Beistandschaft / Vormundschaft / Pflegschaft

 

Was ist eine Beistandschaft?

Die Beistandschaft ist ein kostenloses Hilfeangebot des Jugendamtes bei der Feststellung der Vaterschaft und der Geltendmachung des Kindesunterhalts.

Die Beistandschaft für minderjährige Kinder ist eine spezielle Form der gesetzlichen Vertretung.

Wer kann einen Beistand erhalten?

Die Beistandschaft kann jeder Elternteil beantragen, dem die alleinige elterliche Sorge für das Kind zusteht oder bei gemeinsamen Sorgerecht, derjenige Elternteil, bei dem das Kind lebt.

Wie erhält man einen Beistand?

Die Beistandschaft kann jederzeit für minderjährige Kinder beantragt werden.

Es genügt ein Anruf beim Jugendamt am Wohnort des Kindes. Sie erhalten dann ein Antragsformular, welches ausgefüllt und unterschrieben dann wieder einzureichen ist.

Für welche Bereiche gibt es einen Beistand?

Für die Bereiche

  • Vaterschaftsfeststellung
  • Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen

Der Beistand kann einzelne Aufgaben durchführen oder für beide Aufgabenbereiche zuständig sein.

1. Vaterschaftsfeststellung

Sofern die Vaterschaft nicht amtlich festgestellt ist, kann das Jugendamt als Beistand den Vater zur freiwilligen Vaterschaftsanerkennung auffordern.

 

Die Vaterschaftsanerkennung wird nur mit Zustimmung der Mutter wirksam. Erfolgt keine freiwillige Anerkennung, kann das Jugendamt als Beistand eine Vaterschaftsfeststellungsklage führen. Wird Klage erhoben, vertritt der Beistand

( genau wie ein Anwalt auch ) das Kind vor Gericht ( natürlich in Absprache mit der Mutter ).   

 

2. Geltendmachung von Unterhalt

 

Der Beistand ermittelt zunächst, ob und in welcher Höhe der Unterhaltsverpflichtete in der Lage ist, Unterhalt zu zahlen. Er sorgt dafür, dass diese Unterhaltsverpflichtung auch durch einen vollstreckbaren Titel abgesichert wird. Das kann dadurch passieren, dass der Unterhaltsverpflichtete eine entsprechende Unterhaltsverpflichtungsurkunde unterzeichnet oder dadurch, dass der Beistand für das Kind eine entsprechende gerichtliche Entscheidung erwirkt. Wenn der Unterhaltsverpflichtete nicht zahlt, kümmert sich der Beistand ( in Absprache mit dem Antragsteller ) auch um die Durchsetzung der Unterhaltsansprüche. Das macht er, indem er z. B. beim Unterhaltsschuldner eine Lohnpfändung durchführt.

Wann ist die Beistandschaft beendet ?

Die Beistandschaft endet, wenn der Antragsteller dies beantragt oder mit Volljährigkeit des Kindes.

 

 

Vormundschaft / Pflegschaft

 

Eine Vormundschaft wird eingerichtet, wenn ein minderjähriges Kind nicht oder nicht mehr unter elterlicher Sorge steht.

Eine solche Situation kann dann eintreten, wenn aufgrund von familiären, persönlichen oder sonstigen Problemen, die mit der Erziehung eines Minderjährigen nicht im Einklang stehen, dass Sorgerecht durch das Familiengericht entzogen wird oder beide Elternteile verstorben sind.

Das Jugendamt wird in solchen Fällen, sofern keine geeignete Einzelperson bereit ist die Vormundschaft zu übernehmen, zum Vormund bestellt.

Das Jugendamt wird bei einer minderjährigen Mutter, die nicht verheiratet ist, Kraft Gesetz Vormund Ihres Kindes.

 

Im Gegensatz zur Pflegschaft, umfasst die Vormundschaft die gesamte Personen- und Vermögenssorge für ein Kind.

Eine Pflegschaft ist hingegen nur auf Teilbereiche beschränkt.

 

Der Vormund ist auch  Ansprechpartner der Kinder und Jugendlichen bei ihren persönlichen Problemen und ihren Sorgen.

 

www.dein-vorumund.de