Roentgen-Museum Neuwied (Kreismuseum Neuwied)

 

Bild: Roentgen-Museum Neuwied (Kreismuseum)

Das Roentgen-Museum Neuwied (Kreismuseum Neuwied) ist aus der Sammlung des 1911 gegründeten Vereins für Heimatpflege und Altertumskunde im Kreis Neuwied entstanden. 1928 eröffnet, gehört es heute mit seinen reichen Sammlungen zu den bedeutendsten Museen des Mittelrheins. Neben den über vier Etagen zu bewundernden Sammlungen bietet der neoklassizistische Festsaal im 2. Stock des Hauses den Rahmen für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen.

 

Wenn auch die reiche vor- und frühgeschichtliche Sammlung, bedingt durch die in deren Räumen stattfindenden Sonderausstellungen, nicht ständig zu besichtigen ist, so kann das Roentgen-Museum Neuwied (Kreismuseum Neuwied) weitere über die Mittelrheinregion hinaus bedeutende Präsentationen vorweisen.

 
Bild: Grüner Salon mit Möbeln von Abraham und David Roentgen

Einen Sammlungsschwerpunkt bietet die Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts und hier insbesondere das Repertoire von in Neuwied geschaffenen Luxusmöbeln der Kunstschreiner Abraham und David Roentgen, der wohl berühmtesten Ebenisten ihrer Zeit auf europäischem Boden. Ihre Möbel waren an den Fürstenhöfen von Paris, Petersburg und Berlin höchst begehrt. Sie verhalfen der jungen Stadt Neuwied zu hohem internationalen Ansehen. Abraham Roentgen war um 1750 mit der Brüdergemeine in die Stadt eingewandert, sein Sohn David führte das Geschäft bis 1795 weiter. Neben wertvollen Schreibschränken, Verwandlungs- und Salontischen sind Schatullen, Kommoden und Sitzmöbel zu sehen. Besonders prachtvoll ist eine, für Zarin Katharina II. gefertigte Standuhr aus dem Jahr 1785, deren Gehäuse aus der Roentgenwerkstatt, ihr Uhrwerk von Peter Kinzing, einem anderen berühmten Neuwieder, stammt.

 
 
Bild: Roter Salon mit Roentgenmöbeln und Kinzinguhren

In weiteren Räumen zeigen vor allem Biedermeiermöbel Neuwieder Provenienz die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt während des 19. Jahrhunderts auf, in deren Umfeld seit 1853 auch der Genossenschaftsgründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen jahrzehntelang erfolgreich agierte. Seinem Leben und Werk ist im Erdgeschoss neben den altbekannten Westerwaldstuben, eine eigene Präsentation gewidmet, nach Bedarf auch multimedial per CD-ROM auf Monitor oder Großleinwand erfahrbar.

 

Ferner ist im Museumsgarten ein Lapidarium seltener Merk- und Grabsteine zu sehen. Zahlreiche Sonderausstellungen, Konzerte, Lesungen und Vorträge runden das Kulturprogramm des Hauses ab.

 
 

 

 

 
Bild: Rollbureau von David Roentgen um 1785, darüber Portrait eines Adeligen von dem kurtrierischen Hofmaler Heinrich Foelix (1732-1810)
Bild: Möbel von Abraham Roentgen
Bild: Schreibschrank von David Roentgen, um 1785