Wertvolle Neuzugänge bereichern bedeutende Ausstellung Prachtvolle Kommoden von Abraham Roentgen für das Roentgen-Museum Neuwied

 

Für das Roentgen-Museum Neuwied konnten nun zwei kostbare frühe Kommoden aus der Zeit und der Werkstatt Abraham Roentgens mit Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Neuwied, der Kulturstiftung der Länder, des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz und der Abraham- und David Roentgen-Stiftung Neuwied mit Förderkreis erworben werden.

Foto: von links nach rechts Dr. Hermann-Josef Richard (Kulturstiftung der Sparkasse Neuwied), Oberbürgermeister Nikolaus Roth, Restaurator Gerhard Hermann, Frau Helga Moitz (Förderverein der Roentgen-Stiftung), Generalsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen (Kulturstiftung der Länder), Thomas Paffenholz (Kulturstiftung der Sparkasse Neuwied), (kniend:) Dr. Christine Cornet, Landrat Rainer Kaul, Museumsleiter Bernd Willscheid.

 

Zur Präsentation der Kommoden hatten Landrat Rainer Kaul, Helga Moitz als Vorsitzende des Förderkreises der Roentgen-Stiftung sowie Oberbürgermeister Nikolaus Roth als Vorsitzender der Roentgen-Stiftung in den Festsaal des Roentgen-Museums Neuwied eingeladen. Grußworte sprachen Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Berlin, sowie der rheinland-pfälzische Kultur-Staatssekretär Walter Schumacher, Mainz. In einem bebilderten Vortrag stellte die Kunsthistorikerin und Restauratorin Dr. Christine Cornet vom Goering-Institut München, eine der bekannten Roentgenmöbel-Experten, die beiden erworbenen Kommoden vor.

 

Die neuen Möbelstücke, die zu den Zeugnissen einer ersten, begrenzten „Serien-Produktion“ der Roentgen-Werkstatt gehören, beeindrucken mit ihren prachtvollen Einlegearbeiten (Marketerie) und ebensolchen Beschlägen. Ausladend bauchig, überziehen illusionistische Intarsien im Rautenmuster aus Rosen- und Veilchenholz die Front der wertvollen Möbel, die Beschläge ließ sich Abraham Roentgen aus London liefern. Die Möbel stammen aus einer Reihe von Kommoden, die Abraham Roentgen u. a. auch an den Trierer Erzbischof und Kurfürsten Johann Philipp von Walderdorff (ein erster Großkunde der Roentgens)  lieferte. Diese frühen Exemplare der Neuwieder Möbelkunst machten die Roentgen-Manufaktur überregional bekannt.

 

Das Roentgen-Museum Neuwied besitzt eine umfangreiche Kollektion von den in Neuwied geschaffenen Luxusmöbeln der Kunstschreiner Abraham und David Roentgen, den wohl berühmtesten Ebenisten ihrer Zeit auf europäischem Boden. Abraham Roentgen war um 1750 in die Stadt eingewandert, sein Sohn David führte das Geschäft bis 1795 weiter. Neben wertvollen Schreibschränken, Verwandlungs- und Salontischen schufen die Roentgens Schatullen, Kommoden und Sitzmöbel. Ebenso berühmt wurden ihre Standuhren, deren Uhrwerke von dem auch in Neuwied ansässigen Peter Kinzing stammten.

 

Die Luxusmöbel mit ihrer damals hochmodernen Formgebung fanden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts rasanten Absatz und begeisterten auch zahlreiche prominente Kunden über alle Landesgrenzen hinweg: ob die russische Zarin Katharina die Große (die ein Vermögen für Hunderte von Roentgen-Möbeln ausgab), der französische König Ludwig XVI. oder Friedrich Wilhelm II. von Preußen – sie alle ließen sich von den Roentgens mit prachtvollen Musikuhren, kostbaren Schatullen oder technisch raffinierten Verwandlungstischen beliefern. Das Neuwieder Museum dokumentiert die äußerst umtriebige Werkstattgeschichte der Roentgen-Familie, die ihre Manufaktur nach dem Umzug nach Neuwied von einem kleinen Betrieb zu einer großen Firma von europäischem Rang umgestaltete.

 

Das Roentgen-Museum ist geöffnet: Dienstag bis Freitag 11:00 h - 17:00 h, Sa. 14:00 - 17:00 h, So. 14:00 - 17:00 h, Letzter Einlass 16:30 h, montags geschlossen.

www.roentgen-museum-neuwied.de