„Keiner darf verloren gehen“ - Lernpaten helfen Grundschülern

Hallerbach: Lernpaten übernehmen wichtige gesellschaftspolitische Rolle

 

Kinder im Kreis Neuwied sollen in enger Kooperation mit ihrer Schule die Möglichkeit erhalten, durch ergänzende Förderung ihre Bildungschancen zu erhöhen. „Nach der erfolgreichen Umsetzung des Lernpatenprojektes mit dem Titel ´Keiner darf verloren gehen´ durch die Bürgerstiftung Pfalz wird das Kreisjugendamt Neuwied in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Neuwied das Lernpatenprojekt mit Hilfe von ehrenamtlichen Lernpaten nun auch an Grundschulen im Landkreis etablieren“, teilt der 1. Kreisbeigeordnete und Jugenddezernent Achim Hallerbach mit.

 

Wie Hallerbach weiter erläutert, ist das Lernpatenprojekt im Landkreis Neuwied Teil des Projekts „Prävention – Intervention – Kommunikation - Konzept des Landkreises Neuwied zum Ausbau niederschwelliger und präventiver Hilfen (Neuwieder Modell)“. Bei diesem Projekt geht es in einem modulartigen Gesamtkonzept neben einer Verbesserung der Wahrnehmung der Aufgaben des Kindesschutzes und dem qualitativen und quantitativen Ausbau des Angebotes an Hilfen zur Vermeidung von Überforderungssituationen von Eltern, auch um eine Erhöhung der Transparenz und Abstimmung vorhandener Angebote.

 

Insgesamt haben bislang 11 Lernpaten ihr Interesse an der Zusammenarbeit angemeldet. Nach einer Einstiegsveranstaltung folgen nun sechs weitere Schulungsabende die vom Caritasverband Neuwied durchgeführt werden. Insgesamt stehen 30 Stunden Schulung auf dem Lehrplan. Es werden u.a. folgende Themen behandelt: Entwicklungspsychologie, Gesellschaftspolitische Aspekte, Schule/Kindheit heute.

 

Die Paten kümmern sich für 1-2 Stunden pro Woche ein ganzes Schuljahr lang um ein von den Lehrern ausgewähltes Kind, das voraussichtlich von einer solchen persönlichen Begleitung profitieren wird. Die Maßnahme zielt darüber hinaus auch auf eine Verbesserung der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund.

 

„In der Tätigkeit als Lernpaten geht es nicht um das Erlernen des Einmaleins, sondern um gezielte menschliche Zuwendung, Alltagshilfen und auch Tipps zur Freizeitgestaltung. Insofern fungieren Lernpaten weder als Nachhilfelehrer noch als Therapeuten, sondern stellen eine zusätzliche Bezugsperson dar, die mit Zeit, Geduld und Lebenserfahrung dem Kind an der Seite steht“, ergänzt Jugendpfleger Franlin Toma, der das Projekt beim Kreisjugendamt Neuwied koordiniert.

 

„Ergebnisse von Studien über die Bildungssituation in Deutschland bestätigen den Eindruck: ´Wer unten ist, bleibt unten´. Aufgrund individueller gesellschaftlicher, aber auch familiärer Probleme bedürfen Kinder aus sogenannten bildungsfernen Familien individueller Hilfen, um die Chancen derjenigen zu verbessern, die von zu Hause wenig oder keine Unterstützung erhalten. Gerade auch die aktuell veröffentlichte OECD-Studie zeigt wieder, dass Jugendliche aus wirtschaftlich und sozial ungünstigen Verhältnissen auch schulisch oft benachteiligt sind. Hier übernehmen die Lernpaten mit ihrer Arbeit eine wichtige gesellschaftspolitische Rolle, wofür ich ihnen sehr danke“, so Achim Hallerbach abschließend.