Thermalwassers für andere Anwendungsbereiche ist neu in Rheinland-Pfalz“.
Derzeit wird Thermalwasser noch mit rund 30 Grad in den Rhein eingeleitet. So liegt es nah, diese ungenutzte Energie z.B. über Wärmetauscher für Heizsysteme nutzbar zu machen. Ansatzpunkte hierfür sieht Münch bei der Kristallparktherme, bei einem eventuellen Hotelneubau in Kristallparknähe, bei einer Seniorenresidenz im Bereich der Schmiedgasse sowie einer Aquakultur zur Fischzucht auf dem ehemaligen Artus-Gelände.
Deutschland- und Hönninger-Sprudel sowie der Hubertussprudel bieten ein thermisches Energiepotential von 3.600 kW an. Damit könnte man theoretisch ein größeres Neubaugebiet mit Mehrfamilienhäusern beheizen.
Es wurden in dem Masterplan auch erste wirtschaftliche Überlegungen angestellt. Im Vergleich zu einer reinen Erdgasvariante konnten die Mischvarianten unter Einbezug der Thermalwässer den reinen Wärmepreis zum Teil deutlich unterbieten.
Hallerbach: „Wir brauchen globalen Klimaschutz, aber auch viele praktische Ansätze vor Ort. Deshalb möchte der Landkreis Neuwied mit seinen Kommunen Klimaschutz konkret machen, greifbar machen und gestalten.“ Bürgermeister Micheal Mahlert ergänzt zum Zeitplan: „Mit konkreten Umsetzungen rechne ich nicht vor 2012. Vielmehr sehe ich die aktuelle Studie als ersten Schritt, der nun potentielle Investoren interessieren und motivieren soll.“


