Schüler wollen mehr als gesundes Essen

 

Im Rahmen des Ganztagsschulkonzeptes des Landes wird an immer mehr Schulen eine Mittagsversorgung angeboten. Daher nimmt die Schulverpflegung einen immer höheren Stellenwert ein. Um an Schulen einen Beitrag zur Verbesserung der Verpflegungssituation und der Ernährungsbildung zu leisten wurde die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Rheinland-Pfalz eingerichtet. Auch der Landkreis Neuwied hat sich im Rahmen der Gesundheitskonferenz  mit der Verpflegung in Schulen befasst.

 

Unbestritten ist, dass das Lernen besser gelingt und die gesundheitliche Entwicklung positiv gefördert wird, wenn Kinder eine ausgewogene Ernährung erhalten. Aber was sind die Ursachen der teilweisen Ablehnung der Schulverpflegung. Warum ist die Pommes-Bude um die Ecke viel interessanter?

 

Wie kann die Akzeptanz des Schulessens gesteigert werden?

 

Mit dieser Fragestellung hatte das Gesundheitsamt, das Schulamt der Kreisverwaltung Neuwied und die Ernährungsberatung Rheinland- Pfalz zu einem gemeinsamen Austausch im Rahmen eines Arbeitskreises  eingeladen. Eingeladen wurden Vertreter/innen der Schulen, Schulträger und Schulelternbeiräte. Betreiber/innen von Schulmensen und Kiosken haben ebenfalls teilgenommen. Das Treffen fand in der Maximilian-Kolbe-Schule,  Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, in Rheinbrohl statt.

 

Nach einer kurzen Einführung über die bisherigen Gesundheitskonferenzen zum Thema „Adipositas und Übergwicht“ und „Schulverpflegung in Ganztagschulen“ folgte ein Impulsreferat von Bärbel Euler, Beraterin Schulverpflegung am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel in Montabaur. Aufgabe von Frau Euler ist es die Schulen über die  „Qualitätsstandards Schulverpflegung“ (Empfehlungen der DGE 2009) zu beraten, zu informieren und alle Beteiligten am runden Tisch oder im Mensaausschuss im Gespräch zu halten. Wesentliche Erfolgsfaktoren in der Schulverpflegung liegen in der Organisation, in der Kommunikation und natürlich auch im Speiseangebot selbst. Leckere, regionale, nett angerichtete Speisen schmecken in angenehmer Atmosphäre besonders gut. Das Aufsichts- und das Ausgabepersonal haben große Einflussmöglichkeiten auf die Akzeptanz der Schulverpflegung.

 

Ernährungsbedingte Krankheiten sind auch bei Kindern steigend, die Verpflegungssituation ist verbesserungsfähig, die Zahl der Ganztagsschulen nimmt zu und damit wird das Thema Schulverpflegung eine „große Aufgabe“, an der alle Beteiligten im Interesse einer Verbesserung der Mittagsverpflegung zusammenarbeiten sollten.

 

Herr Hoß, Förderschullehrer und Konrektor der Maximilian-Kolbe-Schule, stellte als Beispiel das „Mittagessen“ an seiner Schule vor. Es besuchen ca. 90 Schüler die Ganztagsschule in Angebotsform.  Die Schule verfügt über eine eigene kleine Mensa und bekommt das Essen warm angeliefert. Hier ist es üblich, dass (fast) alle Kinder das Angebot nutzen. Die Schule legt großen Wert auf ein „gutes Mittagessen“ und durch viele Aktivitäten in Richtung Ernährungsbildung sind Erfolge sichtbar. Der Schnippelbohneneintopf steht auf der Hitliste ganz oben. Die Zahl der Kinder die Salat und Gemüse mögen ist steigend. „Immer wieder anbieten und Vorbild sein, das ist wichtig. Ich esse jeden Tag mit meinen Schülern“ sagt Hoß.

 

Fragen zu Angeboten an Kiosken,  Abrechnungssystemen und  vieles mehr wurde angesprochen und diskutiert. Ein weiteres Treffen ist in der zweiten Jahreshälfte geplant. Als Schwerpunktthema will sich  der Arbeitskreis mit den Speiseangeboten befassen.

 

Frau Euler steht bei Bedarf um Unterstützung rund um die Schulverpflegung zur Verfügung und unter Tel 02602/9228-32 am Dienstleistungszentrum in Montabaur zu erreichen.