Ehrungen und Auszeichnungen für große Einsatzbereitschaft - Hallerbach: Demografischer Wandel hat auch Auswirkungen auf Feuerwehren
Die große Einsatzbereitschaft und die Vielfalt des Einsatzspektrums standen im Mittelpunkt des diesjährigen Verbandsgemeindefeuerwehrtages in Unkel. Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach zeichnete gemeinsam mit Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Böcking verdiente Feuerwehrmänner aus. Erich Götte erhielt das Goldene Feuerwehrehrenzeichenzeichen für 35-jährige aktive Tätigkeit und Willi Munkenbäck das Silberne Ehrenzeichen für 25-jährige Tätigkeit in der Feuerwehr. Michael Schlüter aus Erpel erhielt die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Neuwied für 40-jährige Tätigkeit in der Feuerwehr. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Unkel, Werner Zimmermann wurde Ehrenmitglied der Feuerwehr Unkel.
Hallerbach hob die Bedeutung der Wehren auf örtlicher Ebene sowie durch die Lage am Rhein, die B 42 und die stark frequentierte Bahnstrecke besonderen Gefahrenpotentiale hervor. Aber auch die Zusammenarbeit mit Anderen sei gerade in der Verbandsgemeinde Unkel von großer Bedeutung. Die direkte Positionierung zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen drücke sich in einer guten Zusammenarbeit der Unkeler Wehren mit Einheiten der Feuerwehren, der Rettungsdienste und dem THW im Nachbarland aus.
Einen besonderen Dank richtete Hallerbach an die Verantwortlichen der Jugendfeuerwehr und ging damit auf ein zunehmendes Problem der Ehrenamtlichkeit im Allgemeinen und bei den Feuerwehren im Besonderen ein: Die Nachwuchsförderung und die Rekrutierung künftiger Feuerwehrleute. „Der demografische Wandel wird auch Auswirkungen auf Feuerwehren haben. Längst spüren wir, dass es immer schwieriger wird, genügend Menschen für dieses wichtige Ehrenamt zu begeistern. Hinzu kommt, dass Menschen mit Migrationshintergrund oder auch Akademiker seltener den Weg zur Wehr suchen“, stellt Hallerbach fest und hob hervor: „Die Mitgliederzahlen in den Feuerwehren werden sinken; dadurch bedingt wird auch die Tagesalarmsicherheit nicht mehr überall gewährleistet sein.“ Folglich müsse ein Umdenken stattfinden. Beispielsweise müssten Ausrückegemeinschaften gebildet werden oder so genannte Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeuge geschaffen werden die an Stelle von vielen Spezialfahrzeugen alles an Bord haben und somit in Zukunft das Werkzeug der Wehren darstellten.
Hallerbach lobte die Zuverlässigkeit der Wehrleute: „Braucht man Hilfe, ist man in Not – die Freiwilligen Wehren stehen ohne Wenn und Aber innerhalb kürzester Zeit am Einsatzort.“ Und dies sei, so Hallerbach weiter, nicht nur so weil die Feuerwehren eine wichtige gesetzliche Aufgabe der Gemeinden übernähmen, sondern weil die Wehrleute ein großes persönliches Pflichtbewusstsein hätten welches sich auf ein großes ehrenamtliche Fundament stütze: „Sie sind damit eine unverzichtbare Säule unseres kommunalen und gesellschaftlichen Gemeinwesens. Ihre Aufgaben stellen eine große Herausforderung dar und Ihre Einsätze sind oft sehr belastend. Im Namen des Landkreises Neuwied danke ich Ihnen ganz herzlich.“ Großen Dank zollte er auch den vielen Betrieben und Arbeitgebern, die es überhaupt erst möglich machen, dass die freiwilligen Wehrleute ihren Dienst im Notfall ausüben können: „Ohne deren Billigung, dann ihren Arbeitsplatz verlassen zu dürfen, wenn andere in Bedrängnis sind, wäre unsere ehrenamtliche Feuerwehr überhaupt nicht möglich.“


