Spurensuche
Johanna Loewenherz: Versuch einer Biographie
Endlich hat die Stiftungsgeberin der Kommunalen Frauenstiftung Ehrenpreis des Landkreises Johanna- Loewenherz- Stiftung ein Gesicht. Von der Stiftungsgründung im Jahre 1986 mussten über 20 Jahre vergehen, bis ein Foto von Johanna Loewenherz, deren persönlicher Nachlass den Flammen der Nationalsozialisten zum Opfer fiel, gefunden wurde. Nun ziert das Foto die Titelseite des Buches Spurensuche Johanna Loewenherz: Versuch einer Biographie. Johanna Loewenherz wurde als Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie 1837 in Rheinbrohl im Landkreis Neuwied geboren. Als alleinerziehende Mutter und engagierte Frauenrechtlerin in der SPD vermachte sie ihr Vermögen dem Landkreis, mit der Vorgabe ein Erholungsheim für Frauen, die sich in besonderer Weise um die Sache der Frauen verdient gemacht haben, zu errichten. Der Kreis durfte das Erbe aufgrund der jüdischen Herkunft nicht annehmen, die Kriegswirren ließen das Vermächtnis in Vergessenheit geraten und erst 1984 wurde es wieder entdeckt. Damals konnte der Landkreis dem ursprünglichen Wunsch nicht mehr gerecht werden und gründete eine gemeinnützige kommunale Frauenstiftung, die Geldpreise an Frauen, gemäß dem testamentarischen Wunsch, vergibt.
Die Ehrenpreisträgerin aus dem Jahre 2003, Prof. Dr. Annette Kuhn machte sich mit einigen Weggefährtinnen auf den Weg, um das Leben der Stiftungsgeberin erneut zu erforschen. Auf einem Rheinbrohler Speicher dann der spektakuläre Fund: endlich ein Foto von Johanna Loewenherz.
Zu den Mitstreiterinnen gehören die Historikerinnen , Brigitte Bruns aus München und Dr. Hildegard Brog, die als geborene Heimbach-Weisserin ganz dicht bei den Spuren der Johanna Loewenherz lebte. Sie richteten ihr Augenmerk auf die Rolle von Johanna Loewenherz innerhalb der Frauenbewegung und insbesondere auf ihre Wirken innerhalb der Neuwieder Sozialdemokratischen Partei. Dr. Barbara Degen, als Juristin, widmete sich intensiv der Erbschaft. Die Journalistinnen Doris Litz und Hedi Klee, trugen Mosaiksteine aus dem Privatleben und dem Leben der Künstlerin Loewenherz zusammen.
Ergänzt wird das Buch durch eine wissenschaftliche Bewertung des programmatischen Werkes der Stiftungsgeberin „Prostitution oder Production. Eigentum oder Ehe“ durch Prof. Dr. Annette Kuhn und einen Beitrag zur Stiftung von Doris Eyl-Müller, der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises.
Die Biographie der außergewöhnlichen Frauenrechtlerin der ersten Stunde ist in jeder Buchhandlung für 18.80 € erhältlich oder im Bürgerbüro der Kreisverwaltung;
hier die ISBN: 978-3-934125-10-0

