Energiebeirat besichtigt Biomassekraftwerk der Stadtwerke Neuwied - Hallerbach: Beispielhaftes Projekt zum Ausbau der regenerativen Energieversorgung

 

Der Erste Kreisbeigeordnete und Vorsitzende des Kreisenergiebeirates, Umweltdezernent Achim Hallerbach, sieht den Landkreis Neuwied auf einem guten Weg in der Umsetzung von Klimaschutzzielen und der Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen zur Energiegewinnung. Hallerbach: „Der Landkreis Neuwied ist mit 45 Prozent Wald bedeckt. Sehr viel Energie wächst hier mit Hilfe der Sonne regenerativ heran. Der Energiebeirat des Landkreises hat sich eine langfristige strategische Ausrichtung der regionalen Energieversorgung zum Ziel gesetzt. Dazu zählt der Ausbau regionaler Energieversorgungszentren wie das Biomasseheizkraftwerk am Sohler Weg.“ Das künftige Integrierte Klimaschutzkonzept des Landkreises Neuwied wird dazu weitere wichtige Erkenntnisse liefern, ist Hallerbach überzeugt.

Bild: Der Energiebeirat des Landkreises Neuwied besichtigte in seiner jüngsten Sitzung das Biomassekraftwerk im Neuwieder Industriegebiet. Achim Hallerbach (5.v.r.), Vorsitzender des Energiebeirates im Landkreis Neuwied bedankte sich bei Udo Engel (3.v.l.), Geschäftsführer der Energie-Service-Mittelrhein (ESM) für die kompetente Führung durch das Biomasseheizkraftwerk und hofft, dass die beispielhafte Biomasseanlage mit dem angeschlossenen Wärmenetz zahlreiche Nachahmer im Landkreis findet.

 

Kürzlich besichtigte der Ausschuss das Biomasseheizkraftwerk der Energie-Service-Mittelrhein (ESM), eine Tochter der Stadtwerke Neuwied, am Sohler Weg. Dieses Kraftwerk entspricht neuesten Standards und gehört nach Angaben des Betreibers zu den saubersten und am besten überwachten Biomasseheizkraftwerken für nachwachsende Rohstoffe in Deutschland.

 

Udo Engel, bei den Stadtwerken Neuwied verantwortlich für die Anlage, erläuterte dem Gremium die Funktionsweise des Kraftwerks. In der rund 4,5 Millionen Euro teuren Anlage – sie ist mit modernster Filtertechnik ausgestattet – werden ausschließlich nachwachsende Rohstoffe – in der Regel naturbelassene Holzhackschnitzel und andere nachwachsende Rohstoffe verbrannt. An Brennmaterial werden jährlich ca. 15.000 Tonnen benötigt. Dazu schloss der Betreiber einen langfristigen Vertrag mit einem regionalen Lieferanten, der das Holz aus einem Umkreis von rund 100 Kilometern besorgt. Das Kraftwerk besitzt eine Feuerleistung von 5,7 Megawatt und verfügt über eine thermische Leistung von 4,8 Megawatt, aus der man 3,8 Megawatt Wärmeleistung gewinnt. Die elektrische Nennleistung beträgt 800 Kilowatt und ist damit ausreichend um ca. 1.200 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen.

 

Das Kraftwerk besteht aus einem Kraftwerksraum für den Thermoölkessel mit seinen Zuluft-, Kühl- und Abgasleitungen und den erforderlichen Rauchgasreinigungsanlagen, einem Turbinenraum für die ORC-Turbine, einem Schaltraum mit angeschlossenem Aufenthaltsraum, Lager und Technikräumen und einem Hackschnitzellager.

 

Die Hackschnitzel werden angeliefert und in das Lager verbracht. „Mit Hilfe eines automatisch arbeitenden Kranes werden die Hackschnitzel in einen Schubboden gefüllt, der diese dann über ein Fördersystem in den Feuerungskessel bringt. Mit den dort entstehenden heißen Abgasen wird das Thermoöl erhitzt“, erklärt Geschäftsführer Udo Engel bei der Besichtigung der Anlagentechnik. Dies wiederum bringt das im ORC-Kreislauf befindliche Silikonöl zum Verdampfen, welches die Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Die dann noch verbleibende Abwärme wird für die Versorgung der an das Fernwärmenetz angeschlossenen Verbraucher genutzt.

 

Das Biomassekraftwerk wird nach dem OCR-Verfahren mit Thermoöl als Wärmeübertragungsmedium betrieben. Durch die gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme beträgt der Wirkungsgrad rund 85 Prozent und ist damit hochgradig effizient. Über ein Nahwärmenetz werden sieben Schulen, sechs Sportanlagen, zwei Altenheime, sieben Geschäftskunden (darunter die Kreisverwaltung) sowie 23 Wohngebäude mit 630 Wohneinheiten versorgt. Etwa 20.000 MWh-Wärmeenergie werden jährlich erzeugt.

 

Der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach fasste die Eindrücke des Ausschusses zusammen: „Der Planungsprozess des Kraftwerkes zeigte, dass durch eine gute Kommunikation zwischen Projektplaner und Bürgerschaft beispielhafte Lösungen mit hoher Akzeptanz gefunden werden können. Das Kraftwerk ist mit modernster Filter− und Verbrennungstechnik ausgerüstet, die die Werte der gesetzlichen Vorschriften deutlich unterbietet. Eine transparente Überwachung der Emissionen schuf in der Bevölkerung Vertrauen.“

 

Bild: Der Energiebeirat des Landkreises Neuwied besichtigte in seiner jüngsten Sitzung das Biomassekraftwerk im Neuwieder Industriegebiet. Achim Hallerbach (5.v.r.), Vorsitzender des Energiebeirates im Landkreis Neuwied bedankte sich bei Udo Engel (3.v.l.), Geschäftsführer der Energie-Service-Mittelrhein (ESM) für die kompetente Führung durch das Biomasseheizkraftwerk und hofft, dass die beispielhafte Biomasseanlage mit dem angeschlossenen Wärmenetz zahlreiche Nachahmer im Landkreis findet.