Neuwieder Helmut Krämer und Friedel-Wulf Kupfer erhalten Landesverdienstmedaille

 

„Ehrenamtliches Engagement ist wie ein Reißverschluss der unsere Gesellschaft zusammenhält. Mit Helmut Krämer und Friedel-Wulf Kupfer ehren wir im Rahmen dieser kleinen Feier zwei Männer, die sich mit besonderem Einsatz für Ihre Heimat und somit auch für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen sowie deren Identifikation mit ihrer Gemeinde einsetzen.“ Das unterstrich Kulturstaatssekretär Walter Schumacher, der heute die Verdienstmedaillen des Landes an die beiden Neuwieder übergab.

Foto: Helmut Krämer

 

Der große Einsatz von Helmut Krämer für die Pflege der heimischen Mundart sei beeindruckend, so Walter Schumacher. Neben eigenen Mundartgedichten und der Veröffentlichung heimatkundlicher Artikel in der Lokalzeitung gebe er sein Wissen und seine Fähigkeiten in Kursen in der Volkshochschule Neuwied weiter. So arbeite er seit 1996 in der Erzähl- und Schreibwerkstatt mit und leite seit 1998 den Mundartgesprächskreis „Wie mir schwätze“, der fester Bestandteil des VHS-Programmes sei. Seit dem Jahr 2000 arbeite er im Vorstand des Dierdorfer Literaturkreises „Eulenturm“ mit und setzte sich so auch über seine Heimatgemeinde hinaus für die Pflege der heimischen Mundart ein. Auch die ältere Generation komme in den Genuss seiner Mundarttexte. So arbeite Helmut Krämer im Volkshochschul-Gesprächskreis „Aktive Ältere“ mit und trage seine eigenen Texte in Alteneinrichtungen der Stadt Neuwied oder bei Seniorenfeiern vor.

 

Außerdem setze er sich mit großem Engagement im Kreismedienzentrum Neuwied ein. Medienzentren bieten u.a. Schulen, Studienseminaren, Hochschulen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern Fort- und Weiterbildungen an, den Verleih hochwertiger Medien und die Beratung zum Medieneinsatz sowie historische Datensätze. Für das Medienzentrum Neuwied habe er eine Heimat-Online-Datenbank eingerichtet, die die Inhaltsverzeichnisse aller bisher erschienenen Heimatblätter, -kalender und Heimatjahrbücher des Kreises sowie die Namen der entsprechenden Autoren umfasse. Hierzu habe er alle Daten von 1922 bis einschließlich heute aufgenommen. Dass Helmut Krämer neben all diesen Aktivitäten noch hilflose und finanziell schlechter gestellte ältere Menschen ehrenamtlich betreut, am Projekt „Kinderstadtführer“ mitarbeitet oder ein Neuwieder Dialektbuch, in dem die Mundart parallel ins Hochdeutsche übersetzt ist, verfasst, sei bemerkenswert, hielt Walter Schumacher fest.

 
Friedel-Wulf Kupfer

Wie Helmut Krämer sei auch Friedel-Wulf Kupfer dem Kreismedienzentrum Neuwied eng verbunden. Seit 1994 kümmere er sich ehrenamtlich um den Aufbau und die Weiterführung einer Sammlung historischer Fotos sowie von Presseberichten und Dokumenten zu Neuwied. Er habe eine komplette Sammlung von Adressbüchern der Stadt und des Kreises Neuwied und von Heimatkalendern und Heimatjahrbüchern des Kreises zusammengestellt. Hierfür habe er sogar sein eigenes Archiv dem Kreismedienzentrum zur Verfügung gestellt. Diese umfassende Foto- und Dokumentensammlung habe bereits die Grundlage von kulturhistorischen Filmen, Fach- und Examensarbeiten sowie Heimatjahrbüchern gebildet und sei für etliche Ausstellungen von Gemeinden und Stadtteilen verwendet worden. Dazu engagiere er sich als zweiter Vorsitzender im Förderverein des Kreismedienzentrums.

 

Friedel-Wulf Kupfer sei außerdem seit 1976 Mitautor des Heimatjahrbuches des Landkreises Neuwied. Knapp 40 Beiträge seien bisher von ihm in den Heimatbüchern veröffentlicht worden. Darüber hinaus bringe er sich in vielen Vereinen aktiv ein. Hervorzuheben sei hier sein Einsatz für den Verein zur Betreuung blinder und sehbehinderter Kinder Neuwied, dessen Mitglied er seit 1970 sei. Dabei habe er die Geschichte der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neuwied erforscht und unzählige Presseartikel sowie ein Buch zur Geschichte der Schule verfasst.