Gymnasiasten besuchen die Berschaue

 

Zum Tag der Artenvielfalt besuchten zwei Klassen des Wiedtalgymnasiums aus Neustadt/Wied das Naturschutzgebiet Berschaue. Unterstützt und ausgerüstet von der rheinlandpfälzischen Stiftung Naturschutz wurden die Schüler vom zuständigen Umweltdezernenten des Landkreises Neuwied, dem 1.Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach, vor Ort begrüßt und über die Historie des Gebietes informiert.

Bildunterschrift: Der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach (1.v.r.) empfing die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Neustadt/Wied unter der Leitung von Dr. Iris Hertwig (2.v.r.) im Naturschutzgebiet Berschau

 

Es war noch ein wenig feucht im Wiedtal, als die Gymnasiasten unter Leitung ihrer Biologielehrerin, Dr. Iris Hertwig, zu dem kleinen Naturschutzgebiet am Ortsrand von Neustadt kamen. Aber die Schüler waren gut ausgerüstet, so dass das nasse Gras kein Hindernis darstellte. Anlässlich des GEO-Tages der Biodiversität stand die Erkundung der Tier- und Pflanzenwelt auf dem Stundenplan.

 

Zuvor gab der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach den Schülern einen Überblick über die Historie des Gebietes, das noch bis Ende der 70er Jahre eine Bauschuttdeponie war und erst Anfang der 80 Jahre in ein Freizeitgebiet umgewandelt wurde. Seit 1983, so der Neuwieder Umweltdezernent, ist die Berschaue als Naturschutzgebiet ausgewiesen. „Die Gelbbauchunke und der Kammmolch waren hier zu Hause, darum hat damals die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) die Unterschutzstellung betrieben,“ so Hallerbach.

 

Seit 2008 sind im Naturschutzgebiet während des Sommers Exmoorponies im Gebiet untergebracht und sorgen durch ihr Fressen dafür, dass das Gebiet nicht verwildert und zu wuchert. Insgesamt zwei dieser halbwilden Pferdeart haben sich die Herzen der Neustädter Bürger erobert, die gerne in die Berschaue kommen, um den Pferden zu zusehen. Die Ortsgemeinde Neustadt hat die Beweidung des Schutzgebietes möglich gemacht. Sie hat eine Ersatzmaßnahme umgesetzt, die sie wegen des Neubaus des Radweges erbringen musste. Dabei gab es eine unbürokratische Regelung mit der Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung. „Im letzen Sommer haben wir versucht, Fahrspuren im Gelände anzulegen, um den Gelbbauchunken neue Lebensräume zur Reproduktion anzubieten,“ konnte Hans-Peter Job von der Neuwieder Naturschutzbehörde berichten. Jetzt ist man im Kreishaus gespannt darauf, ob und welche Amphibien die Schüler entdecken konnten.

 

Neben der Fachlehrerin Dr. Hertwig wurden sie durch Dr. Dieter Steinwarz von der Biologischen Station Siegburg fachlich unterstützt, als sie mit T-Shirts, Keschern und Becherlupen ausgerüstet, das Gebiet in Augenschein nahmen.  „Es hat lange gedauert, bis eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Naturschutzbehörde zustande kam. Bereits 1982 hat man darüber nachgedacht. Jetzt endlich hat es geklappt. Wir freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit und eine kontinuierliche Entwicklung dieses Projektes,“ resümierte Achim Hallerbach.