Heimatjahrbuch 2010

 

Bild: Titelfoto Heimatjahrbuch 2010

 

Das Heimat-Jahrbuch 2010 des Landkreises Neuwied ist erschienen. Landrat Rainer Kaul stellte es gemeinsam mit Autoren, Redaktionsteam sowie Mitgliedern des Kulturausschusses in der RömerWelt am Caput Limitis in Rheinbrohl vor. Um die seit einigen Jahren forcierten Aktivitäten am von der Unesco geschützten Limes zu würdigen, wählte man dieses Mal den bereits im Sommer 2004 unterhalb des Standortes von Wachtposten 1/9 auf dem Beulen-Berg im Rheinbrohler Wald errichteten Aussichtsturm – patrouilliert von der Römischen Cohorte XXVI vol. C.R. – zum Covermotiv des Jahrbuches. Der Stelzenbau mit geschlossenem mittleren Geschoss und offenem Obergeschoss soll an die frühen, aus Holz errichteten Türme am Limes erinnern. Was läge in diesem Fall näher, die Präsentation des neuen Jahrbuches mit dem Kennenlernen des neuen Museums in der RömerWelt zu verbinden.

 

Das Kalendarium bildet in diesem Jahr „Historische Villen im Park“ auf Stadt- und Kreisebene ab. Die stilistische Palette der oft repräsentativen Bauten reicht vom Klassizismus über gründerzeitliche Bauten und Jugendstil bis hin zur Reformarchitektur und dem Fertighaus der 30er Jahre.

 

Im Laufe der nächsten Wochen werden die Schulkinder in ihren Heimatgemeinden die neuen Jahrbücher verkaufen. Mit einer Auflagenhöhe von etwa 7.000 Exemplaren zählen sie in Rheinland-Pfalz zur bemerkenswertesten Lektüre ihrer Art. Als reiches Kompendium heimatkundlicher, aktueller wie historischer Beiträge geben sie in altbewährter Form Einblick in die Kreis- und Stadtgeschichte.

 

Auch in diesem Jahr erscheinen die mehr als 400 Seiten fassenden Jahrbücher wieder ganz in Farbe und erfreuen sich in ihrem ansprechenden Layout zum günstigen Preis von nur 5,50 € großer Beliebtheit.

 

Inhaltliches:

Zunächst lässt der Jahresrückblick die wichtigsten Ereignisse im Landkreis von Juli 2008 bis Juni 2009 Revue passieren, sicher ein interessantes Kompendium für zukünftige Chronisten.

 

Aus der Fülle der 60 Aufsätze des Jahrbuchs einige Eindrücke:

 

So kann die einstige Deutschordens-Commende in Waldbreitbach, deren Instandsetzung sich jüngst Viktor Schlicker annimmt, auf eine reiche Geschichte seit dem 13. Jh. zurückblicken, Güter der Zisterzienserabtei Marienstatt in Solscheid sind seit dem 15. Jh. belegt und mit ihren Pächtern nachweisbar.

Der Streit um den letzten katholischen Pfarrer Rengsdorfs Peter Breid versetzt uns in die unruhige Zeit der Reformation zurück.

 

Bei einer gerade mal 5cm messenden „Ansicht der Welt“, die der thronende Christus auf dem bekannten Linzer Marientriptychon aus der Kölner Malerschule – inschriftlich in das Jahr 1463 datiert – in Händen hält, handelt es sich um die älteste Stadtansicht von Linz.

 

Ein demographischer Vergleich des evangelischen Kirchspiels Anhausen mit dem katholischen Kirchspiel Heimbach legt interessante Fakten zu Sterbefällen und Todesursachen im 19. Jh. dar.

 

Aus dem Tagebuch einer Reise des niederländische Arztes und Botanikers Steven Jan van Geuns zusammen mit seinem Freund Alexander von Humboldt  im Herbst 1789 erfahren wir interessante Eindrücke über deren Aufenthalt in Neuwied. Sieben Jahre später war die Stadt Ausgangs- und Endpunkt französischer Feldzüge, so ein weiterer Aufsatz.

 

Zwei Beiträge widmen sich den Reisebegleitern von Prinz Max zu Wied, dem Züricher Karl Bodmer und dem Oberhonnefelder David Dreydoppel.

 

Dass aus der einstigen wiedischen Residenzstadt Dierdorf die Ahnen der u.a. in Arolsen und München wirkenden bekannten Künstlerfamilie Kaulbach stammen, ist hier nachzulesen.

 

Hervorragend recherchiert ist das schwere Juden-Pogrom in Puderbach am 10./11. November 1938: das schwärzeste Kapitel deutscher Geschichte.

 

Wir erfahren weiter, dass die etwa zeitgleich in Asbach entstandene Peter-Staffel- Jugendherberge den Nationalsozialisten als eine Art Jugendhotel diente.

 

Bodendenkmäler des Zweiten Weltkriegs? Es gibt sie in der Nähe vom Asberg bei Kretzhaus/Kalenborn.

 

Kaum mehr zu finden ist das einstige Grenzdorf Wiedischhausen, nicht vergessen sind die Nagelschmiede in Isenburg oder das Strandbad in Niederbieber. ... Wie auch in den Vorjahren ist das Aufsatzspektrum bunt und vielseitig.

 

 

Zu den Verbandsgemeinden Asbach und Waldbreitbach

informieren u. a. folgende Beiträge: „Archäologische Funde auf der Altenburg (II)“ von Fred Emps und Werner Büllesbach, „Die Elsaff, der ursprüngliche Name des Pfaffenbachs einschließlich seines Oberlaufs“ von Dr. Ulf Lind, „Die Geschichte der „Deutschordens-Commende“ in Waldbreitbach“ von Hans-Joachim Röder, „Güter des Zisterzienserklosters Marienstatt in Solscheid“ von Jörg Ditscheid, „Zehn Jahrzehnte zur Ehre Gottes gesungen“ von Hans Lahr, „Die Nescher Mahlmühle (1632-1985)“ von Heiner Strauß, „Werdegang eines Volksschullehrers vor etwa einem Jahrhundert“ von Gerd Nüchel, „Asbacher Peter-Staffel-Jugendherberge vor 70 Jahren in Betrieb gegangen – Nationalsozialisten bauten eine Art Jugendhotel“ von Hermann-Joseph Löhr, „Eine vergessene Kriegstrasse“ von Anton Lahr, „Die Sage vom Schneider, der im Walbachtal mit den Nebeljungfern tanzte“ von Albert Schäfer.

 

Zu den Verbandsgemeinden Bad Hönningen, Linz und Unkel

informieren u. a. folgende Beiträge: „Das Unesco-Welterbe ‚Limes’ im Kreis-Neuwied –

Rheinbrohl  mit der „RömerWelt am Caput Limitis“ von Hans-Joachim Röder,  „Ein Leutesdorfer Adliger im Streit mit dem Kölner Erzbischof - Werner Vogt von Leutesdorf und seine Querelen mit Erzbischof Wikbold (1297-1304)“ von Werner Schönhofen, „ …. mit dem Schwerdt vom Leben zum Tod hinzurichten …. - Von der Strafgerichtsbarkeit in der Herrschaft Arenfels“ von Jakob Weiler, „Das St. Suitbertus-Jugendheim in Rheinbrohl“ von Hansfried Schaefer, „Die älteste Stadtansicht von Linz am Rhein (1461-1463)“ von Dr. Denise Steger, „Vor 125 Jahren gründete sich die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Linz“ von Andrea Rönz, „Streng geheim! Wunderwaffen (?) in der Nähe vom Asberg bei Kretzhaus/Kalenborn“ von Jakob Sieger, „Zur Geschichte des Unkeler Winzervereins“ von Horst Kretschmer.

 

Zu den Verbandsgemeinden Dierdorf, Puderbach und Rengsdorf

informieren u. a. folgende Beiträge: „Ein ganzes Dorf lebte vom Nagelschmiedehandwerk – ein Isenburger Nagelschmied berichtet“ von Eugen Wasser, „Wiedischhausen, das vergessene Dorf an der Grenze“ von Reinhard Graßmann, „Wurzeln im Westerwald: Über die Künstlerfamilie Kaulbach aus Dierdorf“ von Dr. Hans H. Heydorn, „Heinrich Hoffmann – Vor 60 Jahren gründete der Pädagoge in Dierdorf ein Landerziehungsheim“ von Roderich Reifenrath, „Ein Taufstein kehrt zurück - Die wunderliche Odyssee des Niederwambacher Taufbeckens“ von Rüdiger Ramseger, „Der schwere Juden-Pogrom in Puderbach am 10./11. November 1938“ von Dr. Manfred Faust, „Ruhewald Steimel: Eine Antwort auf den Wandel in der Bestattungskultur“ von Michael Anhäuser, „Anekdoten aus Giershofen im Westerwald“ von Ursula Kasper, „Der Streit um den Rengsdorfer Pfarrer Peter Breid“ von Marie-Luise Dingeldey, „Sterbefälle und Todesursachen in den Kirchspielen Heimbach und Anhausen im 19. Jahrhundert“ von Dr. Helmut Priewer, Mathias Priewer und Arno Schmidt, „Bergbaupingen und Kohlenmeiler in der Umgebung von Hümmerich“ von Rudi Lück, „Hofjäger David Dreydoppel, der Reisebegleiter des Prinzen Max zu Wied“ von Arno Schmidt, „Erlebnisse gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Neuwied, Berlin und der Niederhonnefelder Mühle“ von Ilse und Heinz Preißing.

 

Zum Stadtbereich Neuwied

informieren u. a. folgende Beiträge: „Seit 125 Jahren Ziel der Gläubigen: die Marktkirche Neuwied“ von Dr. Frank Blum, „Der Alte Friedhof in Neuwied“ von Hans-Joachim Feix, „Wahls Haus in der Engerser Straße – Zur Baugeschichte Neuwieds“ von Dieter Krieg, „An der Heddesdorfer Straße wuchs Neuwied mit Heddesdorf zusammen“ von Helmut Krämer, „Auch 1796 war Neuwied Ausgangs- und Endpunkt französischer Feldzüge“ von Theo Winterscheid, „Die Wahrschauerstelle in Engers“ von Josef Kretzer, „Steven Jan van Geuns’ und Alexander von Humboldts Besuch in Neuwied 1789“ von Dr. Lothar Kurz, „Zwischen Rhein und Limmat – Aus den Beziehungen zwischen Neuwied und Zürich“ von Dr. Hermann-Josef Roth, „Zur Geschichte und Organisation der Neuwieder Feuerwehr (II. Teil - Stadtteile)“ von Dr. Wolfgang Dietz, „Die Wirtschaftslokale auf dem Hahnhof“ von Friedel-Wulf Kupfer, „Rüben rollten in den Saal“ von Gretel Dames, „Als Niederbieber noch ein Strandbad hatte“ von Anita Trostel.

 

Zum Kreis allgemein informieren der „Jahresrückblick von Juli 2007 bis Juni 2008

Dr. Frank Blum, „Groß-Wahltag am 7. Juni 2009, Europawahl, Kommunalwahl und Landratswahl im Landkreis Neuwied“ von Jürgen Opgenoorth, „Unterschutzstellungen von Kulturdenkmälern im Landkreis Neuwied während des Jahres 2008“ von Dr. Reinhard Lahr, „Das Gebiet des Kreises Neuwied vor über 250 Jahren“ von Werner Büllesbach, „Zwischen Neuwied und dem Siebengebirge – Ernst Moritz Arndt durchwandert das Mittelrheintal“ von Dr. Bruno P. Kremer, „Die Kohlmeise in Neuwied und Umgebung (Parus major)“ von Tamara Retterath sowie die Besprechungen über „Neue heimatkundliche Literatur“.

 

Das umfangreiche Heimat-Jahrbuch – mit gut 400 Seiten und zahlreichen größtenteils farbigen Abbildungen – ist eine wichtige Bereicherung für die heimatkundliche Literatur und jedem als Lektüre zu empfehlen.

 

Landrat Rainer Kaul dankt besonders den Schulen sowie den Schulkindern dafür, dass sie wie in jedem Jahr die Heimat-Jahrbücher zum Verkauf anbieten. Ferner dankt er den Autorinnen und Autoren, ohne deren – teilweise schon über Jahre andauerndes – Mitwirken die Herausgabe des Heimat-Jahrbuchs gar nicht möglich wäre.

 

Das Buch kann zeitnah wie immer im Buchhandel, im Roentgen-Museum  Neuwied sowie im Bürgerbüro der Kreisverwaltung Neuwied zum moderaten Preis von 5,50 €  erworben werden.

 

 

Rückfragen bitte an Roentgen-Museum Neuwied, Raiffeisenplatz 1a, Tel.: 02631/803-379