Bedarf nach Sprachfördermaßnahmen bleibt ungebrochen - Hallerbach: Schlüsselkompetenz „Sprache“ stärken
„Auch im Kindergartenjahr 2010/11 ist der Bedarf nach Sprachförderung im Kindergarten ungebrochen: insgesamt 69 sogenannte „Sprachfördermodule“ werden seit September 2010 in insgesamt 45 Kindertagesstätten kreisweit durchgeführt“, bilanziert der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach. Die Maßnahmen haben zum Ziel, die Sprachkompetenz der Kinder zu fördern.
Die pädagogische Aufwertung des letzten Kindergartenjahres ist in den vergangenen Jahren im Rahmen des Landesprogramms „Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an“ immer stärker in den Blick gerückt. Ein wesentlicher Bestandteil sind gezielte Sprachförderangebote. „Die Erfahrungen der ersten Jahre „Sprachförderarbeit“ seit 2006 machten aber auch deutlich, dass Sprachförderung noch früher ansetzen sollte. Aus diesem Grund können zwischenzeitlich auch Maßnahmen ganz gezielt für die Altersgruppe der Vier- bis Fünfjährigen angeboten werden“, erklärt Achim Hallerbach.
Für den Förderzeitraum zwischen September 2010 und Juli 2011 – hat das Land Rheinland-Pfalz für den Landkreis Neuwied nun Mittel in Höhe von 190.572 Euro bewilligt. Die bewilligten Landesmittel dienen zur (Voll)-Finanzierung der Personalkosten von kreisweit insgesamt 69 einzelnen Maßnahmen der Sprachförderung und zur Durchführung von weiteren 14 Maßnahmen zur Vorbereitung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule.
55 Maßnahmen des Moduls „Basis-Sprachförderung“ richten sich an Kinder, die in der deutschen Sprache Förderbedarf haben. Mit jeweils 2.000 Euro pro Maßnahme werden die Personalkosten für 100 Zeitstunden „Sprachförderung“ voll finanziert. „Die Sprachförderung erstreckt sich dabei über das gesamte letzte Kindergartenjahr. An jeder Maßnahme sollen mindestens fünf Kinder teilnehmen“, so Hallerbach.
Die 14 Maßnahmen des Moduls „Intensiv-Sprachförderung“ wenden sich an Kinder, die in der deutschen Sprache einen besonders hohen Förderbedarf haben. Anders als bei der Basis-Förderung stehen hier für 200 Zeitstunden „Sprachförderung“ 4.000 Euro vom Land als pauschalierter Personalkostenzuschuss zur Verfügung. Die Größe der Fördergruppen ist hier auf sechs Kinder begrenzt.
Durchgeführt werden die einzelnen Maßnahmen in vielen Kindergärten kreisweit, und zwar von Fachkräften, die Kindern vor dem Übergang in die Grundschule Deutsch bzw. Deutsch als Zweitsprache „handlungsbegleitend und erlebnisbezogen“ vermitteln können. Kreisweit umfasst der Personenkreis der Sprachförder-Kräfte nicht nur Erzieherinnen sondern auch Lehrer sowie Studierende mit entsprechendem Fächerbezug.
Die vierzehn Maßnahmen zur Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule beziehen sich auf ganz besondere Kooperationsprojekte zwischen Kindergarten und Grundschule, die den Kindern den Übergang aus dem gewohnten Umfeld des Kindergartens in die „neue“ Welt der Schule erleichtern sollen.
„Die Erfahrungen der vergangenen Jahre und auch die positiven Rückmeldungen der Grundschulen zeigen, welche große Bedeutung der Schlüsselkompetenz „Sprache“ zukommt. Leider hatten unsere Bemühungen, bei der zuständigen Ministerin, Doris Ahnen, eine deutliche „Aufstockung“ des uns zugewiesenen Budgets zu erreichen, insbesondere um noch stärker die Altersgruppe der 4- bis 5-jährigen zu fördern, keinen Erfolg“, führt der zuständige 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach aus.
Weitere Informationen sind bei den örtlichen Kindergärten und beim Kreisjugendamt Neuwied, Telefon 02631-803-242 (Kerstin Grüber) erhältlich.

