Jahresrückblick des Roentgen-Museums Neuwied

 

Landrat Rainer Kaul und Museumsleiter Bernd Willscheid blicken auf ein erfolgreiches kultu-relles Jahr 2011 im Roentgen-Museum Neuwied zurück. Die Ausstellungsreihe des Muse-ums begann Ende Januar mit einer Kunstausstellung: Die Künstler Ulrike Donié und Ralf Merian, beide im Siegerland ansässig, zeigten Gemälde und Objekte in den Räumlichkeiten des Museums. Ralf Merian ist ein Nachfahre von Abraham und David Roentgen, und so konnte das Museum mit dieser Ausstellung das sogenannte „Roentgen-Jahr“ anlässlich des 300. Geburtstages von einem der bedeutendsten Mö-belkünstler des 18. Jahrhunderts, Abraham Roentgen, eröffnen.

Fotos: Am 21. Mai wurde im Kirchsaal der Herrnhuter Brüdergemeine die große Ausstellung „Möbeldesign – Roentgen, Thonet und die Moderne“ eröffnet. Rund 150 Möbel, hierunter kostbare Arbeiten der Neuwieder Möbelmanufaktur Abraham und David Roentgen sowie Thonet-Möbel aus dem frühen 19. Jahrhundert bis in die Moderne, in Boppard und später in Wien gefertigt, wurden den Besuchern im Roentgen-Museum und in der Städtischen Galerie Mennonitenkirche vorgestellt.

 

Es folgte die Kunstausstellung „Altenbourg – Angesehen“ - eine Berliner Privatsammlung –, in der sich Werke des thüringischen Künstlers Gerhard Altenbourg sowie Werke von zahlreichen Künstlern, die Altenbourg persönlich kennengelernt oder sich mit seinem Werk beschäftigt hatten, befanden. Nach den Kunstausstellungen von Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke zeigte das Roentgen-Museum hiermit Arbeiten eines dritten wichtigen Künstlers Ostdeutsch-lands und der früheres DDR.

 

Im April präsentierte die Neuwieder Künstlervereinigung Gruppe 93 ihre Werke, bis dann am 21. Mai im Kirchsaal der Herrnhuter Brüdergemeine die große Ausstellung „Möbeldesign – Roentgen, Thonet und die Moderne“ eröffnet werden konnte. Rund 150 Möbel, hierunter kostbare Arbeiten der Neuwieder Möbelmanufaktur Abraham und David Roentgen sowie Thonet-Möbel aus dem frühen 19. Jahrhundert bis in die Moderne, in Boppard und später in Wien gefertigt, wurden den Besuchern im Roentgen-Museum und in der Städtischen Galerie Mennonitenkirche vorgestellt.

Museumsleiter Bernd Willscheid und Mitkurator Wolfgang Thillmann stellten hier eine Präsentation von überregionaler Bedeutung  zusammen. Viele Besucher, Restauratorengruppen, Schreinerklassen und Kunstinteressierte aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus den Benelux-Ländern, schauten sich die zum Teil noch nie öffentlich präsentierten Leihgaben aus zahlreichen Museen, wie das Victoria und Albert Museum London, das Technische Museum Wien und aus beachtlichen internationalen Privatsammlungen an. Ein 350-Seiten-starker Katalog mit Texten bedeutender Autoren und in hervorragender Gestaltung konnte herausgegeben werden. Als Begleitprogramm der Ausstellungen des Museums fanden Konzerte, Vorträge und Führungen statt.

 

Parallel zur Roentgen-Thonet-Ausstellung präsentierte das Roentgen-Museum unter dem Titel „Die Energie der Materie“ in seinem romantischen Museumsgarten Skulpturen des renommierten italienischen Bildhauers Adriano Leverone. Leverone, bei Genua beheimatet, ist in Italien eine bekannte künstlerische Persönlichkeit. Seine Großskulpturen finden weltweit Aufstellung an öffentlichen Plätzen und imposanten Orten. Der Künstler war auch mehrmals in Neuwied anwesend.

 

Nach der großen Roentgen-Thonet-Ausstellung folgte die Präsentation „Wied - Münzen und Medaillen“, eine Veranstaltung, die gemeinsam mit dem Fürstenhaus Wied und der Sparkasse Neuwied durchgeführt werden konnte. An der Eröffnung am 26. Oktober war in Begleitung der fürstlichen Familie auch der Chef des ehemaligen Kaiserhauses, Georg Friedrich Prinz von Preußen, Gast im Museum.

 

Die Jahreskunstausstellung mit zeitgenössischen mittelrheinischen Künstlern schließt das Jahresprogramm 2011 ab. Über 60 Arbeiten in unterschiedlichster Technik und mit unterschiedlichen Motiven werden bis zum 15. Januar 2012 im Museum gezeigt. Ausgewählt wurden sie von einer Fachjury.

 
Fotos: Am 21. Mai wurde im Kirchsaal der Herrnhuter Brüdergemeine die große Ausstellung „Möbeldesign – Roentgen, Thonet und die Moderne“ eröffnet. Rund 150 Möbel, hierunter kostbare Arbeiten der Neuwieder Möbelmanufaktur Abraham und David Roentgen sowie Thonet-Möbel aus dem frühen 19. Jahrhundert bis in die Moderne, in Boppard und später in Wien gefertigt, wurden den Besuchern im Roentgen-Museum und in der Städtischen Galerie Mennonitenkirche vorgestellt.

Das Roentgen-Museum konnte in 2011 wieder eine Reihe von Ausstellungen mit überregionalem Charakter zeigen. Landrat und Museumsleitung sind sehr stolz, dass diese Präsentationen hier stattfinden konnten. Auch von den Besuchern erfolgte eine sehr große und her-vorragende Resonanz auf die jeweiligen Ausstellungen, wie sie es den Mitarbeitern des Museums mitteilten bzw. im Gästebuch eintrugen.

 

Auch die kostbare Roentgen-Kinzing-Sammlung des Museums konnte um wertvolle Stücke erweitert werden. Erst vor kurzem wurden zwei Kommoden von Abraham Roentgen vorgestellt, die mit Zuwendungen der Kulturstiftung der Sparkasse Neuwied, der Kulturstiftung der Länder Berlin, des Sparkassenverbandes sowie der Abraham-und-David-Roentgen-Stiftung mit Förderverein erworben werden konnten. Auch im neuen Jahr wird das Museum die Möglichkeit haben, eine weitere Kinzing-Uhr in seinen prächtigen Räumlichkeiten zu präsentieren. Ein sehr interessierter und dem Museum verbundener Mäzen hat sich bereit erklärt, diese Uhr zu erwerben und dem Museum zu übergeben. Das Roentgen-Museum ist also mit einem abwechslungsreichen Programm lebendig und bleibt auch in seinem Sammlungsbestand nicht stehen.

 

Auch für das neue Jahr 2012 konnte ein spannendes Programm erstellt werden. Nach der Jahreskunstausstellung, die Mitte Januar 2012 endet, folgt eine Präsentation der Neuwieder Künstlerin Christel Hermann. Nach einer weiteren Präsentation der Gruppe 93 folgt die Ausstellung mit Werken der weit über unsere Region hinaus bekannten Künstlerfamilie Oellers aus Linz am Rhein. Unter dem Titel „Reliquion“ setzen sich in der nächsten Ausstellung mehrere Künstler mit religiösen Themen auseinander. Von August bis Ende Oktober zeigt das Museum Arbeiten von jungen Porzellan- und Keramikdesignern aus Selb und Küthaya (Türkei). Die Ausstellung wird mit Objekten der „Studio-Line“ von der Firma Rosenthal aus Selb mit formschönem und hervorragend gestaltetem Porzellan bekannter Designer erweitert.

 

Ein interessantes und spannendes Programm konnte wieder zusammengestellt werden. Das Museumsteam freut sich auf zahlreiche Besucher.